Auf persönlicher Spurensuche – Stille Helden in Koblenz

Wir freuen uns, hier und heute eine weitere Schülerarbeit zur Gedenkarbeit präsentieren zu können. Das ist möglich, weil der Förderverein Mahnmal Koblenz seit einigen Jahren einen guten Kontakt zu Frau Dr. Margit Theis-Scholz hat. Frau Theis-Scholz war jahrelang Rektorin der Diesterwegschule und hat dabei viel für das außerschulische Lernen „ihrer“ SchülerInnen getan. Daraus hat sich ein guter Kontakt zu unserem Verein ergeben, der u.a. zur Mitgestaltung von Projekttagen geführt hat. Vor allem haben SchülerInnen der Diesterwegschule - in den letzten Jahren auch zusammen mit SchülerInnen der Hans-Zulliger-Schule - an der Statio am Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus mitgewirkt und die Biografien von NS-Opfern aus Koblenz und Umgebung am 27. Januar am Mahnmal befestigt.

Das Engagement von Frau Theis-Scholz, die inzwischen in der Schulaufsicht der ADD tätig und Privatdozentin ist, hat sich nun auf ihre Tochter Marie übertragen. Angeregt durch einen im Familienbesitz befindlichen Zeitungsartikel „Das Wort der Versöhnung“ aus dem Jahr 1963 begab sich Marie Scholz auf Spurensuche ihrer dort erwähnten Urgroßmutter Barbara Hannig und deren ehemaligen jüdischen Nachbarn Rosenberg. Dabei konnte sie noch herausfinden, dass ihre Urgroßmutter und die spätere Ehefrau des in dem Zeitungsartikel erwähnten Hermann Rosenberg – Frieda Simon – Nachbarskinder in Dieblich/Mosel waren. Später - als Erwachsene – wohnten die beiden mit ihren Familien unter einem Dach in Koblenz-Lützel. Es war dann ihre Urgroßmutter, die die Familie Rosenberg in einem Schuppen auf ihrem Gartengelände in Lützel vor der Gestapo versteckte und so mithalf, dass die Rosenbergs – Vater, Mutter und vier Kinder – vor den Nazis aus Koblenz fliehen und in Amerika ein neues Leben anfangen konnten. Der Zufall wollte es – wie Marie jetzt herausfand -, dass Frieda und Hermann Rosenberg 1963 von Kolumbien nach Deutschland zurückkehrten. Als sie nach Maries Urgroßmutter, ihrer Helferin während der NS-Zeit und „stillen Heldin“ Ausschau hielten, kamen sie wenige Tag zu spät. Kurz zuvor war Maries Urgroßmutter gestorben. So blieb Hermann Rosenberg – worüber der Zeitungsartikel von 1963 berichtete – nur, bei der Beerdigung Barbara Hannigs ihren Mut und ihre Unerschrockenheit im Einsatz für seine Familie zu rühmen.

Jetzt, nach fast 50 Jahren, hat Marie im Rahmen ihrer Besonderen Lernleistung im Leistungskurs Geschichte diesen Teil ihrer Familiengeschichte mit dem Titel „Auf persönlicher Spurensuche – Stille Helden in Koblenz“ aufgearbeitet. Aus ihrer Recherche sind geradezu zwei Familiengeschichten entstanden. Denn ihr gelang es auch noch, den Kontakt zu der jüdischen Familie Rosenberg zu knüpfen, der einzig noch lebenden Tochter, Helga Posen, und deren Tochter Vivian, die heute in den USA beheimatet sind..

Bei ihrer Recherche nach der Familie Rosenberg/Posen in den USA kamen Marie sehr ihre Sprachkenntnisse zustatten. Diese hatte sie sich in Englisch u.a. in einem Sommersprachkurs in England sowie einem Term in einem englischen Internat erworben.

Die gerade 18 Jahre jung gewordene Marie Scholz ist gebürtige Koblenzerin und lebt mit ihren Eltern und ihrer Zwillingsschwester … in Koblenz. Sie besucht das Görres-Gymnasium in Koblenz und hat diese Arbeit in der Jahrgangsstufe 12 geschrieben. Während ihrer Schulzeit hat sie schon an zahlreichen Wettbewerben teilgenommen und sehr oft den 1. Platz belegt. Ihre außerschulischen Interessen liegen im sportlichen und musischen Bereich.

