Kinder, Jugendliche und Jugendführer als „Opfer des Nationalsozialismus aus Koblenz und Umgebung“

Kurze Einführung in diese Ausstellung

Die Ausstellung von Martin Guse „Wir hatten noch gar nicht angefangen zu leben“ über Jugend im Nationalsozialismus sowie über die Jugend-Konzentrationslager Moringen und Uckermark war für Joachim Hennig Anstoß, ihr einen regionalen Teil hinzu zu fügen. Er hat 14 Lebensbilder von Kindern, Jugendlichen und Jugendführern aus Koblenz und Umgebung erstellt, die während der Zeit des Nationalsozialismus drangsaliert und verfolgt wurden. Der Anlass für die Nazis, sie zu verfolgen, war vielfältig: Teils war es ihre tatsächliche oder vermutete politische Gesinnung oder ihr christlicher Glaube, teils ihre andere „Rasse“, manchmal ihre Nonkonformität, ihr resistentes, widerständisches Verhalten, ihre Arbeitsverweigerung oder ganz generell ihr Anderssein.
Biografiert werden die Koblenzer Sinti Daweli Reinhardt und Michael Böhmer, das jüdische Mädchen Hannelore Hermann aus Koblenz und die jüdischen Jungen Willy und Horst Strauß aus Bad Ems, der Mendiger Willi Lohner und der Krufter Hans-Clemens Weiler und ihre „Michaeltruppe“, der Andernacher Edgar Lohner, der Lahnsteiner Hans Blumensatt und seine „Wilde Clique“, der psychisch Kranke Alois G. aus Koblenz, die jungen Frauen Gertrud Roos aus Bendorf, Maria K. aus der Nähe von Ahrweiler und die Ukrainerin Warwara T. aus Koblenz sowie die katholischen Jugendführer Alfons Brands und Hans Renner und der Bundesführer des Nerother Wandervogel Robert Oelbermann.
Hier noch einige Stichworte zu den Porträtierten:

1. Daweli Reinhardt.
1932 in Wiesbaden geborener Sinto. Lebt seit 1933 in Koblenz. Wurde als 11-Jähriger mit seiner Familie (Eltern und mehreren Geschwistern) im Jahre 1943 von Koblenz aus ins „Zigeunerlager“ des KZ Auschwitz-Birkenau verschleppt. Hat überlebt. Nach der Befreiung war er zunächst Artist, später Musiker in Koblenz. Mitbegründer des Schnuckenack-Reinhardt-Quintett. Lebt heute noch mit seiner Familie in Koblenz. Oberhaupt der Familie Reinhardt, seit Jahren haben sich auch seine Söhne Mike, Moro, Django, Sascha und Bawo einen Namen als Musiker gemacht.

2. Michael Böhmer
geb. Reinhardt. Entfernterer Verwandter von Daweli Reinhardt. 1930 in Morbach auf dem Hunsrück geboren. Kam mit seinen Eltern und Geschwistern ca. 1938 nach Koblenz. Wurde als 10-Jähriger im Mai 1940 mit seiner Familie von Koblenz aus in das damals von Deutschland besetzte Polen (Generalgouvernement) verschleppt. Die Familie lebte in einem Judenghetto und erlebte den Tod tagtäglich. Zwei seiner Geschwister sind dort an Typhus gestorben. Er selbst musste mit seinem Vater als 10-Jähriger schwere Arbeit in einem Kalksteinbruch verrichten. Nach der Befreiung durch die Sowjetarmee ist er nach Koblenz zurückgekehrt. Lebt jetzt seit vielen Jahren schwerkrank in Darmstadt.

