Friedel Kreier

 

Ein Diener Jehovas bis in den Tod.

 

Geboren wird Friedrich (Friedel) Kreier am 25. Februar 1899 in Neuwied. Er ist ein kleiner Milchhändler. Mit einem Handwagen geht er in die Dörfer und verkauft Milch. Das „Photodrama der Schöpfung“, eine grandiose Geschichtserzählung der Ernsten Bibelforscher (Zeugen Jehovas), hinterlässt bei ihm einen tiefen Eindruck. Schon bald ist er ein Aktivist der Zeugen Jehovas.
Trotz des Verbots der Zeugen Jehovas verbreitet er – obwohl noch nicht getauft – weiter seine Glaubensüberzeugungen.

31. August 1936 Als die Gestapo zur Verfolgung der Zeugen Jehovas ein eigenes Sonderkommando bildet und es zur ersten reichsweiten Verhaftungswelle kommt, wird auch Friedel Kreier in seiner Wohnung in Neuwied, Schlossstraße 61 festgenommen. Man bringt ihn in das Koblenzer Gefängnis in der Karmeliterstraße („Karmelitergefängnis“). Dort ist er mit zahlreichen anderen Zeugen Jehovas, die zur selben Zeit verhaftet werden, in Haft.

7. September 1936 Er wird dem Richter vorgeführt, dieser erlässt einen Haftbefehl gegen ihn.

2. März 1937 Friedel Kreier u.a. werden vor dem Sondergericht Köln allein deshalb angeklagt, weil sie Zeugen Jehovas sind.

23. März 1937 Zusammen mit 19 Angeklagten wird er von dem in Koblenz tagenden Sondergericht Köln „wegen Betätigung für die Internationale Bibelforscher-Vereinigung“ zu neun Monaten Gefängnis verurteilt.

2. Juni 1937 Da ihm die Untersuchungshaft auf die Strafe angerechnet wird, ist seine Gefängnisstrafe verbüßt. Er kommt jedoch nicht frei, sondern wird in Koblenz in „Schutzhaft“ genommen.

2. September 1937 Friedel Kreier geht „auf Transport“ und wird in das Konzentrationslager Sachsenhausen bei Berlin gebracht. Er erhält den „lila Winkel“ und die Häftlingsnummer 1166.

29. August 1940 Nach drei Jahren wird er weiter verschleppt in das Konzentrationslager Dachau bei München. Dort erhält er die Häftlingsnummer 37965.

5. Juli 1941 Vom KZ Dachau bringt man ihn in das KZ Buchenwald bei Weimar. Seine Häftlingsnummer lautet jetzt: 7826.

29. Oktober 1942 Er kommt erneut „auf Transport“ und wird wieder in das KZ Dachau überführt. Durch die sehr harte Arbeit und Misshandlungen in den Konzentrationslagern erleidet er einen schweren Bruch des Hüftgelenks. Dieser führt zu einer bleibenden Beinverkürzung.Trotz allem bleibt Friedel Kreier seiner religiösen Überzeugung treu. Seine Glaubenstreue nimmt sogar noch zu und er lässt sich in einem KZ von mitgefangenen Zeugen Jehovas in einer Regentonne taufen. Damit wird er, der schon so viel wegen seines Glaubens erlitten hat, auch formell Zeuge Jehovas.

29. April 1945 Friedel Kreier wird mit den anderen überlebenden Häftlingen des KZ Dachau von amerikanischen Soldaten befreit.

Mit einem Handwagen kehrt er nach Neuwied zurück. Jetzt ist er erst recht ein eifriger Verkünder der Zeugen Jehovas. Er ist Mitbegründer der Versammlung der Zeugen Jehovas in Neuwied, ihr Gruppen- und Versammlungsleiter und maßgeblich beim Aufbau der Versammlungen in Koblenz, Andernach und Bendorf beteiligt. Friedel Kreier stirbt im Jahr 1971.