Informationen 2013

Erzählcafé zu Hugo Salzmann am 20. März 2013 mit Julianna Salzmann, Joachim Hennig und einer kleinen Skulpturen-Ausstellung.

Am 20. März 2013 schildert anhand zahlreicher historischer und privater Fotos Julianna Salzmann zusammen mit Joachim Hennig das Leben und Wirken ihres Vaters Hugo Salzmann. Der Titel lautet: "Porträt eines Kreuznachers. Der Kommunist Hugo Salzmann." Die Veranstaltung findet statt am Mittwoch, dem 20. März 2013, um 19.00 Uhr im Schloßparkmuseum, Jagdzimmer. Veranstalter ist die Stiftung Haus der Stadtgeschichte Bad Kreuznach.

 

Am 20. März 2013 berichtet Hugos Salzmanns Tochter Julianna Salzmann zusammen mit dem Autor Joachim Hennig über ihren Vater, den Kreuznacher Kommunisten, Gewerkschafter, Kommunalpolitiker und Künstler Hugo Salzmann. Beide haben vor kurzem seine Lebensgeschichte sehr umfangreich aufgearbeitet und dargestellt und präsentieren sie nun in einem Gespräch mit einer Powerpoint-Präsentation.

 

Konkreter Anlass hierfür sind zwei ganz unterschiedliche Jahrestage: Vor 80 Jahren, kurz nach der Machtübernahme der Nazis am 30. Januar 1933, begannen die Verfolgungen der Kommunisten und Gewerkschafter. Einer der meistgesuchten in Bad Kreuznach und Umgebung war Hugo Salzmann. Für sein Ergreifen „tot oder lebendig“ hatten sie ein Kopfgeld von 800 Reichsmark ausgesetzt. Nur unter Lebensgefahr konnte er untertauchen und ins Exil fliehen. Der zweite aktuelle Anlass ist, dass Hugo Salzmann am 4. Februar 1903 geboren wurde, er wäre also im letzten Monat 110 Jahre alt geworden. Bis auf die Zeit seiner mehr als 12 Jahre langen Verfolgung und des Exils lebte und wirkte er in Bad Kreuznach. In seiner Heimatstadt starb er am 14. Oktober 1979.

In diesen 76 Jahren erlebte und durchlitt er vier Epochen der jüngsten deutschen Geschichte: Das ausgehende Kaiserreich, zuletzt als Metalldreher-Lehrling und Jung-Gewerkschafter, dann die Weimarer Republik als Jungkommunist, Betriebsratsvorsitzender, KPD-Stadtverordneter und Reichstagskandidat, dann den Nationalsozialismus als politischer Flüchtling, Emigrant in Paris, Mitglied der dortigen Emi-Leitung, Inhaftierter im Konzentrationslager Le Vernet, Gestapohäftling und vom Volksgerichtshof wegen Hochverrats zu acht Jahren Zuchthaus Verurteilter, dann die Nachkriegszeit zunächst als „Mann der ersten Stunde“ in Politik, Gewerkschaft und Gesellschaft in Bad Kreuznach, und dann schließlich die weiteren Jahre, in denen er durch das KPD-Verbot des Bundesverfassungsgerichts 1956 seiner politischen Heimat und Betätigung beraubt, „nur“ noch als Gewerkschaftssekretär und „Hobbykünstler“ aktiv war.

Neben diesem „öffentlichen“ Hugo Salzmann gab es den Privatmann, den Genossen, den Kameraden, den Ehemann und den Vater Hugo Salzmann. Salzmann war dreimal verheiratet. Die erste Ehe mit Änne Buchert Ende der 1920er war ein Irrtum. Sie ging schon nach wenigen Monaten in die Brüche. Die zweite Ehe mit Julianna Sternad ging er im Jahr 1932 ein. Sie war geprägt von Flucht, Exil und Verfolgung. Praktisch die Hälfte der Ehezeit lebten die beiden getrennt – in Konzentrationslagern, Gefängnissen und im Zuchthaus. Am 6. Dezember 1944 starb Julianna im Frauen- Konzentrationslager Ravensbrück, während ihr Mann Hugo im Zuchthaus von Butzbach seine mehrjährige Haftstrafe verbüßte. Aus dieser 2. Ehe stammt der heute 80-jährige Sohn Hugo, der seit Jahrzehnten mit seiner Familie in der Heimat seiner Mutter in Graz/Österreich lebt. Nach dem Krieg ging Hugo Salzmann die dritte Ehe mit Maria Schneider ein. Aus dieser Ehe ging Frau Julianna Salzmann hervor, sie erhielt den Vornamen der zweiten Frau ihres Vaters, Julianna.

Über dieses sehr bewegte und bewegende Leben ihres Vaters wird Julianna Salzmann zusammen mit dem Autor Joachim Hennig im Gespräch einen vertiefenden Einblick geben. Außerdem wird sie in einer kleinen Ausstellung einige Schnitzarbeiten ihres Vaters, die Jahrzehntelang nicht mehr in Bad Kreuznach gezeigt wurden, präsentieren.

 


 

 

Die Würde des Menschen ist unantastbar

Samstag, 13. März 1943: 149 Sinti - Kinder, Frauen und Männer - werden vom Hauptbahnhof Koblenz aus in das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau deportiert.

