Der Internationale Gedenktag

Der Förderverein Mahnmal Koblenz ist während des ganzen Jahres aktiv. Die sichtbarsten Aktivitäten entfaltet er anlässlich des internationalen Gedenktages für die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar jeden Jahres.
Im Jahre 1995, als sich zum 50. Mal das Ende des Zweiten Weltkrieges und die Befreiung vom Nationalsozialismus jährte, gedachten die Deutschen in besonderer Weise der Opfer des nationalsozialistischen Rassenwahns und Völkermordes und der Millionen Menschen, die durch das nationalsozialistische Regime entrechtet, verfolgt, gequält und ermordet wurden. Symbolhaft für diesen Terror steht das Konzentrationslager Auschwitz, das am 27. Januar 1945 befreit wurde und in dem vor allem solche Menschen litten, die der Nationalsozialismus planmäßig ermordete oder noch vernichten wollte.
In der Erkenntnis, dass die Erinnerung nicht enden darf, sie auch künftige Generationen zur Wachsamkeit mahnt und es deshalb wichtig ist, nunmehr eine Form des Erinnerns zu finden, die in die Zukunft wirkt, hat im Jahre 1996 der damalige Bundespräsident Roman Herzog den 27. Januar zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus erklärt.
Es ist kein offizieller „Feiertag“, aber ein Gedenktag, an dem die öffentlichen Gebäude beflaggt sein und an dem Gedenkveranstaltungen stattfinden sollen. Dementsprechend begeht der Landtag von Rheinland-Pfalz seit Jahren diesen Tag, in diesem Jahr mit einer Gedenksitzung am 27. Januar 2005 im Plenum des Landtages. Der Förderverein Mahnmal Koblenz veranstaltet seit dem 27. Januar 1998 eine Gedenkfeier mit christlich-jüdischem Gebet, seit dem Jahre 2002 zusätzlich ein Gedenken am Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus in Koblenz auf dem Reichensperger Platz.
Eine besondere Verantwortung für diesen Gedenktag tragen die Schulen. Sie sind seit 1997 von Prof. Dr. Zöllner aufgerufen, diesen Tag in geeigneter Weise vorzubereiten, z.B. durch Ausstellungen, Diskussionsveranstaltungen oder den Besuch der landeseigenen Gedenkstätten in Osthofen und Hinzert. Wichtig ist dabei – so Zöllner – die altersangemessene Spurensuche vor Ort, die es unmöglich macht zu behaupten, es sei alles nicht so schlimm gewesen. Persönliche Bezüge können vor allem durch regionale und lokale Recherchen, die der Geschichte der eigenen Familie, der eigenen Schule oder eigenen Stadt in der Zeit zwischen 1933 und 1945 nachspüren, hergestellt werden, dabei können insbesondere Lebensläufe und Leidenswege nachvollzogen werden.

Inzwischen haben die Vereinten Nationen den 27. Januar, den Jahrestag der Befreiung des KZ Auschwitz durch die Rote Armee im Jahr 1945, zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust eingeführt. Dies geschah durch die Generalversammlung der Vereinten Nationen am 1. November 2005 durch ihre Resolution 60/7. Der Text dieser Resolution ist auf Englisch abrufbar unter:

http://www.un.org/ga/search/view_doc.asp?symbol=A/RES/60/7

Seit dem 27. Januar 2006 wird dieser Gedenktag weltweit begangen.

Bereits im Jahr 2002 beschlossen die Bildungsminister der im Europarat vertretenen Staaten, im Zusammenhang mit dem Gedenktag im Schulunterricht Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Völkermord und speziell den Holocaus zu thematisieren. Hierzu hält der Europarat Unterrichtsmaterialien bereit.

Über die Aktivitäten des “Fördervereins Mahnmal” zum internationalen Gedenktag informierem Sie die Buttons aus dem Hauptmenü.



