Friedrich Wolf

„Mut, nochmals Mut, immerzu Mut“

(Vorspruch zu „Professor Mamlock“)

Geboren wird Friedrich Wolf am 23. Dezember 1888 in Neuwied/Rhein als Sohn des jüdischen Kaufmanns Max Wolf und seiner Frau Ida, geb. Meyer. Wolf wächst in Neuwied auf und legt 1907 dort das Abitur ab. Anschließend leistet er Militärdienst und studiert Medizin sowie Philosophie und Kunstgeschichte. 1912 wird er mit dem Thema „Die multiple Sklerose im Kindesalter“ zum Dr. med. promoviert. Im I. Weltkrieg ist er Truppenarzt an der Westfront und wird zum entschiedenen Kriegsgegner. Nach Kriegsende heiratet er seine erste Frau in Koblenz und wird Mitglied der SPD, später der Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei (USPD). Aus seiner zweiten Ehe gehen die Söhne Markus (geb. 1923, später DDR-Auslandsspionagechef) und Konrad (geb. 1925, später ein erfolgreicher Regisseur) hervor. Wolf schreibt Gedichte, Romane und Schauspiele („Der arme Konrad“) und wird ein anerkannter Schriftsteller. 1926 erscheint sein wichtiger medizinischer Ratgeber „Die Natur als Arzt und Helfer“. Er tritt 1927 der KPD bei und schreibt „Die Kunst ist Waffe“. Weitere sozialkritische Dramen entstehen: „Cyankali“ (1929), „Die Matrosen von Cattaro“ (1930), „Tai Yang erwacht“ (1930) und die Komödie „Die Jungens von Mons“ (1931).

Anfang März 1933 Wolf flieht nach dem Reichstagsbrand. Über Österreich, die Schweiz und Frankreich gelangt er in die Sowjetunion. In Österreich veröffentlicht er die Broschüre „Der Reichstag brennt“. Er beendet sein berühmtestes Stück „Professor Mamlock“. Es beschreibt die Auswirkungen der Machtübernahme der Nazis auf einen idealistischen jüdischen Arzt.

10. Mai 1933 Bei der „Bücherverbrennung“ der Nazis werden auch Schriften Friedrich Wolfs verbrannt.

1935 Wolf wird von den Nazis ausgebürgert.

1937 Angesichts der stalinistischen „Säuberungen“ verlässt er die UdSSR („Ich warte nicht, bis man mich verhaftet, da will ich lieber etwas Nützliches tun!“).

1938 Sein Versuch, nach Spanien zu gelangen und sich den republikanischen Truppen im Bürgerkrieg gegen Franco anzuschließen, scheitert an der französischen Grenze.

September 1939 Nach Kriegsbeginn wird Wolf – wie viele andere Deutsche auch – in Frankreich interniert, zunächst im Lager Le Vernet, später in anderen Lagern.

1941 Durch die Intervention von Schriftstellern kann seine Abschiebung als „unerwünschter Ausländer“ an Nazi-Deutschland verhindert werden. Nach Erhalt der sowjetischen Staatsbürgerschaft wird er freigelassen und kehrt zu seiner Familie nach Moskau zurück.Er nimmt auf sowjetischer Seite am II. Weltkrieg teil.

1943 Wolf ist Mitbegründer und Frontbeauftragter des Nationalkomitees Freies Deutschland.


1945 und danach
. 1945 kehrt Friedrich Wolf nach Berlin zurück. Er schreibt das Gedicht: „Verzeiht, dass ich ein Mensch bin!“. Neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit arbeitet er an führenden Stellen am kulturellen Wiederaufbau mit (Rundfunk, Film, Theater, Schriftstellerorganisationen, Verlagswesen). Er ist Mitglied im „Kulturbund zur demokratischen Erneuerung Deutschlands“, Mitbegründer der DEFA und des „PEN-Zentrum Deutschland“. Von 1949 bis 1951 ist er Botschafter der DDR in Polen, später Vorsitzender der „Deutsch-Polnischen Gesellschaft für Frieden und gute Nachbarschaft“. Seine letzten Dramen entstehen (u.a. „Thomas Münzer“). Friedrich Wolf stirbt am 5. Oktober 1953 in seinem Haus bei Berlin.