Max Hollweg

 

„Man muss sich selbst treu sein, darf sich nicht das Rückgrat brechen lassen.“

 

Max Hollweg wird am 7. Dezember 1910 als 16. Kind des Hammerschmieds Otto Hollweg und seiner Frau Anna, geb. Biesel, in Remscheid geboren. Seine Eltern werden bald Ernste Bibelforscher (Zeugen Jehovas). Aus Not ziehen sie 1918 aufs Land nach Marienfels/Taunus (heute: Rhein-Lahn-Kreis). Als der Vater 1921 unerwartet stirbt, müssen auch die jüngsten Kinder arbeiten. Nach der Volksschule arbeitet Max bei einem Bauern, anschließend absolviert er eine Maurerlehre. 1930 wird er durch die Taufe Zeuge Jehovas und schon im folgenden Jahr Vollzeitprediger in Prag.

 

Juni 1937 Nach dem Verbot der Wachtturmgesellschaft verlegt sie ihr Büro von Magdeburg nach Prag. Max Hollweg hilft beim Umbau der neuen Räumlichkeiten. Er wird dann aber aus der Tschechoslowakei ausgewiesen und kehrt nach Marienfels zurück. Er steht unter Polizeiaufsicht, alle drei Monate wird das Haus durchsucht und er verhört.

7. Juli 1938
Max Hollweg besorgt sich aus dem Koblenzer Adressbuch Anschriften und versendet den „offenen Brief“ der Zeugen Jehovas, der die Verfolgung durch das NS-Regime anprangert.
Weil er Zeuge Jehovas ist und es bleiben will, wird ihm immer wieder die Arbeitsstelle gekündigt. Er erhält auch keine Arbeitslosenunterstützung, erst müsse er – so die Beamten – „Heil Hitler!“ sagen und die rechte Hand heben. Das tut er aber nicht.

24. September 1938
Bei dem Versuch, biblische Literatur bei der Familie Decker in Oberlahnstein abzuliefern, wird er von der Gestapo verhaftet und ebenso wie die Familie Decker ins Untersuchungsgefängnis nach Frankfurt/Main gebracht.
Im Gefängnis werden Max Hollweg immer wieder Listen von Zeugen Jehovas vorgelegt, die er denunzieren soll, er weigert sich aber standhaft.

8. März 1940
Er wird in das Konzentrationslager Buchenwald bei Weimar verschleppt. Bei seiner Ankunft schlägt man ihm so ins Gesicht, dass er mehrere Zähne ausspucken kann.
Hollweg kommt in die Strafkolonie und muss im Laufschritt Baumaterialien für das sich im Aufbau befindliche KZ heranschleppen.

Frühjahr 1943 Zusammen mit 88 Glaubensbrüdern bringt man ihn auf die Wewelsburg bei Paderborn. Nach den Vorstellungen des Reichsführers-SS Heinrich Himmler sollen sie die Burg zu einer gigantischen NS-Kultstätte um- und ausbauen. Dafür wird ein selbständiges Konzentrationslager eingerichtet, das KZ Niederhagen. Max Hollweg ist als gelernter Maurer sehr wichtig für den Arbeitseinsatz der SS. Bald wird er Polier der SS-Bauleitung und untersteht direkt der SS-Lagerleitung. In dieser Funktion kann er viel für seine Glaubensbrüder und auch für andere Häftlinge erreichen.

März 1945 Die SS löst das KZ Niederhagen auf. Max Hollweg bleibt mit 41 Zeugen Jehovas und zwei politischen Häftlingen als Arbeitskommando auf der Wewelsburg zurück. Die Verhältnisse bessern sich etwas. Die Zeugen können eine Schreibmaschine „organisieren“ und vervielfältigen biblische Texte. Auch „Wachttürme“ werden ins Lager geschmuggelt.
Kurz vor der Befreiung der Wewelsburg sollen Max Hollweg und die anderen vom Restkommando erschossen werden, weil sie von geraubten Kunstgegenständen wissen, die sie selbst eingemauert haben. Sie können sich aber verstecken.

Nach dem Krieg bleibt Max Hollweg zunächst auf der Wewelsburg und versorgt die Kranken. Später, nach der Heirat mit einer Zeugin Jehovas, lässt er sich als Heilpraktiker in Schlangen/Kreis Lippe nieder. Max Hollweg stirbt im Jahr 2003.

 

Foto: Jehovas Zeugen in Deutschland