Informationen 2015

Presseerklärung des Fördervereins zu den Veranstaltungen am 27. Januar 2015
 
Wie seit einigen Jahren gibt der Förderverein Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus in Koblenz e.V. auch zum diesjährigen internationalen Gedenktag am 27. Januar eine Presseerklärung heraus. In ihr werden die Veranstaltungen in Koblenz vorgestellt: Der Verein zeigt wiederum eine selbst erarbeitete Ausstellung mit NS-Opfern aus Koblenz und Umgebung, deren Verfolgung, die in Koblenz begonnen hatte, in den KZs von Auschwitz und in anderen Lagern „im Osten“ ihr oft mörderisches Ende gefunden hat. Die Eröffnung der Ausstellung findet am Montag, dem 27. Januar, in der CityKirche  statt; sie ist dann dort bis zum 11. Februar 2015 zu sehen. Am Gedenktatg selbst gibt es eine Statio am Mahnmal auf dem Reichensperger Platz und eine Gedenkstunde in der CityKirche. Am Montag, dem 9. Februar 2015, präsentiert der Förderverein die Aufzeichnung eines Zeitzeugengesprächs mit dem im letzten Jahr verstorbenen Auschwitz-Überlebenden Heinz Kahn. Näheres entnehmen Sie bitte der Presseerklärung:

 

Presseerklärung des Fördervereins Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus in Koblenz e.V.
zu den Veranstaltungen zum Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar 2015

 

Am 27. Januar 2015 jährt sich zum 70. Mal die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz. Dieser Tag wurde im Jahr 1996 – 50 Jahre danach -  auf Initiative des damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus erklärt. Zehn Jahre später hat die Generalversammlung der Vereinten Nationen diesen Tag zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust proklamiert.

Seitdem ist der 27. Januar eines jeden Jahres zwar kein offizieller „Feiertag“, aber ein Gedenktag, an dem die öffentlichen Gebäude beflaggt sein und an dem Gedenkveranstaltungen stattfinden sollen. Vorbildlich sind die Parlamente. Der deutsche Bundestag gedenkt jedes Jahr in einer Sondersitzung dieses Ereignisses. Und auch der Landtag von Rheinland-Pfalz kommt allein aus diesem Anlass zu einer Sondersitzung zusammen. In deren Mittelpunkt stand und steht auch 2015 ein ehemaliges Opfer des Nationalsozialismus als Zeitzeuge.

 

Auschwitz ist das Synonym für den Massenmord der Nazis an den europäischen Juden. Dieser Name und Begriff ist Ausdruck des Rassenwahns und das Kainsmal der deutschen Geschichte. An diesem Tag wird in besonderer Weise der Opfer des nationalsozialistischen Rassenwahns und Völkermordes und der Millionen Menschen, die durch das nationalsozialistische Regime entrechtet, verfolgt, gequält und ermordet wurden, gedacht. Das geschieht, weil die Erinnerung nicht enden darf, sie auch künftige Generationen zur Wachsamkeit und Toleranz mahnen soll.

 

Den Opfern dieser Menschheitsverbrechen wird auch in Koblenz gedacht. Federführend ist der Förderverein Mahnmal Koblenz, zusammen mit der Christlich-Jüdischen Gesellschaft für Brüderlichkeit und der Stadt Koblenz.

 

Die Veranstaltungen 2015 erinnern aus Anlass der 70. Wiederkehr der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz an Opfer aus Koblenz und Umgebung, die Verfolgung in den Konzentrationslagern von Auschwitz oder in anderen Konzentrations- und Vernichtungslagern „im Osten“ erlitten haben.

 

Diesen Opfern ist die vom Förderverein Mahnmal Koblenz selbst erarbeitete Ausstellung „’Es war eine Fahrt durch die Hölle.’ Vor 70 Jahren: Befreiung des KZ Auschwitz“ gewidmet.   Das Motto der Ausstellung ist den Erinnerungen der Koblenzer Jüdin Eva Salier entnommen. Sie überlebte die „Hölle von Auschwitz“, während ihre Mutter und Großmutter umgebracht wurden. Auf 20 Personentafeln gibt der Verein den Opfern ihren Namen zurück und stellt ihr Schicksal dar. Porträtiert werden jüdische Opfer, Sinti, Zeugen Jehovas, Zwangsarbeiter und eine evangelische Pfarrerstochter. Die Ausstellung wird am Montag, dem 26. Januar 2015, um 18.30 Uhr in der CityKirche am Jesuitenplatz in der Altstadt eröffnet. Sie ist dort dann bis Mittwoch, dem 11. Februar 2015, von 7.30 Uhr bis 19.00 Uhr (außerhalb der Gottesdienste) zu sehen.

