VHS-Koblenz/Lahnstein:  Verfolgung und Widerstand in Koblenz 1933-1945

- Drei Täter -

Die dreiteilige Vortragsreihe mit Powerpointpräsentation findet in diesem Semester zum 10. Mal statt. Im Mittelpunkt stehen – wie schon in den letzten Jahren – Täter: drei Männer, die in Koblenz und Umgebung tätig waren und in der NS-Zeit Schuld auf sich geladen haben.

In Zusammenarbeit mit dem Förderverein Mahnmal Koblenz und dem Landesfilmdienst.

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Vortrag 1:

Josef Terboven (1898 – 1945)

Terboven war in der NS-Zeit als Oberpräsident der Rheinprovinz mehrere Jahre höchster Beamter in Koblenz. In Essen geboren und zur Schule gegangen, nahm er als Freiwilliger am I. Weltkrieg teil und wurde Leutnant der Reserve. Nach einem Studium der Rechts- und Staatswissenschaften, das er nicht zu Ende führte, wurde er Bankbeamter.1923 nahm er am Hitler-Putsch in München teil. Terboven wurde Bezirksleiter der NSDAP und dann Gauleiter in Essen. Bei seiner Hochzeit 1934 war Hitler Ehrengast. 1935 wurde er Oberpräsident der Rheinprovinz mit Sitz in Koblenz. Obwohl formell weiter Oberpräsident, verließ er 1940 Koblenz, um Reichskommissar für das besetzte Norwegen zu werden. Mit Hilfe von SS, Sicherheitsdienst (SD) und Gestapo errichtete er in Norwegen ein straff organisiertes Terrorregime. Die norwegische Kollaborationsregierung mit dem Ministerpräsidenten Quisling unterstand ihm. Am 8. Mai 1945, am Tag der deutschen Kapitulation, beging Terboven in einem Bunker bei Oslo Selbstmord.

Do, den 11.11., 19.00 – 20.30 Uhr

Kosten: 5,00 €

Kurt-Esser-Haus, Medienladen

Markenbildchenweg 38, 2. OG

Joachim Hennig (Richter am OVG)




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Vortrag 2:

Wilhelm Schultheis (1908 - 1963)

Schultheis gilt als sehr honoriger Mann. Er ist Ehrenbürger von Weißenthurm. Weitgehend unbekannt ist seine Verstrickung in das NS-Regime. Nach dem Schulbesuch begann er ein Studium. Dies führte er nicht zu Ende, sondern trat nach dem frühen Tod seines Vaters mit 22 Jahren in die Schultheis-Brauerei in Weißenthurm ein. Zusammen mit einem Vetter wurde er 1931 tätiger Teilhaber der Brauerei. Bereits 1933 wurde er Mitglied der NSDAP und der SS. Als „Wirtschaftsführer“ und „Kamerad“ Carl Zenners machte er schnell Karriere: Zeitweilig war er Fürsorgereferent der SS, am 9. November 1938 – am Tage der „Reichspogromnacht“ -wurde er zum SS-Obersturmführer ernannt. Seine Beteiligung an den Novemberpogromen in Koblenz und in Bendorf ist bis heute problematisch. Nach dem Krieg war er 1 ½ Jahre interniert. Im Entnazifizierungsverfahren gelang es Schultheis, im Jahr 1949 nach Vorlage vieler ihm günstiger Erklärungen als Minderbelasteter eingestuft zu werden. Im Jahr 1958 wurde er erster Ehrenbürger von Weißenthurm. Schultheis starb dann bereits 1963.

Do, den 25.11., 19.00 – 20.30 Uhr

Kosten: 5,00 €

Kurt-Esser-Haus, Medienladen

Markenbildchenweg 38, 2. OG

Joachim Hennig (Richter am OVG)




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Vortrag 3:

Gustav Kohlstadt (geb.1899)

Der in (Koblenz-)Pfaffendorf geborene Kohlstadt hat eine für damalige Verhältnisse typische Juristenlaufbahn absolviert: Nach dem Schulbesuch, dem Abitur am Realgymnasium Koblenz im Jahr 1917 und einem Jahr als Soldat im I. Weltkrieg studierte er Rechtswissenschaften und absolvierte den juristischen Vorbereitungsdienst, jeweils mit mäßigem Erfolg. Anschließend war er Hilfsrichter bei verschiedenen Gerichten und Hilfsarbeiter bei Staatsanwaltschaften in Bonn, Trier u.a.1930 wurde er zum Amtsgerichtsrat ernannt. Seit 1933 Amtsrichter in Wuppertal, war er Blockleiter, Mitglied der NSDAP und in zahlreichen ihrer Nebenorganisationen. 1939 erfolgte seine Abordnung an das Amtsgericht und die landgerichtliche Zweigstelle Budweis in Böhmen. Ab 1943 war er Richter beim Sondergericht Prag. Nach dem Krieg und der Entnazifizierung als „Mitläufer“ war Kohlstadt Amtsgerichtsrat beim Amtsgericht in Koblenz. Ende der 1950er Jahre wurde im Zuge der „Braunbuch-Kampagne“ der DDR bekannt, dass er beim Sondergericht Prag an zahlreichen Todesurteilen beteiligt war. „Unter Druck“ trat Kohlstatt Ende 1962 in den Ruhestand.

