Informationen 2015

Heimatbesuch ehemaliger jüdischer Koblenzer Bürger 2015

Auch in diesem Jahr besuchten wieder ehemalige jüdische Bürger aus Koblenz und Umgebung ihre alte Heimat, aus der sie und ihre Eltern vor dem Rassenwahn der Nazis noch rechtzeitig hatten fliehen können. Das Treffen, das wie jedes Jahr von der Christlich-Jüdischen Gesellschaft für Brüderlichkeit organisiert wurde, fand dieses Jahr zum 30. Mal statt. Wie Herr Elmar Ries von der Christlich-Jüdischen Gesellschaft zu berichten wusste, begann diese Tradition im Jahr 1985 im Zusammenhang mit den Feierlichkeiten des Hilda-Gymnasiums zu seinem 150-jährigen Bestehen. Seitdem fand der Heimatbesuch – bis auf einmal – jedes Jahr statt. Das war damals – wie sich Herr Ries erinnerte – ein großes Wiedersehen der Besucher mit ihrer Heimatstadt und ein Kennen lernen mit vielen ehemaligen Koblenzern. Auch in den folgenden Jahren waren die Besucher zahlreich, es kamen immer wieder neue hinzu. Inzwischen ist der Kreis kleiner geworden. Viele Besucher früherer Jahre leben nicht mehr oder die Flugreise aus den USA oder Israel und der Aufenthalt hier sind für sie zu beschwerlich geworden. Gern wären mehr Gäste gekommen, wie der Eintrag von Frau Tami Blaettner aus Petah-Tikva, der israelischen Partnerstadt von Koblenz, auf der Homepage des Fördervereins Mahnmal Koblenz zeigt:

Tami BlaettnerSamstag, 15. August 2015 23:23 | Petach Tikwah, Israel

Hello Mr. Henning,
Because of the many mistakes I make when writing in German, I decided to write to you in English.
I still have not thanked you for the great dinner evening 2 years ago. Shame on me.
I'm not coming to Koblenz tomorrow either because I have got a new grand daughter and want to stay near her. I very much hope that next year I will be able to come to Koblenz again. I miss the meetings and the city.
I look into your sight every now and then and find interesting thing to see and read about. Thank you for that.
Greetings to you and your wife
Tami Blaettner

Aus Israel gekommen waren dieses Jahr Ronet und Israel Rubinstein. Sie wurden von Herrn Elmar Ries ganz besonders herzlich begrüßt, hat er doch Frau Rubinsteins inzwischen verstorbenen Vater Joel Bermann bei dessen Heimatbesuch in den 1980er Jahren kennen gelernt.

Wenn es auch ein kleiner Kreis mit Frau Lea Sassoon aus Tel-Aviv und den Geschwistern Appel – Werner, Ruth und Marlene und deren Kindern – war, so waren es doch für alle Teilnehmer wieder erinnerungs- und erlebnisreiche Tage in Koblenz und Umgebung. Am Ende der Woche gingen die Besucher und ihre Freunde und Bekannten mit der erklärten Absicht auseinander: „Wenn es die Gesundheit zulässt, dann kommen wir im nächsten Jahr wieder!“

Die Rhein-Zeitung - Ausgabe Koblenz - berichtete in ihrer Ausgabe von Dienstag, den 18. August 2015, anlässlich der Gedenkfeier auf dem jüdischen Friedhof in Koblenz über den Heimatbesuch (HIER lesen)

Beim Mittagessen im Koblenzer Weindorf:



mit Herrn Oberbürgermeister Prof. Dr. Joachim Hofmann-Göttig am Mittwoch im Weindorf in Koblenz
(Foto: Stadtverwaltung Koblenz)
 
 

mit dem Geistlichen Rat Werner Schlenzig von der Christlich-Jüdischen Gesellschaft für Brüderlichkeit Koblenz, Frau Lea Sassoon und Frau Christel Appel.

