Pater Albert Maring




„Er ist friedlich heimgegangen wie ein Kind, das in der Fremde den Heimweg suchte.“


Albert Maring wird am 6. April 1883 in Koblenz geboren. Sein Vater ist alteingesessener Koblenzer und Besitzer einer Schwemmsteinfabrik in Urmitz/Rhein. Seine aus Bayern stammende Mutter ist Kunst- und Literaturliebhaberin. Nach der Volksschule besucht der junge Albert das Kaiserin-Augusta-Gymnasium (heute: Görres-Gymnasium) in Koblenz und legt dort im Jahr 1901 das Abitur ab. Schon länger ist es sein Wunsch, Theologie zu studieren. Dann entschließt er sich, Jesuit zu werden. Im April 1901 tritt er in den Orden der Gesellschaft Jesu ein und beginnt sein Noviziat in Feldkirch/Vorarlberg. Wenig später studiert er Philosophie und Theologie in Valkenberg/Holland.
Er hat eine besondere Begabung für Mathematik und Physik. An der Universität in Kopenhagen arbeitet er jahrelang unter Leitung von Professor Knudsen und dessen berühmten Assistenten Nils Bohr. Er erwirbt dort den Grad Magister scientiarum und wird später an der Universität in Bonn zum Doktor promoviert.
Nach der Priesterweihe findet Maring seine Lebensaufgabe als Mitarbeiter der von P. Friedrich Muckermann SJ seit 1926 herausgegebenen Zeitschrift „Der Gral“. Es ist eine anspruchsvolle katholische Literaturzeitschrift; sie äußert sich auch zu politischen Themen.
Schon recht früh, im Jahr 1930, setzt er sich mit seinem Mitbruder Muckermann intensiv mit der Ideologie der Nazis auseinander.

Juli 1934 Ein von P. Maring geleitetes Gemeinschaftslager einer Marianischen Schülerkongregation wird durch einen Spitzel angezeigt, daraufhin wird die Tagung verboten.
Im selben Jahr gibt Maring unter den Titeln „Deutsches Volk und christliches Sittengesetz“ und „Der Gott der Deutschgläubigen und unser Gott“ zwei Broschüren gegen die NS-Weltanschauung heraus.
Als Muckermann sich unter dem Druck der Nazis in die Niederlande absetzen muss, hütet Maring dessen Werk und Verbindungen im Deutschen Reich.

Juni 1935 Maring und seine Kontakte werden von der Gestapo beobachtet. Er wird von Heydrich, dem Chef des Reichssicherheitshauptamtes (RSHA), als „Gegner“ des National­sozialismus an den Pranger gestellt.

1937 „Der Gral“ wird verboten und die Räume des Verlags werden beschlagnahmt.

1939 Nach diesen Drangsalierungen durch die Nazis findet Dr. Maring zu seinen früheren naturwissenschaftlichen Studien zurück. Er schreibt ein allgemeinverständliches Werk über das Weltall: „Der Weltendom und sein Bauherr - Ein Blick in die Bauhütte des Weltalls“.

Februar 1941 Auf Anordnung des RSHA wird Maring in Lübeck wegen staatsfeindlicher und landesverräterischer Betätigung festgenommen.
Nach Gefängnisaufenthalten in Münster und Bochum verfügt das RSHA seine Überführung ins Konzentrationslager: „Der Jesuit Albert Maring hat mehrmals illegaler Weise die Grenze überschritten und stand in enger Verbindung mit dem berüchtigten Emigranten Friedrich Muckermann. Da nicht zu erwarten ist, dass Maring seine staatsfeindliche Gesinnung ändern wird, wird er dem KZ überwiesen.“

P. Maring wird in das Konzentrationslager Sachsenhausen bei Berlin verschleppt.

19. Juni 1942 Er geht „auf Transport“ und wird dem KZ Dachau überstellt. Schon bei seiner Einlieferung ist er durch die Entbehrungen sehr geschwächt. Sein Magen und seine Leber sind angegriffen, der ganze Organismus ist verbraucht.
Es kommt zu einer inneren Blutung. Gefasst erwartet er seinen Heimgang.

8. April 1943 Ein Mithäftling berichtet später: So ist er friedlich am 8. April 1943 heimgegangen wie ein Kind, das in der Fremde den Heimweg suchte.

 

 

 

 

 

 

 

Zum Seitenanfang