Informationen 2011

Programm zur Eröffnung der Ausstellung „"Erinnerung bewahren"

Sklaven- und Zwangsarbeiter des Dritten Reiches aus Polen 1939 - 1945“ am 13. Januar 2011 im Historischen Rathaussaal in Koblenz

Begrüßungen
Oberbürgermeister der Stadt Koblenz Prof. Dr. Joachim Hofmann-Göttig
Stellvertr. Vorsitzender des Fördervereins Mahnmal Koblenz Joachim Hennig


Musik
Kazimierz Dawidek (Oboe)
Glissbigiando per oboe e nastro (von Anna Zawadzka-Golosz, *1956)


Grußworte
Staatsminister der Justiz Dr. Heinz Georg Bamberger
Polnische Generalkonsulin Frau Jolanta Roza Kozlowska


Einführung in die Ausstellung

Vorstandsvorsitzender der Stiftung „Polnisch-Deutsche Aussöhnung“ Dariusz Pawlos


Musik
Kazimierz Dawidek (Oboe):
„Serpentine“ for oboe solo (von Krystyna Moszumanska-Nazar (1927 – 2008)


Anschließend führt Herr Jakub Deka von der Stiftung „Polnisch-Deutsche Aussöhnung“ durch die Ausstellung



Die von der Stiftung „Polnisch-Deutsche Aussöhnung“ und dem Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit vorbereitete Ausstellung zeigt das in der deutschen Gesellschaft wenig bekannte Bild der deutschen Besatzungspolitik gegenüber polnischen Bürgern. Die Ausstellung beinhaltet die wichtigsten Informationen, Zahlen und Fakten zu Sklaven- und Zwangsarbeit, zu Konzentrationslagern, zur Vernichtung der jüdischen Bevölkerung, zu Gefängnissen und Straflagern, zu Aussiedlungen und Germanisierung. Die präsentierten Fotografien und Dokumente sowie Briefe aus den Lagern bringen uns das Schicksal von konkreten Menschen und die Tragödie ganzer Familien näher. Wir finden hier Fotos und Briefe von Überlebenden und von denjenigen, die niemals zurückgekehrt sind, darunter – wohl die erschütternsten – Briefe von Kindern an ihre Eltern. Verordnungen und Bekanntmachungen der Besatzungsbehörden, Informationen über Schikanen und Strafen, Bekanntmachungen über Massenexekutionen zeugen von der Brutalität der Besatzungspolitik gegenüber polnischer Zivilbevölkerung.

Als Motto der Ausstellung gelten die Worte, die in das Denkmal für die Opfer des NS-Jugendverwahrlagers in Lodz eingemeißelt sind: „Man hat Euch das Leben genommen, heute schenken wir Euch einzig unsere Erinnerung.“

Die Idee dieser Ausstellung entstand aus dem Gefühl einer gemeinsamen Verantwortung für die Zukunft. Deswegen möchte ich an dieser Stelle meine Worte wiederholen, die ich zum Anlass des 60. Jahrestages der Befreiung vom KZ Auschwitz-Birkenau, am 27. Januar 2005, gesagt habe. Ich habe damals meine Zuversicht geäußert, dass die letzten noch lebenden KZ-Häftlinge das Recht zu glauben haben, dass ihr Leid und der Tod ihrer Nächsten einen bedeutenden Sinn für eine bessere Zukunft aller Menschen in Europa und sogar auf der Welt hatten, ungeachtet ihrer Herkunft oder Religion.

Wladyslaw Bartoszewski
(*1922, polnischer Widerstandskämpfer, Retter vieler Juden, Häftling des KZ Auschwitz, Historiker, Publizist, Politiker, zweimaliger Außenminister, Vorstandsvorsitzender der Stiftung „Polnisch-Deutsche Aussöhnung“, seit 2007 Staatssekretär und außenpolitischer Berater des polnischen Ministerpräsidenten Donald Tusk, besonders hinsichtlich der polnisch-deutschen und polnisch-jüdischen Beziehungen)

Im Jahr 2009 sagte er:
Wenn mir jemand, vor 60 Jahren, als ich geduckt auf dem Appellplatz des KZ Auschwitz stand, gesagt hätte, dass ich Deutsche, Bürger eines demokratischen und befreundeten Landes als Freunde haben werde, würde ich ihn für einen Narren halten.

 



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