 



Görres-Gymnasium, Koblenz
-Marie Scholz

Auf persönlicher Spurensuche - Stille Helden in Koblenz

 


MSS 12, Schuljahr 2010/2011

 


 

 


P
ersönliches Vorwort
Während der Anfertigung der Arbeit konnte ich mich über viel Unterstützung, Ratschläge und Kooperationen freuen.
So möchte ich mich an erster Stelle bei Familie Posen bedanken, die mir erlaubte, alte Erinnerungen wieder zu wecken und mit mir die wenigen Erinnerungen, die die Familie noch an die Zeit in Deutschland und die Flucht hatte, zu teilen.
Des Weiteren konnte ich mich auf die fachliche Unterstützung des Stadtarchivars Hans Kleber stets verlassen. Herr Kleber half mir beim Aufsuchen der jeweiligen Akten und ermöglichte mir Einblicke n die Zeit des Nationalsozialismus mit den entsetzlichen Lebensbedingungen für die drangsalierten jüdischen Koblenzer Familien.
Außerdem stand mir meine gesamte Familie beiseite und unterstützte mich dabei, die Erinnerungen an die Erzählungen meiner Urgroßmutter neu zu beleben, sodass die Funde mit den leisen Erinnerungen und Vermutungen gestützt werden konnten, teilweise auch verworfen werden mussten.
Der ehemalige Lehrer und Buchautor, Elmar Ries, gab mir zahlreiche Auskünfte über den Nationalsozialismus und Fluchtversuche Verfolgter im Nationalsozialismus. Er erklärte sich nicht nur bereit, diese Informationen in Form eines Videos festzuhalten, sondern lud mich darüber hinaus als Ehrenvorsitzender der Koblenzer Jüdischen Gemeinde zu einer Schabbatfeier ein.




„Wer seine Vergangenheit vergisst, kann die Gegenwart nicht verstehen und die Zukunft nicht gestalten.“
Kurt Beck, rheinland-pfälzischer Ministerpräsident, 27. Januar 2010




1. Einleitung

Abbildung 1: Gedenksäule auf dem jüdischen Friedhof in Koblenz, eingeweiht am 29. Juli 1947 :

„Den Toten zur Erinnerung, den Lebenden zur Mahnung:
Gedenkt unserer 6 Millionen Brüder und Schwestern,
die Opfer des Rassenwahns wurden.
Von 500 Koblenzer Juden leben nur noch 22“


Zivilcourage
- dieses Wort wurde für mich durch meinen Großvater geprägt.
Mein vor drei Jahren verstorbener Großvater hatte, aus ärmlichen Abeiterverhältnissen stammend, mit Sicherheit keine einfache Kindheit. Es gelang ihm aber durch starken Willen und viel Kraft sein Leben erfolgreich und glücklich zu gestalten.
Großvater Hans lebte bei seiner Mutter, die nicht nur für ihn eine besondere Person war. Seine Mutter, meine Urgroßmutter, lebte in den dreißiger Jahren in der Koblenzer Altstadt in einer Wohnung. Sie selbst war Arbeiterin und politisch stark interessiert und auch aktiv tätig.
Sie war eine von jenen Deutschen, die zur Zeit des nationalsozialistischen Regimes keine Mitläufer waren und sich nicht an Judenverfolgung und unmenschlichen Taten beteiligten. Sie war eine derjenigen, die sich widersetzten und Initiative gezeigt haben. Dabei setzten sie ihr eigenes Leben und Ansehen aufs Spiel.

Abbildung 2 Meine Urgroßmutter Barbara Hannig ca. 1938

Viele Mitmenschen denken heutzutage: Wenn ich damals gelebt hätte, hätte ich auch zu denjenigen gehört, die Courage zeigen. Solche Ehrentaten haben aber nur sehr wenige, einzelne Menschen vollbracht.