3. Hannelore Hermann

1928 geborenes „Nesthäkchen“ der jüdischen Familie Hermann aus Koblenz. Sie verlebt hier schöne und unbeschwerte Jahre der Kindheit, bis die Nürnberger Rassengesetze (1935) Diskriminierung, Elend, Verfolgung und Tod für sie und die Familie bringen. Während ihr Bruder Kurt Ende 1935 noch nach Palästina auswandern kann, bleiben ihre Eltern und sie in Deutschland. Sie sind hier verwurzelt und können sich nicht für ein bestimmtes Zufluchtsland entscheiden. Schließlich kann nur Hannelores ältester Bruder Hans noch ausreisen, ihre Eltern und sie müssen in Nazi-Deutschland bleiben. Alle drei werden bei der 1. Deportation von Koblenz aus in den Osten, nach Izbiza in Polen verschleppt. Von dort kommen sie aller Wahrscheinlichkeit nach ins Vernichtungslager Sobibor und werden dort vergast.

4.Willy und Horst Strauß.
Die beiden 1929 und 1931 in Bad Ems geborenen Jungen sind Kinder eines jüdischen Metzgers und Kaufmanns und einer „arischen“ Mutter. Ihr Vater wird 1938 in ein Konzentrationslager verschleppt und ist bis zum Kriegsende verschwunden. Ihre Mutter schlägt sich und die beiden (sowie einen dritten 1935 geborenen Sohn) schlecht und recht mit einfachen Arbeiten durch. Ihre Mutter hilft ihr dabei noch. Dabei kommt die Sorge um die Kinder etwas kurz bzw. die Schule und Behörden meinen das. Jedenfalls kommen Willy und Horst in Fürsorgeerziehung. Man bringt sie in die Anstalt Kalmenhof bei Idstein. Sie leben bei einer Pflegefamilie und es geht ihnen relativ gut. Da kommt der Befehl zu einer groß angelegten Aktion gegen „halbjüdische“ Kinder. Daraufhin werden Willy und Horst in die Tötungsanstalt Hadamar bei Limburg verschleppt. Im September 1943, innerhalb von Wochen, sind sie durch schlechte Behandlung und die gezielte Verabreichung tödlicher Medikamente gestorben.

5. Alois G.

Der 1923 in Koblenz geborene Alois G. lebt, weil er psychisch krank ist, seit einiger Zeit in der Anstalt Scheuern bei Nassau an der Lahn. 1940, mit 17 Jahren, wird er für den Reichsarbeitsdienst (RAD) gemustert. Wegen seiner Krankheit wird er für nicht dienstfähig angesehen. Daraufhin gerät er schnell in die Tötungsmaschinerie der so genannten T-4-Aktion. Von Scheuern aus wird er mit einem grauen Bus in die Tötungsanstalt Hadamar bei Limburg verbracht und dort noch am selben Tag mit Gas ermordet. Seine Mutter wollte ihn noch in Scheuern besuchen. Sie wird hingehalten und kommt zu spät. Sie kann nur noch Alois G.s Habseligkeiten aus Scheuern abholen.

6.Willi Lohner, Hans-Clemens Weiler und die Michaeltruppe.

Willi Lohner und Hans-Clemens Weiler gründen Ende 1942 eine große Gruppe mit Jugendlichen aus Kruft und Umgebung. Sie nennen sich „Michaeltruppe“ und sind teilweise sehr militant. Sie spionieren auf dem Niedermendiger Flughafen und Waffenlager aus. Willi Lohner legt sogar ein Waffenversteck an. Im August 1943 werden die Oberschüler des Andernacher Gymnasiums entdeckt und von der Gestapo festgenommen. Sie kommen in „Schutzhaft“, u.a. auch auf der Burg Stahleck oberhalb von Bacharach. Von dort bringt man sie ins Jugend-KZ Moringen. Sie müssen hart arbeiten, Hans-Clemens wird schwerkrank, beide überleben aber. Während Hans-Clemens unter den Folgen der KZ-Haft sehr leiden muss und 1974 stirbt, macht Willi Lohner nach dem Krieg das Abitur nach, wird Schauspieler und gründet das Tourneetheater „Wilhelm Lohner Ensemble“. Er ist heute noch aktiv und lebt seit Jahrzehnten in Hamburg.

7.Hans Blumensatt und die „Wilde Clique“.

