Alfred Knieper

„Meine Tätigkeit als Beamter habe ich stets in demokratischer Auffassung unter Achtung des Grundgesetzes und der Verfassung von Rheinland-Pfalz ausgeübt.“

 

Geboren wird Alfred Knieper am 2. März 1909 in Zell/Mosel. Nach dem Besuch der Volksschule ist er von 1924 an Formengießer in einem Industriebetrieb. Bereits im Alter von 17 Jahren, im Jahr 1926, wird er Mitglied der KPD und der freien Gewerkschaft. Von 1930 bis 1932 ist er als Einrichter beschäftigt. Anfang 1933 wird er erwerbslos. Er und sein älterer Bruder Alfons leben in Höhr-Grenzhausen.

10. März 1933 Kurz nach dem Brand des Reichstags (in der Nacht vom 27. Februar 1933) wird Alfred Knieper festgenommen und kommt in „Schutzhaft“.

5. Mai 1933
Zwei Monate später wird er entlassen.

1. September 1933 Knieper kommt erneut in „Schutzhaft“. Diesmal verschleppt man ihn ins Konzentrationslager Esterwegen, dort bleibt er mehr als eineinhalb Jahre in Haft.

1. April 1935 Er wird aus dem KZ Esterwegen entlassen und ist als Kaufmann tätig.

1. September 1939 Im Rahmen der „A-Kartei-Aktion“ werden Alfred Knieper und sein Bruder Alfons erneut in „Schutzhaft“ genommen. Man bringt sie ins Polizeigefängnis nach Frankfurt/Main.

13. September 1939 Die Gestapo verschleppt sie weiter in das Gefängnis in Frankfurt/Main-Preungesheim.

14. September 1939 Alfred und Alfons Knieper gehen „auf Transport“ ins KZ Buchenwald bei Weimar. Alfred Knieper erhält die Häftlingsnummer 6194 und muss in verschiedenen Kommandos und Funktionen arbeiten.

März 1943 Er wird Pfleger auf der Tbc-Station des Häftlingskrankenbaus.

11. April 1945 Bei der Befreiung des KZ Buchenwald kommt auch Alfred Knieper frei.

Nach seiner Rückkehr nach Höhr-Grenzhausen wird Knieper Leiter der Fürsorgestelle „Opfer des Faschismus“. Es folgt seine Ernennung zum kommissarischen 1. Regierungsdirektor und ständigen Stellvertreter des Regierungspräsidenten des damals neu gebildeten Regierungsbezirks Montabaur und unter Berufung in das Beamtenverhältnis alsbald die Ernennung zum Regierungsvizepräsidenten in Montabaur. Daneben ist Knieper beim Aufbau der KPD aktiv. 1946 wird er Mitglied der Leitung der KP Rheinland/Hessen-Nassau, Vertreter der KPD in der Unterkommission für Verfassungsfragen der Gemischten Kommission und 1947 Mitglied des Landesvorstandes der KPD. Von 1948 bis 1950 ist er Landesvorsitzender der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN). Zuvor, am 16. September 1947, heiratet er seine Frau Helena („Hella“), geb. Altmeier. Er wird Oberregierungsrat im Sozialministerium von Rheinland-Pfalz. Aufgrund des „Adenauer-Erlasses“ vom 19. September 1950 wird er wegen seines Engagements für die KPD und die VVN als staatsfeindlich angesehen und seine Entlassung aus dem Beamtenverhältnis betrieben. Im folgenden Monat legt er sein Amt als Landesvorsitzender der VVN nieder und tritt aus der VVN und aus der KPD aus. Die Entlassung unterbleibt. Er behält seinen Posten und wird im Jahr 1955 zum Beamten auf Lebenszeit und im Jahr 1966 zum Regierungsdirektor ernannt. Alfred Knieper stirbt am 31. Oktober 1973.
 
 

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