Im Nachlass meines Großvaters befindet sich ein Zeitungsartikel über die Grabrede bei der Beerdigung meiner Urgroßmutter 1963 in Koblenz. Dort wird berichtet, dass das Mitglied der jüdischen Kultusgemeinde, Hermann Rosenberg, sich bei meiner Urgroßmutter posthum für ihren Mut und Unerschrockenheit in der Hilfe von Verfolgten ausspricht.
Von meinem Großvater Hans, der die Geschehnisse in Koblenz als heranwachsender Jugendlicher miterlebt hat, wusste ich aus Erzählungen, dass meine Urgroßmutter dieser Familie direkt geholfen und sie versteckt hatte. Außer der Tatsache, dass die Familien befreundet gewesen waren, hatte ich keine weiteren belegten Hinweise.
Welchen Verlauf das Schicksal der Familie Rosenberg genommen hatte, war uns nicht weiter bekannt, abgesehen von der Tatsache, dass Hermann Rosenberg die Flucht geglückt sein musste und er offensichtlich überlebt hatte. Allerdings hatte er meine Urgroßmutter ja leider nicht mehr lebend antreffen können.
Da in Gesprächen in unserer Familie oft über die Themen Zivilcourage, Toleranz und politische Haltungen diskutiert wird, begann ich mich dafür zu interessieren, welche Umstände zu der damaligen Situation führten und ob eventuell genauere Informationen über die Hintergründe der Beziehungen meiner Familie und der Familie Rosenberg herauszufinden seien.
Ausschlaggebend für meine Motivation, die historischen Geschehnisse und persönlichen Umstände meiner Familie und der Familie Rosenberg in den 1930er Jahren in Koblenz näher aufzuklären, war der Besuch der Gedenkstätte „Stille Helden“ in Berlin im vergangenen Jahr.
In einem Gespräch mit der dortigen Mitarbeiterin Frau Barbara Schieb wurden wir ermuntert, die Suche nach möglichen lebenden Angehörigen der Familie Rosenberg aufzunehmen und dabei verschiedene Wege zu gehen.
Dieser Gedanke ließ mich von da an nicht mehr los und ich sah eine geeignete Möglichkeit, mich im Rahmen meiner Besonderen Lernleistung im Leistungskurs Geschichte systematisch und eingehend auf die persönliche Spurensuche zu begeben.
Meine Spurensuche hat mich in Kontakt mit vielen Einrichtungen gebracht, die mein geschichtliches Interesse vertieft haben und für mich außerordentlich informative Begegnungen bedeuteten. Sie hat mir ebenfalls viele Einblicke in Quellenarbeit und wertvolle Einsicht beim Auffinden von historischen Dokumenten ermöglicht.

Die Auseinandersetzung mit meiner eigenen Familiengeschichte und der Verknüpfung mit einer anderen Familie hat mich darüber hinaus aber vor allem persönlich sehr beschäftigt. Mir wurde der schicksalhafte Lebensverlauf einer von Verfolgung bedrohten Familie mit vier kleinen Kindern im Nazideutschland der 1930er Jahre und deren äußerst schwieriger Lebenssituation vor der geglückten Ausreise deutlich und vorstellbar.
Mehr als einmal stellte ich mir selbst die Frage: Wie würde ich mich verhalten, wenn ich feststellen müsste, dass eine politische Gruppierung eine bestimme Volksgruppe diffamieren, ausgrenzen und an den Rand der Gesellschaft drängt?

Uns alle haben die Erinnerungen und Vorstellungen, die mit dem Auffinden originaler Dokumente verbunden waren, sehr bewegt und berührt. Wenn immer ich ein neues Dokument oder eine neue Information hatte, ließ ich diese Helga Posen und ihrer Tochter Vivian zukommen. Helga Posen ist die einzige noch lebende Tochter der Familie Rosenberg.

Meine Familie und ich haben durch die Kontaktaufnahme zu den noch lebenden Angehörigen der Familie Rosenberg aber auch eine neue freundschaftliche Grundlage gefunden, die inzwischen über die gemeinsame Verbindung mit den Ereignissen der damaligen Schreckenszeit hinausgeht.

