Informationen 2008 bis 2005

4. bis 7. Juli 2005
Anfang Juli 2005 war der ehemalige französische Widerstandskämpfer und KZ-Häftling Roger Detournay (78) in Begleitung seiner Tochter zu Gast in Koblenz. Eingeladen waren beide von Joachim Hennig, dem stellvertretenden Vorsitzenden des Fördervereins Mahnmal Koblenz.
Zur Biografie von Roger Detournay
…… von Paris ins Konzentrationslager Buchenwald bei Weimar deportiert. Am 4. September 1944 ging er erneut „auf Transport“, diesmal vom KZ Buchenwald über Koblenz in das KZ-Außenlager Dernau an der Ahr, dem Lager „Rebstock“. Dort musste er mit anderen Häftlingen Zwangsarbei für Hitlers „Wunderwaffe“ V 2 leisten. Mitte Dezember 1944 wurde die Produktion der Waffe nach Artern in Thüringen verlegt, und die KZ-Häftlinge, unter ihnen auch Detournay, wurden dorthin verschleppt. Als der Zusammenbruch des „Dritten Reiches“ unmittelbar bevorstand, kamen die KZ-Häftlinge auf den Evakuierungs-/Todesmarsch in Richtung Tschechien. Kurz nach dem offiziellen Kriegsende am 8. Mai 1944 wurde Roger Detournay in Prag befreit.
Das dicht gedrängte Programm in Koblenz begann für Herrn Detournay und seine Tochter am Dienstag, dem 5. Juli 2005. Vormittags besuchten sie in Begleitung von Joachim Hennig Generalstaatsanwalt Norbert Weise. Herr Weise berichtete Herrn Detournay von den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Koblenz und auch des Landeskriminalamts Rheinland-Pfalz Mitte der 80er Jahre über das KZ-Außenlager „Rebstock“. Diese hatten nach Jahren des (Ver-)Schweigens über die dort begangenen Verbrechen zu keinen Anklagen mehr geführt. Die in diesem Verfahren entstandenen Akten waren für Herrn Detournay aber wichtige Dokumente für seine Verfolgungsgeschichte und deren Aufarbeitung.
….. Anschließend führte Generalstaatsanwalt Weise die Besucher nach Dernau. Dort konfrontierte sich Herr Detournay nach mehr als 60 Jahren erneut mit der Stätte seiner damaligen Verfolgung. Er traf auch einen Dernauer Zeitzeugen, den bekannten Eifelkrimi-Autor Jacques Berndorf und den Militärhistoriker Wolfgang Gückelhorn, die beide das KZ „Rebstock“ wieder entdeckt bzw. dokumentiert haben.
Am 6. Juli empfing Herr Oberbürgermeister Dr. Eberhard Schulte-Wissermann Herrn Roger Detournay und seine Tochter in seinem Dienstzimmer und dankte ihm für sein Kommen und der Bereitschaft, über sein Leben und die Zeit der Verfolgung zu berichten. Anschließend führte Herr Detournay ein Zeitzeugengespräch mit Schülerinnen und Schülern des Bischöflichen Cusanus-Gymnasiums in Koblenz.
Der Besuch von Herrn Detournay und seiner Tochter fand eine große Presseresonanz. Frau Ursula Samary berichtete im überregionalen Teil der Rhein-Zeitung sehr ausführlich hierüber. Die privaten Fernsehsender Rhein-Ahr –TV und Mobil-TV strahlten einen fast zehnminütigen Bericht aus. Herr Herbert Bartas (ElToVi, Polch) erarbeitete zusammen mit Joachim Hennig eine dreiviertelstündige TV-Dokumentation hierüber.

 


24. März 2005

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Noch kurz vor Ostern überreichten Dieter Burgard (2. v. r.), MdL und Vorsitzender des Sprecherrats der Landesarbeitsgemeinschaft der Gedenkstätten und Erinnerungsinitiativen zur NS-Zeit in Rheinland-Pfalz, und Joachim Hennig (ganz r.), stellvertretender Vorsitzender des Fördervereins Mahnmal Koblenz, auf der Burg Stahleck bei Bacharach dem „Burgherrn“, dem Betriebsleiter/Herbergsvater Bernhard Falke (2.v.l.), eine Tafel über die Geschichte der Burg Stahleck zur NS-Zeit. Die Tafel war von Joachim Hennig im Rahmen der Ausstellung des Fördervereins Mahnmal Koblenz über verfolgte Kinder und Jugendliche aus Koblenz und Umgebung während der NS-Zeit erarbeitet worden. Die Übergabe der Tafel fand im Rittersaal der Jugendherberge in Anwesenheit des Beigeordneten von Bacharach, Herrn Werner Reiter (ganz l.), statt.
 

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