Der im Jahre 1922 geborene Hans Blumensatt kommt – wie man so sagt – aus gutem Haus. Sein Vater ist Direktor der Main-Kraftwerke in Oberlahnstein. Hans besucht in Oberlahnstein die Schulen, aber mit mäßigem Erfolg. Schließlich kommt er auf die private Oberschule in St. Goarshausen. Er ist in der Hitler-Jugend, macht aber auch da nicht richtig mit. Der ganze Drill ist ihm zuwider. Viel lieber hört er ausländische Musik, die verbotene „Negermusik“. Bald hat er den Ruf eines „Tangojünglings“ weg. Mit vier Gleichaltrigen macht er im Winter 1940 nachts Oberlahnstein unsicher. Die Aushängekästen der HJ und des BDM, des „Schwarzen Korps“ und anderer Einrichtungen der Nazis werden demoliert, die Scheiben des HJ-Heims eingeschlagen und vor dem Haus des Kreisleiters gibt es Randale. Die „Wilde Clique“ wird entdeckt und ihren Mitglieder wird vor dem Sondergericht Frankfurt/Main der Prozess gemacht. Hans Blumensatt wird zu drei Jahren Gefängnis verurteilt. Aus der Haft wird er zur deutschen Wehrmacht eingezogen und fällt vermutlich im März 1945.

8.Edgar Lohner.

Der 1919 in Andernach geborene Edgar Lohner stammt aus einem gut katholischen Elternhaus. 1930 zieht die Familie nach Bonn. Dort schließt sich Edgar der katholischen Jugend an und besucht das Gymnasium. Notgedrungen tritt er in die HJ ein, sucht aber anderen Kontakt. Er findet ihn bei Gleichgesinnten. Mit ihnen geht er nach Art der Bündischen Jugend auf Fahrt, zeltet, singt zur Gitarre, sie halten Heimabende ab. Dreimal fährt er mit Freunden nach Frankreich. Dort lernt er den emigrierten Jugendführer K.O. Paetel und auch ein jüdisches Mädchen kennen. Mit ihr freundet er sich an. Bald nach dem Abitur wird er verhaftet. Man macht ihm in Koblenz den Prozess wegen „Rassenschande“ und beim Volksgerichtshof in Berlin wegen Hochverrats. Er wird zu einer mehrjährigen Zuchthausstrafe verurteilt. Aus dem Zuchthaus wird er dem Bewährungsbataillon 999 überstellt. Edgar gerät in amerikanische Gefangenschaft, studiert später in Bonn und promoviert. Er geht in die USA und schlägt dort eine Hochschulkarriere ein. 1973 kehrt er als Professor für vergleichende Literaturwissenschaften an die Universität Mainz zurück. 1975 stirbt Edgar Lohner.

9. Hans Renner (geb. 1912)

ist ein echter Koblenzer „Schängel“ und „Erzkastorianer“. Nach einer schweren Kindheit (seine Mutter stirbt früh bei der Geburt des jüngeren Schwesterchens während der Vater Soldat im Ersten Weltkrieg ist, er kommt mit seinem älteren Bruder zu seinen Großeltern nach Plaidt, als auch sie streben bringt der Vater sie in einem Koblenzer Waisenhaus unter, auch das Schwesterchen stirbt bald) wird Hans Renner in der Nagelsgasse bei seinem Vater groß, der inzwischen wieder geheiratet hat. Hans besucht die Kastorschule und beginnt bei einem Rechtsanwalt eine Lehre. Er hätte gern die Oberschule besucht, aber die finanziellen und familiären Verhältnisse lassen das nicht. Er ist in der katholischen Jugendbewegung und Führer der Koblenzer „Sturmschar“. Bald arbeitet er sich hoch, wird 1933 Bürovorsteher eines Rechtsanwalts in Koblenz. 1935 macht er seine Neigung zum Beruf und wird Diözesanwart der „Sturmschar“ in Trier. Nach der bekannten „Romfahrt“ der Sturmschar Ostern 1935 nimmt ihn die Gestapo in mehrmonatige “Schutzhaft”. Überraschend kommt er wieder frei. Er arbeitet weiter, bis Ende 1937 die katholische Jugend in Trier verboten wird. Hans findet Arbeit in einer Firma in Speicher. Er hilft sie mit aufbauen und bleibt ihr 40 Jahre treu. Auch ist er viele Jahre kommunalpolitisch aktiv. Bis ins Alter ist er begeisterter Bergsteiger. Bis zuletzt hat er mit seiner Frau als rüstiger Rentner in Speicher/ Eifel gelebt.Im Jahr 2005 ist Hans Renner gestorben.