Vielleicht kann ich durch meine Arbeit ein wenig dazu beitragen zu zeigen, dass das nationalsozialistische Deutschland nicht nur ein Volk von Tätern war, sondern dass es auch Menschen gab, die bereit waren, Verfolgten zu helfen und sie zu unterstützen und dabei große Risiken und Gefahren für sich selbst in Kauf nahmen.

Meine Urgroßmutter bleibt in meiner Erinnerung wegen ihrer Zivilcourage ein großes Vorbild für mich. Sollte ich in meinem künftigen Leben ähnlichen Herausforderungen begegnen, hoffe ich, dass ich vergleichbar großes Maß an Zivilcourage aufbringen werde.
Meine Großmutter hat mir keine materiellen Reichtümer hinterlassen. Sie hat mir aber Ideale als Erbe vermacht, auf die ich stolz bin, und die für mich eine große Bedeutung haben, da ich diese mit dem Vorbild meiner eigenen Urgroßmutter verbinde.

2. Auf historischen Pfaden - Familie Rosenberg, ein Koblenzer Familienschicksal


I. Station : Der Zeitungsbericht und die Personendaten der Familie Rosenberg
Ausgehend von dem folgenden Zeitungsbericht begann ich meine historische Recherchen und persönliche Spurensuche.

..Abbildung 3: Zeitungsbericht vom 13.09.1963

Lesbare Vergrößerung HIER

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Ich wandte mich an das Koblenzer Stadtarchiv und den hiesigen Stadtarchivar Peter Kleber.
Zunächst hatte ich wenig Hoffnung, nur mit einem einzigen Namen als Anhaltspunkt mehr über die Familie Rosenberg in Erfahrung bringen zu können.
Basierend auf diesen Daten begann meine historische Recherchearbeit.
Bei meinem Erstbesuch im Stadtarchiv Koblenz lernte ich Peter Kleber kennen, der als Stadtarchivar meine persönliche Spurensuche sehr begrüßte und mich bei meinen Nachforschungen in den folgenden Wochen und Monaten stets fachlich beriet und mir wichtige Hinweise und Anregungen für die Weiterarbeit gab.
Anhand der noch im Stadtarchiv erhaltenen Meldeunterlagen Rosenberg [StAK Best. M Nr. 500, Mappe L-Z, Familienblatt Rosenberg] konnte ich zunächst das Geburtsdatum und den Geburtstort Hermann Rosenbergs ausmachen.
Anschließend gelang es mir mit Hilfe des Familienblatts sowohl die Namen und Geburtsdaten der Familienmitglieder Rosenberg ausfindig zu machen.
Anschließend konnte ich auch das archivierte Familienblatt meiner Urgroßmutter einsehen.
Hermann Rosenberg wurde am 14.9 1896 in Kruft geboren und war als Kaufmann und Elektrotechniker tätig. Am 3.11.1924 heiratete er Frieda Simon (*30.7.1897 in Dieblich).
Das Ehepaar hatte vier Kinder: Marianne Rosenberg (*30.7.1926 in Plaidt), Klara Rosenberg (26.5.1927 in Plaidt), Helga Rosenberg (5.2.1931 in Mayen) und Lieselotte Rosenberg (19.7.1935 in Koblenz).
Am 8.10.1938 konnte die gesamte Familie nach Angaben der Meldeunterlagen
[StAK M 500] nach Catagena in Kolumbien, Südamerika, fliehen.
Hermann Rosenberg und Frieda Rosenberg kehrten am 15.7.1963 wieder nach Koblenz zurück.
Als sich Herr und Frau Rosenberg bei meiner Urgroßmutter bedanken wollten, mussten sie feststellen, dass diese einige Tage zuvor, am 10.09.1963, verstorben war.

Kurz nach dem Tod von Hermann Rosenberg am 23.6.1965 in Koblenz verließ seine Frau Frieda Deutschland ein weiteres Mal und übersiedelte zu der ältesten, verheirateten Tochter Marianne Nathan nach Cali in Kolumbien.