 

Am 27. Januar 2015 selbst findet die Gedenkstunde der Stadt Koblenz statt. Sie beginnt um 17.30 Uhr mit einer Statio am Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus in Koblenz auf dem Reichensperger Platz unter Mitwirkung von Oberbürgermeister Prof. Dr. Hofmann-Göttig und Schülerinnen und Schülern der Diesterweg- und Hans-Zulliger-Schule. Sie wird  gegen 18.00 Uhr fortgesetzt in der CityKirche mit Ansprachen des Oberbürgermeisters und des Vorsitzenden des Fördervereins Mahnmal Koblenz, einem Beitrag von Schülerinnen und dem Christlich-Jüdischen Gebet. Anschließend ist Gelegenheit, die Ausstellung zu besichtigen.

 

Im Beiprogramm zur Ausstellung zeigt der Förderverein Mahnmal Koblenz am Montag, dem 9. Februar 2015, um 19.00 in der CityKirche einen Film mit dem im letzten Jahr verstorbenen langjährigen Vorsitzenden der Jüdischen Kultusgemeinde Koblenz Dr. Heinz Kahn. Heinz Kahn war der einzige seiner Familie, der das Vernichtungslager Auschwitz überlebt hat. Seine Lebensgeschichte ist ein wichtiges Dokument des Lebens und Überlebens von Juden aus unserer Region.

 

Zu allen Veranstaltungen, deren Besuch kostenlos ist, sind alle Interessierten herzlich eingeladen.

 

In der Ausstellung des Fördervereins Mahnmal Koblenz werden porträtiert:

 

Eva Salier, geb. Hellendag  - Jüdisches Mädchen aus Koblenz-Horchheim

 

Heinz Kahn - Jüdischer junger Mann aus Trier, lebte Jahrzehnte lang in Polch

 

Daweli Reinhardt - Sinto-Kind aus Koblenz

 

Juristenfamilie Brasch - Jüdische Rechtsanwälte aus Mayen/Koblenz

 

Auguste Schneider - Zeugin Jehovas aus Bad Kreuznach

 

Hannelore Hermann - Jüdisches Mädchen aus Koblenz

 

Jakob van Hoddis - Hans Davidsohn, jüdischer Dichter, war in der Israelitischen Heil- und Pflegeanstalt Bendorf-Sayn

 

Elisabeth Müller - Pfarrerstochter aus Winningen

 

Familie Hugo Bernd - Jüdische Arztfamilie aus Koblenz

 

Familie Hugo W. - Sinti-Familie vom Hunsrück

 

Eheleute Isidor und Erna Treidel - Jüdischer Rechtsanwalt und seine Frau aus Mayen/Koblenz

 

Familie Karl Reinhardt - Sinti-Familie aus Koblenz

 

Familie Isaak Hein  - Jüdische Familie aus Cochem

 

Lydia Gritzenko - Zwangsarbeiterin, lebte in Koblenz

 

Addie Bernd - Jüdischer junger Mann aus Koblenz

 

Familie Arthur Salomon - Jüdischer Rechtsanwalt und seine Familie aus Koblenz

 

Luise Thomas und ihre Töchter Anna und Ruth - Zeuginnen Jehovas aus Kirn/Nahe

 

Georg Krämer - Jüdischer Staatsanwalt aus Koblenz -

 

Julius und Hermann Baruch - Jüdische Ausnahmesportler aus Bad Kreuznach

 

Geschwister Appel - Drei jüdische Geschwister aus Koblenz

 

Lesen Sie dazu:

HIER die Rhein Zeitung vom 21. Januar 2015

HIER den Koblenzer Lokalanzeiger vom 21. Januar 2015

HIER "Blick aktuell", Ausgabe Koblenz, Nr. 4/2015 vom 24. Januar 2015

 


 

 

 

 

 

 

 

 

Jetzt auch die Ausstellung zu Kindertransportkindern auf dieser Homepage
 
Zum 27. Januar 2014 zeigte der Landtag von Rheinland-Pfalz die Wanderausstellung "Wenn ihr hier ankommt...", die das Schicksal einer jüdischen Familie zwischen Kindertrtansport nach England und gescheiterter Emigration dokumentiert. In deren Mittelpunkt steht die Biografie eines zwölfjhrigen Mädchens, das im Sommer 1939 mit einem Kindertransport nach England fliehen konnte. Zu dieser Wanderausstellung erarbeitete unser stellvertretender Vorsitzender Joachim Hennig einen regionalen Teil mit sechs Schicksalen von Kindertransportkindern aus Koblenz und Umgebung und mit dem Schicksal von Hugo Salzmann jr., der als Kind von Emigranten vor der Verfolgung seiner Eltern von Frankreich nach Österreich in Sicherheit gebracht werden konnte.
 
Die Texte dieser insgesamt sieben Ausstellungstafeln mit einem Porträtfoto sind jetzt auch auf dieser Homepage zu sehen. Es sind die Tafeln Nummern 98 bis 104 der Dauerausstellung. Die  Tafeln mit weiteren Informationen sind zusammengefasst unter dem Button:Dauerausstellung/Themenbereiche/13. Themenbereich
oder direkt HIER und dann bis zum 13. Themenbereich scrollen

 

 


 

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