Alfons Brands

„Wir wollen ein Leben in Christus führen, Ihm dienen und in Ihm der Kirche und dem deutschen Volk“.

(Gesetz der „Sturmschar“)

Geboren wird Alfons Brands am 3. Januar 1902 als Sohn des Kaufmanns Andreas Heinrich und seiner Ehefrau Luise Maria (geb. Wietheger) in Koblenz. Hier besucht er das Gymnasium und macht Abitur. Schon in seinen Jugendjahren hat er sich der katholischen Jugendbewegung angeschlossen. Brands studiert Theologie in Trier und Innsbruck. Am 2. April 1927 wird er im Dom zu Trier zum Priester geweiht. Danach wirkt er mehrere Jahre als Kaplan im Saarland. Im Mai 1932 findet das 1. Reichstreffen der „Sturmschar“ in Koblenz statt. Brands spricht auf der Kundgebung am Deutschen Eck. Er ist auch Initiator der Lagerzeitung vom Treffen, aus der zwei Monate später die „Junge Front. Wochenzeitung ins Deutsche Jungvolk“ hervorgeht.
 
19. Februar 1933 Die „Junge Front“ greift unter dem Aufmacher „Schreie, Wahrheit!“ die neue Hitler-Regierung an. Wenige Tage später wird sie für drei Wochen verboten.
Brands ist ein tüchtiger Jugendseelsorger¸ er ist weiter in der „Sturmschar“ engagiert und arbeitet daran, mit ihr den Dachverband des Jungmännerverbandes (KJMVD) zu stärken.
 
Ostern 1935 Zusammen mit 1.500 Sturmschärlern und dem Generalpräses Ludwig Wolker ist Alfons Brands auf Romfahrt. In Rom wird er feierlich Reichskaplan der Sturmschar.

21. Juni 1935 Brands nimmt seine Arbeit in der Zentrale des KJMVD in Düsseldorf auf.

6. Februar 1936 Die Gestapo unternimmt eine große Aktion gegen den KJMVD wegen angeblicher Zusammenarbeit mit Kommunisten. Verhaftet werden Wolker u.a. Geistliche (u.a. der Kaplan Dr. Rossaint, später vom Volksgerichtshof zu 11 Jahren Zuchthaus verurteilt), 45 Sturmscharführer und 7 Kommunisten. Brands wird zum Stellvertreter Wolkers bestellt.

19. Mai 1936
Einen Monat lang kontrolliert die Gestapo Brands Post wegen des Verdachts, er könnte als „Deckadresse“ für den inzwischen wieder freigelassenen Präses Wolker dienen und an dem Wiederaufbau des KJMVD mitarbeiten.
Brands muss ca. 30 Verhöre durch die Gestapo über sich ergehen lassen.

13. Juni 1938 Von der Koblenzer Gestapo wird er wegen „staatsabträglicher Äußerungen“ bei der Predigt in der Herz-Jesu Kirche am Vortag verhört.

2. August 1938
Die Gestapo verhängt gegen ihn deshalb ein Redeverbot für alle öffentlichen Räume.

6. Februar 1939
Durch das Reichssicherheitshauptamt in Berlin wird der KJMVD einschließlich aller Neben- und Untergliederungen aufgelöst und das Vermögen beschlagnahmt. Das Jugendhaus Düsseldorf wird geschlossen und alle Mitarbe30iter, darunter auch Brands, werden entlassen.

17. Februar 1939
Die Koblenzer Gestapo verhört Brands wegen des Verdachts, regimekritische Flugschriften verteilt zu haben.

24. Juli 1939 Gegen ihn wird ein Ermittlungsverfahren wegen Verstoßes gegen das „Heimtückegesetz“ eingeleitet; nach einer Amnestie stellt das Sondergericht das Verfahren im Oktober 1939 ein.

November 1939 Er wird Seelsorger im Elisabeth-Krankenhaus in Neuwied.
Weiterhin ist er in der Jugendarbeit tätig und gründet bis 1945 sechs Jugendgruppen, die „Alfons-Brands-Jugend“.
Nach dem Krieg ist er Pfarrer in Kirchen/Sieg, Andernach und St. Kastor in Koblenz und wird erster Regionaldekan von Koblenz. Er stirbt am 17. September 1982 in Andernach.