Aufgrund dieser Informationen stand nun für mich fest, dass die gesamte Familie offenbar rechtzeitig, im Oktober 1938, vier Wochen vor der Reichspogromnacht, ausgereist war und alle Familienmitglieder offenbar überlebt hatten.
Die Verbindung zwischen meiner Urgroßmutter und der Familie musste aus der gemeinsamen Herkunft der beiden Frauen aus dem Geburtsort Dieblich herrühren, wie ich aus den Lebensdaten schließen konnte.


II. Station : Die Gedenkstätte „Stille Helden“ in Berlin

Die Gedenkstätte „Stille Helden“ kontaktierte ich nach den im Stadtarchiv erhaltenen Informationen über die Lebensdaten der Familienmitglieder der Familie Rosenberg nun und fragte, welche Suchmöglichkeiten nach noch lebenden Angehörigen bestünden.
Im vergangenen Jahr war ich mit der Mitarbeiterin Barbara Schieb ins Gespräch gekommen.
Die Ausstellung in der Gedenkstätte thematisiert „Stille Helden“: Menschen, die großen Mut gegenüber verfolgten Opfern gezeigt haben, jedoch nur wenig Berühmtheit erlangten.
Ich unterhielt mich mit Frau Schieb und berichteten ihr von meiner eigenen kleinen Familiengeschichte und meiner Urgroßmutter, die unserer Auffassung nach in die Reihe der Stillen Helden gehöre. Frau Schieb ermunterte uns, persönliche Nachforschungen anzustellen und versicherte uns beim Auffinden von historischen Dokumenten fachlich behilflich zu sein.
Frau Schieb konnte mich ermutigen und sandte mir aufgrund meiner Angaben die Nummern der Entschädigungsakten der Familienmitglieder, die ihr inzwischen vorlagen.
Sie riet mir mich anschließend mit Hilfe der folgenden Nummern der Entschädigungsakten an das Amt für Wiedergutmachung in Saarburg zu wenden:

  • Hermann Rosenberg * 14.09.1896 (gest. 23.06.1965) = Saarburg / 85226
  • Frieda Rosenberg (geb. Simon) * 19.01.1897 = Saarburg / 249893
  • Marianne Nathan (geb. Rosenberg) * 30.07.1926 = Saarburg / 85328
  • Klara Frenkel (geb. Rosenberg) * 26.05.1927 = Negativ!
  • Helga Posen (geb. Rosenberg) * 05.02.1931 = Saarburg / 249626
  • Lieselotte Meese (geb. Rosenberg) * 19.07.1935 = Saarburg / 249869


Frau Schieb kündigte mir außerdem an, dass meine Urgroßmutter als Helferin in die Arbeit-Datenbank der Gedenkstätte aufgenommen wird, falls meine Nachforschungen entsprechende Hinweise bringen könnten.

III. Station: Das Amt für Wiedergutmachung in Saarburg


Mit den erhaltenen Nummern der Entschädigungsakten wandte ich mich nun an das Amt für Wiedergutmachung.
Ich telefonierte mit Herrn Turbing, dem dortigen Leiter der Verwaltung, Abteilung I und schickte ihm die von Frau Schieb erhaltenen Entschädigungsnummern zu.
Nun wuchs meine innere Spannung: Ich hatte nun den berechtigten Anlass davon ausgehen zu können, dass es tatsächlich möglich ist mit überlebenden Angehörigen der Familie Rosenberg unmittelbar Kontakt aufzunehmen. Offensichtlich war zumindest eine Tochter der Familie Rosenberg noch am Leben, da sie noch Entschädigungsrente erhält.

IV. Station: Die erste Kontaktaufnahme


Meine Mutter und ich schrieben Helga Posen an. Den folgenden Brief verfasste ich aber in Englisch, weil ich davon ausging, dass sie möglicherweise kaum noch über ihre deutsche Muttersprache verfügt, weil sie ja bereits als kleines Kind Deutschland verlassen hatte und ihr Leben in Kolumbien und den USA verbracht hatte.

