Stanislaw Studzinski

Als Zwangsarbeiter beim
„Kommando Rebstock“ an der Ahr

 

 

 

 

 

 

Stanislaw wird am 7. April 1912 in Lódz als Sohn von Feliks und Józefa Studzinski geboren. Nach dem Schulbesuch studiert er Elektroingenieurwesen und macht seinen Abschluss. Danach ist er als Elektroingenieur tätig.

1. September 1939 Hitler-Deutschland überfällt Polen und löst damit den Zweiten Weltkrieg aus. Schon bald wird Polen von den Deutschen besetzt und aufgeteilt. Polens Hauptstadt Warschau liegt am nordwestlichen Rand des von den Deutschen als „Nebenland“ bezeichneten sog. Generalgouvernements; es steht unter der Herrschaft des Generalgouverneurs Hans Frank.

Sommer 1942 Stanislaw Studzinski wohnt in Warschau.


1. August 1944 Die polnische „Heimatarmee“ (AK, Armia Krajowa) schlägt gegen die deutsche Besatzung los. Der Warschauer Aufstand beginnt.

8. August 1944 Im Zuge des Aufstandes wird Stanislaw auf der Straße von ukrainischen Soldaten der
Wlassow-Armee – einer Hilfstruppe der Deutschen – festgehalten. Er wird mit Bewohnern der umliegenden Häuser sistiert. Die Ukrainer durchsuchen sie nach Wertsachen und nehmen sie ihnen ab.
Man bringt die ca. 2.000 Menschen große Menge zu Fuß zum Westbahnhof. Dort werden sie in einen Güterzug verfrachtet und in das Durchgangslager Pruszków gebracht. Nach einer Selektion kommt Stanislaw „auf Transport“ in das Konzentrationslager Buchenwald.

September 1944 Die Lebensbedingungen dort sind für ihn sehr schlecht. Deshalb meldet er sich für ein Arbeitskommando, für das man Elektriker sucht.

Mehrere hundert Häftlinge, vor allem Polen, werden vom KZ Buchenwald mit dem Güterzug nach Dernau an die Ahr gebracht.

Dort ist inzwischen in mehreren unbenutzten Tunneln ein KZ-Außenlager („Kommando Rebstock“) eingerichtet. In einem Tunnel müssen die Häftlinge von morgens bis abends bei elektrischem Licht und Abgasen Anlagenteile verkabeln. Diese gehören – was sie nicht wissen – zu den Meillerwagen, mit denen die „Wunderwaffe“ Hitlers, die „Vergeltungswaffe“ 2 (V 2), in die Abschussposition gebracht wird. Die Nacht verbringen die Häftlinge in einem anderen Tunnel. Von und zur Arbeit werden sie von Wachpersonal geführt.

Im Lager werden sie mit Schlagstöcken und Fäusten zur Arbeit und zur „Disziplin“ angetrieben. Einmal, nach der Flucht eines Zigeuners, wird mit Studzinski und seiner Gruppe eine Scheinhinrichtung vorbereitet. Sie unterbleibt, als der Flüchtige gefasst ist.

Mitte Dezember 1944 Das KZ-Außenlager „Rebstock“ wird aufgelöst; die Häftlinge bringt man nach Artern in Thüringen.

Dort müssen sie die gleichen Arbeiten verrichten wie in Dernau. Im strengen Winter bekommen viele eine Lungenentzündung und es gibt zahlreiche Todesfälle.

Anfang April 1945 Das KZ-Außenlager Artern wird auch aufgelöst. Die Häftlinge werden in Güterwaggons gepfercht und in Richtung Theresienstadt gefahren. Wegen der Bombardements der Alliierten müssen sie zu Fuß weiter. Der „Todesmarsch“ beginnt. Wer nicht mehr weiter kann, wird erschossen und am Wegesrand liegen gelassen.

Ende April 1945 Teilweise geht es mit dem Güterzug weiter. Im tschechischen Lutomierz ist endlich Schluss. Studzinski liegt auf dem Boden eines Waggons, er ist am Ende seiner Kräfte. Tschechische Partisanen bringen ihn in ein Krankenhaus. Die Genesung ist langwierig.

1987 lebt er in Warschau und erzählt in einem strafrechtlichen Ermittlungsverfahren die Geschichte seiner Verfolgung. Stanislaw Studzinski stirbt am 27. Juli 2005.

 

 

 


 

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