Rudolf Steinwand

„Ein kampferprobter, bewährter Kommunist“

 
Rudolf Steinwand wird am 4. August 1906 in Boppard/Rhein als Sohn eines Lehrers geboren. Er besucht das Gymnasium, muss den Schulbesuch aber abbrechen. Während der Besetzung des Rheinlandes durch die Franzosen und des passiven Widerstandes wird er aus dem besetzten Gebiet ausgewiesen. 1928 macht er sein Abitur. Anschließend studiert er Philologie in Bonn, bricht das Studium aber bald wegen Geldmangels ab. 1930 tritt er der KPD bei, wird Mitglied der KPD-Unterbezirksleitung und Mitglied des Kreistages. Rudolf Steinwand wird verhaftet.

1933. Auch nach der „Machtergreifung“ Hitlers am 30. Januar 1933 und dem Verbot der KPD ist er weiter illegal für die KPD aktiv. Steinwand kommt in „Schutzhaft“.

1934. Er wird aus der Haft entlassen und arbeitet weiter für die illegale KPD.

1935. Im folgenden Jahr nimmt man ihn erneut in „Schutzhaft“, verschleppt ihn zunächst in das Konzentrationslager Esterwegen im Emsland und später in das KZ Sachsenhausen bei Berlin.

20. April 1939. Steinwand wird aufgrund der „Amnestie“ am Geburtstag Hitlers aus dem KZ Sachsenhausen entlassen. Er findet anschließend eine Arbeit als Buchhalter.

Frühjahr 1940. Bald gehört er in Koblenz zum Widerstandskreis um Anneliese und André Hoevel sowie Jakob Newinger. Man hört zusammen verbotenerweise Auslandssender und tauscht sich über die gehörten Nachichten aus.

September /Oktober 1941. Der Kontakt zu dem Kreis bricht ab, als Rudolf Steinwand als Soldat zur Wehrmacht eingezogen wird.

Ende 1941. Nach und nach kommen – offenbar aufgrund einer Denunziation – Mitglieder des Kreises in Haft. Die Eheleute Hoevel werden zum Tode verurteilt, andere zu langjährigen Zuchthausstrafen. Auch Rudolf Steinfand wird festgenommen und in ein Militärgefängnis gebracht.

Aus dem Militärgefängnis heraus wird er an die Front beordert.

1945. Er desertiert und läuft zur Roten Armee über.

1945 und danach. Steinwand kehrt nach Deutschland zurück und ist kurze Zeit in amerikanischer Kriegsgefangenschaft. Wieder in Freiheit engagiert er sich sofort erneut für die KPD, arbeitet intensiv am Aufbau der SBZ und der DDR mit und gelangt in immer höhere Positionen. Erst ist er Mitglied der KPD, dann der SED. 1946 wird er Personalleiter der Hauptverwaltung Landeseigner Betriebe der thüringischen Landesregierung, 1948 und 1949 Mitglied des Volksrates und von 1950 bis 1954 Mitglied der Volkskammer. Steinwand steigt auf zum Direktor der VEB Maxhütte Unterwellenbach, zum Mitglied der SED-Kaderleitung und zum Hauptabteilungsleiter im Ministerium für Erzbergbau und Hüttenwesen. Anschließend ernennt man ihn zum Staatssekretär und stellvertretenden Minister für Maschinenbau und schließlich 1955 zum Minister für Berg- und Hüttenwesen. Zuletzt ist Steinwand Stellvertreter des Beauftragten bzw. Ständigen Vertreters der DDR im Rat für Gegenseitige Wirtschaftshilfe (RGW). 1968 tritt er aus gesundheitlichen Gründen in den Ruhestand. Rudolf Steinwand stirbt am 10. November 1982.
 
 

 

 

 

 

 

 

 

 

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