Marie Scholz (Anmerkung vom Web-Administrator: Die Privatadressen -Absender- wurden für den Internetauftritt entfernt)

Mrs.
Helga Posen (Anmerkung vom Web-Administrator: Die Privatadressen -Anschrift- wurden für den Internetauftritt entfernt)

Dear Mrs. Posen,

you surely will be astonished hearing from me but first I should explain you why I contact you.
My grandmother was Barbara Hannig. She passed away in 1963, when I was a little child of five years. But I still remember her as a person of great courage and a high distinct feeling of justice. My grandfather adored her for her great personality and always told us children stories about her life full of adventures, after having been a poor widow with three little children as a young woman and engaged in politics.
My grandmother was obviously a friend of your mother. I know it from the information we got to know last weeks.
Your mother was born in Dieblich in Germany as either my grandmother, a little village quite near to Koblenz, our home town. So they were friends when both were young women who lived in Koblenz. Your parents were chased by the Nazis and my father told me that my grandmother hid your parents and fed them before they could flee to Colombia in 1938.
As my grandmother died in 1963 your father, Hermann Rosenberg, made a speech about my grandmother´s civil courage at her funeral and thanked her in the names of Jewish people. I´m going to attach you the newspaper article in which your father is mentioned and hope you still speak German and can understand it?
This is my father´s and grandfather`s heritage and makes us think about since my father´s death four years ago.
So maybe you can understand that we will be glad to hear from you more about the things you probably know and remember of what had happened in those days.
With the newspaper article I found the names and the addresses of your parents in the town archive of Koblenz. The memorial for „ Quiet heroes“ in Berlin found out the numbers of restitution files of you, your siblings and your parents. So they gave me your address and I can contact you now. Isn´t that exciting and suspenseful after so many years lying behind you?

Did your parents tell you about the friendship between my grandmother and your mother and do you remember my father as a little child who helped her?

To know more about me and my family: I am 52 year old woman, my job is being a school inspector at the school board. I am teaching at university, too.
While having been a principal at a school in Koblenz, my school was awarded for a prize for being highly engaged in working for keeping in mind the cruelity and the terror of the Nazi regime and the victims. I am also in contact to the monument association in Koblenz „ Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus“.
I have twin daughters, Marie and Sophie Scholz,17 years old, still students at a Gymnasium in Koblenz.

We hope you are in good healthiness.
It will be a pleasure to hear from you and we´re looking forward to hearing from you soon

With best regards from Koblenz!
Margit Theis-Scholz and Marie Scholz


V. Station : Die erste Antwort

Nur wenige Tage später erhielten wir bereits Antwort von Vivian Posen, Helga Posens Tochter:

Dear Dr. Theis-Scholz and Marie,

My name is Vivian Posen and I am the daughter of Helga Posen. She received your letter earlier this week and asked me to respond to you. I wish I had more information to add to your story, but I am afraid my mother doesn't remember anything from that time in her life.

My mother is 79 years old and in relatively good shape. As she has aged the effects of polio she had as a young girl limits her mobility, but she still drives and lives on her own. My mother had polio shortly before her family fled to Colombia and was hospitalized for much of the the time. I think that she may not have even been aware of what your family did for ours. She has never talked much about her life prior to Columbia and I have to admit, I never asked a lot because it seemed to cause painful memories. I can tell you that she was the third of 4 daughters from my Grandfather, Hermann Rosenberg and Grandmother Frieda Simon Rosenberg. My mother was the first in the family to come to the United States in 1955, where she met and married my father Eric Posen in the same year. Her sister Klara (2nd daughter) followed soon after and met and married Martin Hans Frenkel. After that, the fourth and youngest daughter, Lilo, came to the United States. Lilo married Werner Meese in 1963, very shortly after her father died. My mother's eldest sister, Marianne, was married at a young age to Bernardo Nathan in Cali and lived there for the rest of her life.

Unfortunately all of my mother's family died at relatively young ages. Herman died in 1963 (sometime in June I believe), Frieda in 1968. Both Klara and Lilo died at relatively young ages, in their 40s and 50s of breast cancer. (Klara in 1972 and Lilo in 1989) Marianne lived to be 72 and died in 1999 in Cali, Columbia.