Aus Anlass des 70. Jahrestages der Deportation der Koblenzer Sinti standen die Sinti und Roma im Mittelpunkt der Veranstaltungen zum Holocaust-Gedenktag am 27. Januar.

Im Rathaus zeigte der Förderverein Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus in Koblenz die Ausstellung „Die Überlebenden sind die Ausnahme - der Völkermord an Sinti und Roma“.

Diese Ausstellung besuchten wir, die Klasse 10a, mit unseren Lehrerinnen Frau Bock und Frau Schwamm am 25. Januar 2013. Herr Joachim Hennig, stellvertretender Vorsitzender des Fördervereins Mahnmal, informierte uns im Rathaussaal zunächst über die Geschichte der Sinti und Roma und berichtete dann über die Diskriminierung, Entrechtung, Verfolgung und Ermordung der „Zigeuner“durch die Nationalsozialisten. Ein Schwerpunkt seines Referats war die Verfolgung der Koblenzer Musikerfamilie Reinhardt.

 

Daweli Reinhardt war erst 10 Jahre alt, als er am 13. März 1943 mit seiner gesamten Familie nach Auschwitz deportiert wurde. Viele seiner Angehörigen wurden ermordet. Er war einer der wenigen Sinti, die die Torturen des KZ überlebten . Mit 13 Jahren kehrte er mit seinem Bruder an der Hand nach Koblenz zurück.

 

Über sein Leben hat er zusammen mit Joachim Hennig ein berührendes Buch geschrieben, aus dem wir einige Textauszüge lasen. Das Buch heißt „Hundert Jahre Musik der Reinhardts - Daweli erzählt sein Leben.“

 

Historiker schätzen, dass circa 100 000 Sinti und Roma aus rassistischen Gründen von den Nationalsozialisten ermordet wurden, die Sinti und Roma selbst gehen von etwa 500 000 Menschen aus.

Nach dem Einführungsvortrag von Herrn Hennig und der Beantwortung unserer Fragen besuchten wir in zwei Gruppen die Ausstellung und beantworteten die Fragen auf unseren Arbeitsblättern.

Wir haben an diesem Vormittag auf anschauliche Weise viele interessante Fakten über die Zeit des „Dritten Reiches“ in Koblenz gelernt und kehrten nachdenklich in unsere Schule zurück.

 

Felix Egeri, Klasse 10a, und Gabriele Bock

 


„Kirchlicher Widerstand während der NS-Diktatur in unserer Region“

 

Welche Rolle spielten die christlichen Kirchen unserer Region in der Zeit der NS-Diktatur? Welche Zeugnisse des Widerstands, des Eintretens gegen Verfolgung und Unmenschlichkeit und der Opferbereitschaft gab es in Gemeinden und kirchlichen Einrichtungen beider Konfessionen im Gebiet des heutigen nördlichen Rheinland-Pfalz?

 

Ökumenischer Vortrags- und Diskussionsabend

 

Mittwoch, 20. Februar 2013

 

um 19.30 Uhr im Ev. Paul-Gerhardt-Haus,

 

Poststrasse 53 in Mülheim-Kärlich.

 

Referent: Joachim Hennig

 

Herr Hennig ist Richter am Oberverwaltungsgericht, stellvertretender Vorsitzender des Fördervereins Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus in Koblenzund durch zahlreiche Veröffentlichungen und Veranstaltungen aus dem Themenkreis „Verfolgung und Widerstand im 3. Reich im Gebiet des heutigen Rheinland-Pfalz“ hervorgetreten. Für sein vielfältiges Wirken in der NS-Gedenkarbeit in Koblenz und ganz Rheinland-Pfalz wurde er im Jahre 2008 mit dem Kulturpreis der Stadt Koblenz ausgezeichnet.

Nach einer allgemeinen Einführung in die Rolle der christlichen Kirchen im „3. Reich“ und in die Kirchenpolitik des NS-Regimes wird Joachim Hennig Widerstand und Verfolgung im kirchlichen Bereich in unserer Region anhand von „Lebensbildern“ (Kurzbiographien) betroffener Persönlichkeiten beider christlicher Konfessionen darstellen. Im Anschluss an seinen Vortrag wird Gelegenheit zur Diskussion und gegenseitigem Austausch bestehen.

In einer begleitenden Ausstellung im Ev. Paul- Gerhardt-Haus in der Zeitvom 20. Februar bis 2. März 2013 informieren wir über die Schicksale von Persönlichkeiten des kirchlichen Widerstands auch auf Infotafeln

 

Update: Hier eine kleine Bilderstrecke vom Vortrag:

 


 

„Wir haben Gottes Spuren festgestellt“

 

Eine meditative und bewegende Darbietung einer Jugendgruppe aus Koblenz-Güls zur Erinnerungen an Pfarrer Paul Schneider (1934–1939: Pfarrer von Dickenschied und Womrath im Hunsrück)

Samstag, 2. März 2013

 

von 18.00 – 19:00 Uhr in der Pfarrkirche St. Martin,

 

Bassenheim

 

Lassen wir uns berühren von Texten, Briefen und Liedern, die uns das Leben und das Wirken von Paul Schneider, dem Prediger von Buchenwald, skizzieren.

 

Ausschuss für Erwachsenenbildung und Ökumene der Ev. Kirchengemeinde Urmitz-Mülheim in Zusammenarbeit mit den Kath. Pfarreien in Mülheim-Kärlich und Bassenheim

 



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