 

 
 Eheleute Werner und Christel Appel
 

 Ruth Homrighausen und Israel Rubinstein

 


Im Hotel Brenner:
 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


In Güls bei der Weinprobe:
 


 

 


 
Zum Abschluss: gemütliches Beisammensein
 

 

Weitere Pressemeldungen:

Rhein-Zeitung. Wir von hier - Heimatausgabe Koblenz - vom 28. August 2015 (HIER lesen)
 
Blick aktuell - Ausgabe Koblenz - vom 27. August 2015, Seite 20. (HIER lesen)


 

 

 

 

 

 

Unvergessen: Friedrich Erxleben
 
Seit vielen Jahren ist es ein besonderes Anliegen unseres Fördervereins, die Erinnerung an Prof. Dr. Friedrich Erxleben, den in Koblenz geborenen Armeeoberpfarrer des I. Weltkrieges, Freund von Gelehrten, Schriftstellern und Politikern, Widerständler im Solf-Kreis und Gemeindepfarrer in Müden/Mosel, wach zu halten. Dazu hat unser stellvertretender Vorsitzender Joachim Hennig schon zum 50. Todestag Erxlebens, am 9. Februar 2005, mit Müdener Bürgern eine szenische Lesung gehalten, eine Personentafel in unserer Dauerausstellung erarbeitet und einen größeren Aufsatz über ihn im Jahrbuch für westdeutsche Landesgeschichte 2004 veröffentlicht.
 
Jetzt im 60. Todesjahr Erxlebens ist zunächst ein kleinerer Aufsatz über ihn als Bewohner und Seelsorger der Frohnauer Invalidensiedlung in Berlin von dem Frohnauer Heimatforscher Klaus Pegler erschienen. Aber nicht nur im fernen Berlin, sondern ganz nah erinnert man sich an Friedrich Erxleben. Und wie! Mit besonderer Freude haben wir von einer Publikation eines Müdener Bürgers und Zeitzeugen Friedrich Erxlebens erfahren. Rudolf Bertgen, weiland Kommunionkind bei „seinem“ Müdener Pfarrer Erxleben, hat aus Eigeninitiative ein Bändchen zu seinem Gedenken erarbeitet und jetzt herausgebracht. Aufbauend auf den Forschungen und Arbeiten von Joachim Hennig hat er noch manches schöne Lokalkolorit von Müden präsentiert und dazu andere Zeitzeugen befragt und bisher unbekannte Briefe und Fotos zusammengetragen. Das Bändchen spiegelt die Warmherzigkeit und Liebe Erxlebens zu den Menschen wider. Der Autor bringt ihn den Lesern so nahe, dass man kaum glauben mag, dass Friedrich Erxleben schon vor 60 Jahren gestorben ist. Bei der Lektüre spürt man richtig, wie lebendig ist er noch ist – bei dem Autor, aber auch in der ganzen Gemeinde Müden. Da denkt man an das geflügelte Wort: „Ein Mensch ist erst wirklich tot, wenn niemand mehr an ihn denkt.“

Die Umschlagseite der Broschüre können Sie HIER ansehen

Zeitungsartikel aus: Rhein-Zeitung Nr. 192 vom 20. August 2015, S. 18; Mitteilungsblatt der Verbandsgemeinde Cochem, "Stadt- und Landbote", Ausgabe 35/2015, vom  28. August 2015, Seite 56; u.a. HIER lesen
 
Das Bändchen kann zum Preis von 6.- € zuzüglich Porto erworben werden bei dem Autor: Rudolf Bertgen, Görresstraße 22, 56254 Müden/Mosel, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
 
Und diese hier angezeigte Broschüre wird nicht die vorläufig letzte Erinnerung an Friedrich Erxleben sein. Unser stellvertretender Vorsitzender Joachim Hennig und „unser“ Techniker und Filmer Herbert Bartas haben sich für die nächsten Monate vorgenommen, einen schon länger erarbeiteten Dokumentarfilm über Friedrich Erxleben zu Ende zu bringen und der Öffentlichkeit zu präsentieren. Das wird aber noch einige Zeit in Anspruch nehmen.

 


 

Seite 4 von 12

Zum Seitenanfang