Maria Hombach

 

„Jehova stützte mich wie ein Freund.“

 

Maria Hombach stammt aus einem katholischen Elternhaus in Bad Ems. Nach einem Umzug ihrer Eltern nach (Mülheim-)Dümpten/Ruhr, wo Maria am 6. Februar 1901 geboren wird, kehrt die Familie nach Bad Ems zurück. Sie besucht die Volks- und Handelsschule. 1924 bekennt sie sich zu den Ernsten Bibelforschern (Zeugen Jehovas). Bald verlässt sie Bad Ems und schließt sich einer Versammlung von Ernsten Bibelforschern in Sindelfingen an. Noch als Ungetaufte ist sie
Verkündigerin. Nach ihrer Taufe wird sie Vollzeitpredigerin (Pionierin). Sie ist im Südwesten Deutschlands, dann in Koblenz und in Bad Ems tätig.

1933 Nach der Machtübernahme durch Adolf Hitler und der beginnenden Verfolgung der Zeugen Jehovas gibt Maria den Pionierdienst auf. Sie fällt auf, weil sie nicht an der Wahl teilnimmt. Die anschließende Hausdurchsuchung ergibt aber nichts Belastendes.

1934 Zusammen mit ihrer jüngeren Schwester Anna zieht Maria nach Freudenstadt im Schwarzwald und ist weiter für die inzwischen verbotenen Zeugen Jehovas aktiv. Gelegentlich kehren die beiden Schwestern nach Bad Ems zurück, um dort biblische Schriften zu verteilen. Auch in Freudenstadt wird die Gestapo auf sie aufmerksam.

1936 Maria und Anna ziehen nach Stuttgart um und setzen ihre illegale Arbeit fort.

August 1938 Von einem Mitbruder, der inzwischen für die Gestapo als Spitzel arbeitet, wird Maria nach Bad Ems gelockt. Auf dem Bahnhof angekommen, nimmt die Gestapo sie fest.

Oktober 1938 Sie kommt in Untersuchungshaft in das Gefängnis von Limburg/Lahn.

25. Februar 1939 Mit Urteil des Sondergerichts Frankfurt/Main wird sie freigesprochen. Das Gericht glaubt Maria, dass sie (nur) wegen ihrer kranken Mutter nach Bad Ems gefahren ist.

März 1939 Maria kehrt nach Stuttgart zurück. Mit ihrer Schwester Anna und weiteren Glaubensschwestern verteilt sie den „Wachtturm“ und übermittelt Berichte über die Verhältnisse in Deutschland ins Ausland.

6. Februar 1940 Wiederum von einem abtrünnigen Glaubensbruder verraten, werden Maria, ihre Schwester Anna u.a. verhaftet und kommen ins Stuttgarter Gefängnis.

20. August 1940 Gegen Maria Hombach u.a. ergeht Anklage wegen illegaler Betätigung für die Internationale Bibelforscher-Vereinigung.

17. September 1940 Maria Hombach wird mit ihrer Schwester Anna und acht weiteren Zeugen Jehovas vom Sondergericht Stuttgart zu 3 ½ Jahren Gefängnis verurteilt. Das Gericht bezeichnet Maria als führend im Wiederaufbau der Organisation in Württemberg.

1943 Die Eltern Maria Hombachs stellen mit Erfolg ein Gnadengesuch. Dadurch endet für sie die Gefängnisstrafe nicht nur sieben Monate früher, sondern es bleibt ihr auch die oftmals daran anschließende Überführung in ein Konzentrationslager erspart. Wiederum ist sie für die Zeugen Jehovas im Untergrund aktiv, schreibt biblische Texte ab und bringt sie zu Zeugen am Rhein und im Westerwald. Erneut wird sie denunziert, die Anzeigen werden von einem Polizeibeamten aber nicht mehr an die Gestapo weitergeleitet.
Nach dem Krieg ist Maria Hombach in der Zentrale der Zeugen Jehovas erst in Wiesbaden und dann in Selters im Taunus tätig. Später werden ihre Mutter und auch ihre zweite Schwester ebenfalls Zeugen Jehovas.

Foto: Jehovas Zeugen in Deutschland

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

 

 

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