10. Alfons Brands.

Ebenfalls ein „Schängel“ ist der 1902 in Koblenz geborene Alfons Brands. Nach seiner Schulzeit in Koblenz studiert er in Trier und Innsbruck, wird in Trier zum Priester geweiht. Einige Jahre ist er Kaplan im damaligen Saargebiet. Dann wird er als „Reichskaplan“ der „Sturmschar“ entdeckt. Seine Arbeit in der Zentrale in Düsseldorf wird gefährdet, als zahlreiche ihrer Mitglieder in einem Aufsehen erregenden Verfahren in Haft kommen und später zu Freiheitsstrafen bis zu elf Jahren verurteilt werden. In dieser Zeit hält er die Arbeit in der Zentrale aufrecht. Auch danach engagiert er sich weiter, wird öfter festgenommen, verhört und dann wieder freigelassen. Er erhält Redeverbot und wird mit einem Strafprozess wegen „Heimtücke“ überzogen, kommt aber aufgrund einer Amnestie frei. Daraufhin wird er Seelsorger in Neuwied und gründet dort während des Krieges illegale Jugendgruppen, die „Alfons-Brands-Jugend“. Nach dem Krieg ist er Seelsorger im Raum Koblenz und in St. Kastor in Koblenz. Er wird erster Regionaldekan. Alfons Brands stirbt 1982 in Andernach.

11. Robert Oelbermann.
Robert und sein Zwillingsbruder Karl (beide 1896 in Bonn-Lennep geboren) schließen sich schon bald der Wandervogel-bewegung an. Silvester 1919/20 gründen sie mit Gleichgesinnten auf dem Nerother Kopf bei Gerolstein in der Eifel den Nerother Wandervogel. Sie und ihre Bewegung sind ein wichtiger Bestandteil der „Bündischen Jugend“. Geradezu berühmt werden sie durch ihre Großfahrten, die sie bis nach Südamerika, Japan und China führen und über die sie dann nach ihrer Rückkehr in Deutschland berichten. Ihr Stammsitz ist die Burgruine Waldeck im Baybachtal im Hunsrück, die sie nach und nach ausbauen. Obwohl die Nerother durchaus national gesinnt sind und die „Nationale Revolution“ der Nazis begrüßen, werden sie gezwungen, den Bund aufzulösen und sich der Hitler-Jugend anzuschließen. Die Nazis dulden keine so fest gefügte „Konkurrenzorganisation“ zu ihrer HJ, außerdem sind die Liegenschaften der Nerother, insbesondere die Burg Waldeck, den Nazis ein Dorn im Auge. Als die Nerother sich neu zu organisieren versuchen, werden sie förmlich verboten. Gegen Robert Oelbermann (sein Bruder Karl ist auf Großfahrt in Afrika) inszenieren die Nazis einen Strafprozess wegen angeblicher Homosexualität, mit ihm soll Robert wider besseres Wissen mundtot gemacht werden. Nach Verbüßung der 18-monatigen Haft kommt Robert nicht frei, sondern wird ins KZ Sachsenhausen verschleppt. Später bringt man ihn ins KZ Mauthausen und dann ins KZ Dachau. Dort stirbt er 1941 völlig geschwächt.

12.Warwara T.