Do, den 09.12., 19.00 – 20.30 Uhr

Kosten: 5,00 €

Kurt-Esser-Haus, Medienladen

Markenbildchenweg 38, 2. OG

Joachim Hennig (Richter am OVG)



 

Ein junger Historiker stellt sich vor.

Auf der Suche nach Material für seine Staatsexamensarbeit über die Flucht von führenden Nazis über die „Rattenlinie“ nach Südamerika kam der Examenskandidat Peter Hammerschmidt in Kontakt zu unserem Förderverein. Gleich stimmte die „Chemie“ zwischen uns. Doch leider konnten wir ihm nicht viel Neues bieten. Nach unserer Kenntnis hatten es nur wenige NS-Täter aus dem heutigen Rheinland-Pfalz überhaupt „nötig“, die Fluchthilfe über die „Rattenlinie“ in Anspruch zu nehmen. Nur ein Name fiel uns ein – aber den hatte Peter Hammerschmidt schon längst in seinem Konzept: Klaus Barbie, „der Schlächter von Lyon“. Denn Barbie hatte seine Jugend in Trier verbracht. So kam es, dass Peter Hammerschmidt seine Staatsexamensarbeit auf Klaus Barbie begrenzen musste und zugleich um sehr interessante Aspekte der Nachkriegsgeschichte erweitern konnte. Seine Arbeit trägt jetzt den Titel: „Der Schlächter von Lyon“ im Sold der USA – Über die Beziehungen zwischen Klaus Barbie und dem amerikanischen Geheimdienst.“ Auf die weitgehend neuen Forschungsergebnisse des jungen Historikers zu diesem sehr interessanten Thema der Nachkriegsgeschichte darf man sehr gespannt sein. Im Frühherbst 2010 soll die Arbeit vorliegen.

Aus dem Kontakt heraus können wir vom Förderverein Mahnmal Koblenz schon jetzt diesen jungen Historiker, der sich bereits in früheren Arbeiten mit der Geschichte des Nationalsozialismus – auch und gerade im heutigen Rheinland-Pfalz - wissenschaftlich beschäftigt hat, vorstellen. Das tun wir – im Einverständnis mit Peter Hammerschmidt – sehr gern auf unserer Homepage unter der Rubrik „Aufsätze“.

Die Arbeit von Peter Hammerschmidt finden Sie HIER

 



 

Die Renovierung – ein voller Erfolg!

Liebe Besucher der Homepage, Sie haben es schon bemerkt: Unsere Homepage hat ein neues Gesicht. Und was für eins! Es ist noch heller, noch freundlicher, noch übersichtlicher noch informativer geworden. Und das, obwohl wir in den letzten Wochen große Probleme mit der Homepage hatten. Dreimal war sie Ziel von Hacker-Angriffen! Und dreimal musste sie wieder hergestellt werden! Damit sie nicht gleich ein viertes Mal von den Hackern wahrgenommen und zerstört wurde, hatten wir sie eine Zeitlang auf einer anderen  Adresse „geparkt“. Unser Webmaster Herbert Bartas hatte viel Arbeit und Mühe, die Homepage jeweils zu restaurieren und dann in der gewohnten Form anbieten zu können. Er hat mit Bravour nicht nur den alten Zustand wieder hergestellt. Nein er hat zugleich auch noch das neue Gesicht der Homepage kreiert und sie wieder an der alten Adresse untergebracht.. Wir vom Förderverein Mahnmal möchten uns dafür ganz herzlich bei unserem Webmaster Herbert Bartas bedanken! Uns hat auch schon manches Lob von den Besuchern erreicht. Das möchten wir hier weiter geben. Herbert Bartas und uns tut Lob auch gut! Denn wir stecken viel Zeit und Mühe in diese Homepage, damit die Besucher eine möglichst umfassende und aktuelle Informationsquelle über die „Opfer des Nationalsozialismus in Koblenz (und Umgebung)“ haben.


Die letzte Zeit hat bewiesen, dass wir uns nicht unterkriegen lassen und unsere Stimme weltweit im Internet weiter erheben. Sie hat auch gezeigt, dass diese Stimme für die Opfer des Nationalsozialismus aus Koblenz auch Gehör findet. Denn während wir mit den Hackerangriffen kämpften, hatten wir im Mai den 200.000.Besucher/die 200.000. Besucherin. Wir freuen uns sehr über dieses Interesse. Das bestärkt uns in unserem festen Willen, den Weg des Gedenkens auch im Internet und weltweit weiter zu gehen. Auf die nächsten 200.000 Besucher!  Vielen Dank für Ihren Besuch!

 
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