Edward C.

„…weil er die ihm zugewiesenen Arbeiten
unsachgemäß ausgeführt und sich dem
Arbeitgeber gegenüber frech benommen hat.“
(Gestapo Koblenz)

 

 

 

 

 

Edward C. wird am 28. Februar 1923 in Hutkow im Kreis Zamosc im Distrikt Lublin im Osten der Republik Polen geboren. Die Region gehört nach dem Überfall Hitler-Deutschlands auf Polen und der Besetzung Polens zum „Generalgouvernement“ unter dem „Generalgouverneur“ Hans Frank.

März 1941 Generalgouverneur Frank informiert die SS-Führer über Hitlers Befehl, aus dem Generalgouvernement in 15 bis 20 Jahren ein „rein deutsches Land“ zu machen. Dabei soll der Kreis Zamosc der erste Musterbezirk „reichsdeutscher und volksdeutscher Wehrbauern“ – ein SS-Sonderlaboratorium – werden. Hierfür verschleppen die Deutschen die dort ansässigen Juden und dann auch ca. 110.000 Polen.
Vor diesem Hintergrund und angeblich „freiwillig“ meldet sich der gerade 18-jährige Edward zum Arbeitseinsatz im Deutschen Reich

22. März 1941 Man bringt ihn zu einem Bauern in Engers. Dort kommt es schnell zu Spannungen. Edward erbringt angeblich nur mäßige Arbeitsleistungen, verlangt aber einen höheren Lohn. Als er diesen nicht erhält, versucht Edward wohl durch „Bummelei“ freizukommen.
Er soll sich auch „staatsfeindlich“ äußern.

17. Juni 1941 Weil er „die ihm zugewiesenen Arbeiten unsachgemäß ausgeführt und sich dem Arbeitgeber gegenüber frech benommen hat“ (so die Geheime Staatspolizei – Gestapo – Koblenz) wird Edward festgenommen.
Edward kommt in Gestapohaft in Koblenz.

2. Juli 1941 Um ihn dazu zu bringen, künftig die Zwangsarbeit klaglos und „ordentlich“ zu verrichten, wird er zur „Arbeitserziehung“ für acht Wochen in das SS-Sonderlager/KZ Hinzert bei Hermeskeil im Hunsrück verschleppt.

28. August 1941 Nach acht Wochen „Arbeitserziehung“ wird Edward aus dem Lager Hinzert entlassen.
Zusammen mit anderen Häftlingen geht er auf Sammeltransport zurück zur Gestapo nach Koblenz.

1. September 1941 Das Arbeitsamt Neuwied schickt Edward zur weiteren Zwangsarbeit zu einem anderen Bauern nach Neuwied.
Auch dort bleibt für ihn die Situation unerträglich: die erzwungene, sehr harte Arbeit fern der Familie und der Heimat.

1. Mai 1942 Er wird erneut festgenommen. Man wirft ihm „Arbeitsbummelei“ vor.
Edward kommt wiederum in Haft bei der Gestapo Koblenz.
Die Gestapo Koblenz beantragt beim Reichssicherheitshauptamt (RSHA) in Berlin seine Einweisung in ein Konzentrations-lager.

Daraufhin ordnet das RSHA die Einweisung ins KZ an.

29. Juni 1942 Von Koblenz aus wird er in das Konzentrationslager Buchenwald bei Weimar verschleppt.

10. Juli 1942 Er wird dort „eingeliefert“ und erhält die Häftlingsnummer 3303.

8 Juli 1943 Zusammen mit 250 weiteren Häftlingen geht Edward „auf Transport“ ins Konzentrationslager Sachsenhausen bei Berlin.

10. Juli 1943 Dort trifft er alsbald ein. Dann verliert sich die Spur von Edward C.