Die 1920 in der Nähe von Charkow in der Ukraine geborene Warwara T, steht für hunderte von jungen polnischen, russischen und ukrainischen Frauen und Mädchen, die als (Zwangs-)Arbeiterinnen hier arbeiten mussten und deren Leibesfrucht abgetrieben wurde, wenn sie schwanger waren. Hitler-Deutschland wollte nur ihre Arbeitskraft ausbeuten, kümmerte sich sehr mangelhaft um sie und duldete es nicht, dass sie ein Kind austrugen. Die Beschäftigungsstelle meldete beim Arbeitsamt die Schwangerschaft und daraufhin wurde die Abtreibung angeordnet. Allein hunderte von Abtreibungen wurden im Städtischen Krankenhaus Kemperhof in Koblenz ausgeführt. So auch diese von Warwara T. Man ließ ihr gerade eine Woche Zeit zur stationären Aufnahme im Krankenhaus, dann meldete man sie als „geheilt entlassen“ wieder zur weiteren Arbeitsaufnahme dem Arbeitsamt.

13. Maria K.
Die 1922 in der Nähe von Ahrweiler geborene Maria K.ist keine gute Schülerin. Als sie aus der Schule entlassen wird, stellt das Gesundheitsamt gleich beim Erbgesundheitsgericht in Koblenz einen Antrag auf zwangsweise Sterilisation. Die Diagnose lautet: angeborener Schwachsinn. Doch Maria K. hat Glück. Ihr früherer Lehrer und der Bürgermeister des Ortes setzen sich für sie ein und meinen, dass sie nunmehr Arbeit gefunden habe und dort zu recht komme. Damit ruht das Verfahren mehrere Jahre. Auf einmal, im Jahre 1943, meldet sich das Gesundheitsamt wieder und behauptet, sie sei eine Infektionsquelle für Geschlechtskrankheiten, weil sie offenbar wechselnden Geschlechtsverkehr pflege. Als Maria K. dann auch noch in einer Lackfabrik dienstverpflichtet wird und der Arbeit vorübergehend fern bleibt, überschlagen sich die Ereignisse. Sie kommt wegen „Arbeitsverweigerung“ ins Gefängnis nach Koblenz. Und das Erbgesundheitsgericht Koblenz verfügt ihre Zwangssterilisation. Da Maria K. schwanger ist, kann sie nicht sterilisiert werden. Aus dem Gefängnis in Koblenz wird sie ins Frauen-KZ Ravensbrück verschleppt. Nachdem dort der Fötus abgetrieben wurde, kommt sie aus dem KZ nach Koblenz zurück. Nun wird sie hier in Koblenz in Ausführung des Gerichtsbeschlusses zwangsweise sterilisiert. Danach wird sie erneut ins KZ überführt. Ein Jahr später wird sie im KZ befreit.

14. Gertrud Roos.

Gertrud Roos ist eine Bendorferin, sie ist dort geboren, hat dort die allermeiste Zeit ihres Lebens gewohnt und lebt auch heute im Alter von mehr als 80 Jahren in Bendorf. Ein drei Viertel Jahr ihres Lebens war sie nicht in Bendorf. Im September 1944 wird sie als 19-Jährige von einer Freundin denunziert, weil sie ausländische Nachrichtensender gehört hat. Gertrud Roos nimmt die Gestapo in „Schutzhaft“, erst im Gefängnis in Bendorf, dann ist sie in Koblenz und muss bei den “Vereinigten Weingutsbesitzern“ in der Hohenzollernstraße zwangsweise im Keller arbeiten. Den Verhören hält sie aber stand und auch ihre Schwester unterstützt sie, so dass man ihr nicht das Hören des Senders (worauf hohe Gefängnisstrafen stehen) sondern nur das Verbreiten von Nachrichten nachweisen kann. Deshalb kommt sie im November 1944 von Koblenz aus „auf Transport“ ins Frauen-KZ Ravensbrück. Dort muss sie in einem Rüstungsbetrieb Munition herstellen. Schließlich wird sie von der Sowjetarmee befreit, muss aber noch Angst und Schrecken und eine Schussverletzung am Bein erleiden. Nach Bendorf zurückgekehrt, wollte keiner von ihrem Schicksal mehr etwas wissen.


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