About me, I am also 52 years old and I have a twin like your daughters! My twin is a brother, Ronald and he is my only sibling. My aunt Marianne never had any children, but Klara has two daughters, Evelyn (almost 50), and Judith (46). Lilo's children are Michelle (43) and Robert (40). I am afraid we are not a close family although I have regular contact with Evelyn and Robert. Robert has been to Germany on many occasions and speaks German fairly well. His father is the only husband still alive of the sisters, and he is also near 80 years old. I have not yet communicated with him to find out if he knows any more facts than I do, but I will let you know.

I feel so bad that I can't add to the story of your grandmother. It sounds like she and her family did amazing things in their lives, risking much to help my family. I am very grateful and only wish I knew more of the circumstances to share with you. Please understand that I am aware that many, many of the German people were "quiet heroes". Without them it is very certain that I would not be here today to write this letter.

If you are interested, I am very happy to continue this communication with you. I will find out any information for you that I can. The funny thing is that recently I thought about how little we know about my mother's family, and I had no idea where I would start. You obviously were able to access information I was not even aware of and I'm so glad to know that little piece.


Best regards to you and your family.

Vivian Posen

Nun erhielten wir also überraschenderweise schon Aufschluss über den Fortgang des Schicksals der Familie nach der gelungenen Flucht nach Kolumbien.
1955 konnte eine Tochter, Helga, in die Vereinigten Staaten auswandern; zwei weitere Schwestern, Klara und Lilo, folgten ihr. Lediglich die älteste Tochter, Marianne, blieb in Kolumbien.
Vivian sandte uns auch Fotos von ihrer Mutter zu:


Abbildung 4: Helga Posen, 79 Jahre



Abbildung 5:Vivian Posen, 52 Jahre


Ihrem Brief war allerdings auch zu entnehmen, dass konkrete Nachfragen über erlittene Repressalien oder den Fluchtweg der Familie wahrscheinlich von Helga Posen nicht mehr unmittelbar für mich herauszufinden sind, da sie sich nicht mehr genau erinnert oder die schmerzlichen Erlebnisse ihrer Kindheit einfach nicht mehr an die Oberfläche ihres Gedächtnisses dringen lassen möchte und sie lieber vergessen und verdrängt hält.


VI. Station: Kontaktaufnahme mit der jüdischen Kultusgemeinde Koblenz

Da feststand, dass Hermann Rosenberg als aktives Mitglied der jüdischen Gemeinde in Koblenz verstorben war, konnte ich daraus folgern, dass auch sein Grab auf dem jüdischen Friedhof noch existent sein müsste. Der Stadtarchivar Herr Kleber und meine Nachfrage bei der jüdischen Gemeinde bestätigten dies.
Daraufhin suchte ich den Friedhof in Koblenz-Rauental auf und fand den Grabstein. Fotos davon schickte ich Helga und Vivian Posen, die darüber verständlicherweise tief bewegt waren.

Abbildung 6: Grab von Hermann Rosenberg auf dem jüdischen Friedhof Koblenz



 

VII: Station: Interview mit Herrn Elmar Ries und dem Ehepaar Dr. Heinz Kahn, Jüdische Kultusgemeinde Koblenz

Bei meinen Nachfragen bei der Jüdischen Kultusgemeinde Koblenz sprach ich mehrmals mit Herrn Elmar Ries, Lehrer im Ruhestand, Ehrenvorsitzender der Jüdischen Kultusgemeinde Koblenz und Autor des Buches „Die Reichspogromnacht 1938 in Koblenz“.
Er lud mich zu einem persönlichen Interview mit ihm am 27.08.2010 als historischen Sachkundigen ein (Originalinterview auf CD)

Elmar Ries beantwortete mir folgende Fragen:

Welche Vorkehrungen mussten für eine Flucht getroffen werden?

