Informationen 2010

Ausstellung zum Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar 2011 in Koblenz

Es ist inzwischen zur Tradition geworden, dass der Förderverein Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus in Koblenz e.V. zum nationalen Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus eine Ausstellung zeigt. Das ist ein Teil der Erinnerungsarbeit an die NS-Opfer in und aus Koblenz und Umgebung zum 27. Januar.


Jedes Jahr steht eine andere Opfergruppe im Mittelpunkt des Gedenkens. Dieses Jahr sind es polnische Opfer, die als Zwangsarbeiter und KZ-Häftlinge nach Koblenz und Umgebung sehr oft unter Zwang gekommen waren und hier erniedrigende und sehr harte Arbeit verrichten mussten. Hierzu präsentiert er die Wanderausstellung „Erinnerung bewahren – Sklaven- und Zwangsarbeiter des Dritten Reiches aus Polen 1939 – 1945“ der Stiftung „Polnisch-Deutsche Aussöhnung“. Kooperationspartner sind die Stadt Koblenz und die Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz.

Eröffnet wird die Ausstellung am Donnerstag, dem 13. Januar 2011, um 19.30 Uhr im Historischen Rathaussaal in Koblenz (Jesuitenplatz, Eingang Tourist-Information) mit folgendem Programm:

Begrüßung durch den Oberbürgermeister der Stadt Koblenz Prof. Dr. Joachim Hofmann-Göttig
Begrüßung durch den Vorsitzenden des Fördervereins Mahnmal Koblenz Dr. Frank Tiedemann
Grußwort des Staatsministers der Justiz Dr. Heinz Georg Bamberger
Grußwort der polnischen Generalkonsulin Jolonta Roza Kozlowska
Einführung in die Ausstellung von dem Vertreter der Stiftung „Polnisch-Deutsche
Aussöhnung“ Jakub Deka
Die Veranstaltung wird umrahmt von polnischen Musikern.

Anschließend wird die Ausstellung vom 13. Januar bis zum 6. Februar 2011 mit den Öffnungszeiten: montags bis donnerstags von 8.00 Uhr bis 17.30 Uhr und freitags von 8.00 Uhr bis 15.30 Uhr gezeigt.

Die Wanderausstellung „Erinnerung bewahren – Sklaven- und Zwangsarbeiter des Dritten Reiches aus Polen 1939 – 1945“ arbeitet die Thematik in ihren vielfältigen Facetten systematisch auf und illustriert sie. Sie hat als Motto die Worte, die in das Denkmal für die Opfer des NS-Jugendverwahrlagers in Lodz eingemeißelt sind: „Man hat Euch das Leben genommen, heute schenken wir Euch einzig unsere Erinnerung“. Gezeigt wird in ihr die deutsche Besatzungspolitik gegenüber den Bürgern Polens. Die Ausstellung enthält Informationen, Zahlen und Fakten zur Zwangsarbeit, zu Konzentrationslagern, zu Aussiedlungen und zur „Germanisierung“. Fotos und Dokumente sowie Briefe aus den Lagern bringen das Schicksal einzelner Menschen und deren Familien näher. Wir finden hier Fotos und Briefe von Überlebenden und von denjenigen, die niemals zurückgekehrt sind, darunter – wohl die erschütternsten – Briefe von Kindern an ihre Eltern. Gezeigt werden auch Verordnungen und Bekanntmachungen der Besatzungsbehörden, Informationen über Schikanen und Strafen bis hin zu Massenexekutionen.

Erarbeitet wurde die Ausstellung von der Stiftung „Polnisch-Deutsche Aussöhnung“. Diese Stiftung wurde im Jahr 1992 auf der Grundlage des Abkommens zwischen den Regierungen der Bundesrepublik Deutschland und der Republik Polen über die Entschädigungen der lebenden NS-Opfer und Verständigung und Versöhnung zwischen unseren Völkern gegründet. Die Ausstellung ist aus der Arbeit der Stiftung und im Zusammenhang mit den Entschädigungszahlungen an die noch lebenden NS-Opfer hervorgegangen.

Diese von Polen erarbeitete Ausstellung hat der Förderverein Mahnmal Koblenz um einen regionalen Teil mit Biografien verfolgter polnischer Zwangsarbeiter und KZ-Häftlinge im nördlichen Rheinland-Pfalz ergänzt. Porträtiert werden insgesamt 14 NS-Opfer:
Menschen, die unter erniedrigenden und sehr harten Bedingungen Zwangsarbeit leisten mussten, die wegen Nichterbringens der geforderten Arbeitsleistung und –disziplin in Gestapohaft kamen, die wegen Kleinkriminalität, Heimweh und Flucht in Konzentrationslager verschleppt und die wegen verbotenen Umgangs mit deutschen Frauen ermordet wurden sowie KZ-Häftlinge, die Sklavenarbeit verrichten mussten.

Begleitet wird die Ausstellung von drei Veranstaltungen:
Donnerstag, 20. Januar 2011, 19.00 Uhr; Abend mit dem Film: „Der Reichseinsatz – Zwangsarbeiter in Deutschland“.
Dienstag, 25. Januar 2011, 19.00 Uhr; Vortrag von Joachim Hennig: „Polnische Häftlinge und Zwangsarbeiter in Koblenz und Umgebung“.
Donnerstag, 3. Februar 2011, 19.00 Uhr; Abend mit dem Film: „Das Heimweh des Walerin Wrobel“.


Am 27. Januar 2011 finden dann die Gedenkveranstaltungen ab 17.30 Uhr am Mahnmal auf dem Reichensperger Platz und ab 18.00 Uhr in der Florinskirche statt.

Einen gut bebilderten Flyer zum o.gen. Thema finden Sie HIER (PDF-Datei)

 


 

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