Proklamation des Bundespräsidenten vom 3. Januar 1996


1995 jährte sich zum 50. Mal das Ende des Zweiten Weltkrieges und der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft.
In diesem Jahr haben wir uns in besonderer Weise der Opfer des nationalsozialistischen Rassenwahns und Völkermordes erinnert und der Millionen Menschen gedacht, die durch das nationalsozialistische Regime entrechtet, verfolgt, gequält oder ermordet wurden. Symbolhaft für diesen Terror steht das Konzentrationslager Auschwitz, das am 27. Januar 1945 befreit wurde und in dem vor allem solche Menschen litten, die der Nationalsozialismus planmäßig ermordete oder noch vernichten wollte.
Die Erinnerung darf nicht enden; sie muß auch künftige Generationen zur Wachsamkeit mahnen.Es ist deshalb wichtig, nun eine Form des Erinnems zu finden, die in die Zukunft wirkt. Sie soll Trauer über Leid und Verlust ausdrücken dem Gedenken an die Opfer gewidmet sein und jeder Gefahr der Wiederholung entgegenwirken.
Ich erkläre den 27. Januar zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus.
Berlin, den 3. Januar 1996

Der Bundespräsident
Roman Herzog

Der Bundeskanzler
Dr. Helmut Kohl

Der Bundesminister des Innern
Kanther

 


 

....Aufruf von Minister Prof. Dr. Zöller zum Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar

Am 27. Januar 1945 wurde das Konzentrationslager Auschwitz befreit. Weil Auschwitz in der ganzen Welt als Symbol für Unmenschlichkeit, Terror und Völkermord gilt, wollen wir an diesem Tag aller Opfer der nationalsozialistischen Schreckensherrschaft gedenken:
Ich bitte alle Schulen, diesen Tag in geeigneter Weise vorzubereiten, z. B. durch Ausstellungen, Diskussionsveranstaltungen oder den Besuch der landeseigenen Gedenkstätten um auch mehr als 50 Jahre nach dem Ende dieses menschenverachtenden Systems die schwierige Aufgabe des Erinnerns zu bewältigen Den Opfern schulden wir, daß wir sie der Namenlosigkeit und dem Vergessen entreißen den Überlebenden, deren Leiden nicht mit dem Tag der Befreiung beendet werden konnten, schulden wir Mitgefühl.
Außerdem haben wir die Verpflichtung, den uns nachfolgenden Generationen zu vermitteln, daß die Wahrung der Menschenwürde und die Erhaltung der demokratischen Verfassung stetiger Anstrengungen bedürfen damit sich die Untaten der Vergangenheit nicht wiederholen.
Wichtig ist dabei die altersangemessene Spurensuche vor Ort, die es unmöglich macht zu behaupten, es sei alles nicht so schlimm gewesen. Persönliche Bezüge können vor allem durch regionale und lokale Recherchen, die der Geschichte der eigenen Familie, der eigenen Schule oder eigenen Stadt in der Zeit zwischen 1933 und 1945 nachspüren, hergestellt werden. Es hat in Deutschland über 2000 KZ-Außenlager gegeben, Juden, Sinti und Roma wurden von überall her verschleppt, Fremdarbeiterinnen und Zwangsarbeiter sind an vielen Orten versklavt worden und umgekommen. Grausamkeiten, Mord und Opfer aus dieser Zeit sind auch an vielen Orten in Rheinland-Pfalz aufzuspüren neben dem Besuch regionaler und überregionaler Gedenkstätten können auch Lebensläufe und Leidenswege nachvollzogen werden. Besonders weise ich in diesem Zusammenhang auf die Dauerausstellung in der Gedenkstätte Osthofen Rheinland Pfalz: Die Zeit des Nationalsozialismus in unserem Land" hin.
Literatur zum Thema kann in den Bibliotheken des Pädagogischen Zentrums und der Landeszentrale für politische Bildung eingesehen oder ausgeliehen werden. Die Landeszentrale für politische Bildung hält außerdem eine Liste mit Titeln zum Thema bereit.
Quelle:
Gemeinsames Amtsblatt der Ministerien für Bildung, Wissenschaft und Weiterbildung und für
Kultur, Jugend, Familie und Frauen N 1258 6. Jahrgang - Mainz, den 16. Dezember 1996