Bis 1938 konnten sie also noch auf ihren Antrag fliehen. Da konnten sie also noch auswandern. Ab 1939 war die Absicht, sie umzubringen und damit hat man sie kaum mehr herausgelassen. Die Menschen, die nach der Reichskristallnacht am 9./10. November 1938 in die KZs Buchenwald und Dachau gekommen sind, diese wurden zum Teil gezwungen, auszuwandern und man hat ihnen versprochen, unter diesem Aspekt würden sie wieder aus dem KZ Dachau bzw. Buchenwald herauskommen, wenn sie auswandern. Meistens sind dann die jungen Menschen ausgewandert, weil sie einfach kritischer waren und die Lage besser erkannt haben, während die alten Menschen, die ja nun zum Teil meistens Soldaten im 1. Weltkrieg gewesen sind und Verwundetenabzeichen oder Eiserne Kreuzen hatten, niemals gedacht hatten, dass ihnen in Deutschland irgendetwas passieren könnte. Sie sahen sich als gerettet. Aber das war leider ihr großer Irrtum. Und dann mussten sie diese Ausreise genehmigen lassen, sie mussten eine Fluchtsteuer bezahlen, die sehr, sehr teuer war und sie durften nur noch wenig mitholen. Aber ihr Leben war damit Gott sei dank gerettet.

Wie konnte Familie Rosenberg Kontakt nach Kolumbien herstellen?

Man hat Kontakte aufgenommen mit vielen, vielen Ländern. Aber die meisten Länder haben sich verweigert Juden aufzunehmen. Es gab ganz, ganz wenige Länder, die also bereit waren und das hat sich dann herumgesprochen. Da hat dann einer gewusste, China nimmt auf - viele sind nach China gegangen. Und einer hat gewusst, dass Kolumbien aufgenommen hat. Wie ja bekannt ist, hat Kolumbien damals eine liberale Regierung gehabt und die war bereit die aufzunehmen. und so sind in die großen Städte Deutsche gekommen, die sich also dann niederlassen konnten und ihren Beruf ergreifen konnten.
Es waren fast nur junge Menschen, die raus gingen. Es waren meistens die Kinder oder die Enkel der Alten. Die Väter, die ein Eisernes Kreuz hatten, die meisten hatten ja ein Eisernes Kreuz vom 1. Weltkrieg, die haben niemals geglaubt, dass ihnen jemals etwas passieren könnte.
Während die Jungen schon kritischer waren und gesagt haben: Hier will ich nicht bleiben und so sind sie weggegangen.

Auf welchem Weg hat die Ausreise vermutlich stattgefunden?

Von Koblenz aus mit dem Zug nach Hamburg und in Hamburg hat man dann ein Schiff der Hapag-Lloyd praktisch betreten und man konnte dann wahrscheinlich in der billigsten Klasse, in der Touristenklasse, ausreisen. Und es war natürlich für die ein unwahrscheinliches Glück und eine unwahrscheinliche Erleichterung, wenn das Schiff also gewissermaßen in Hamburg abgelegt hat. Denn dann waren sie zum ersten Mal ihres Lebens wieder sicher.


Während des Gesprächs stellte sich heraus, dass Herr Ries bei seinem Auslandsschulaufenthalt in Kolumbien, bei dem er enge Kontakte zu Mitgliedern der jüdischen Gemeinde in Cali knüpfen konnte und Marianne Nathan, geb. Rosenberg, die älteste Tochter und Schwester von Helga Posen, persönlich gut kennen gelernt hatte.

 

M. Scholz im Gespräch mit Elmar Ries

 

VIII. Station: Nachfrage bei den Ortsgemeinden Kruft und Dieblich

Nun war ich zuversichtlich, auch bei Nachfragen bei den Ortsgemeinden Kruft und Dieblich, in denen Hermann und Frieda Rosenberg geboren waren, eventuell noch weitere Auskünfte erhalten zu können, die mir die inzwischen vorliegenden Informationen noch weiter ergänzen könnten.
Tatsächlich beantwortete der Krufter Ortsbürgermeister Schneichel meine Nachfrage und schickte mir die so genannte Residentenliste des Bundesarchivs zu. Aus dieser gehen Namen und Geburtsdaten, Wohnorte aber auch Deportationsorte und –daten weiterer Familienmitglieder der Familie Rosenberg hervor.


IX. Station: Schulzeugnis der katholischen Dieblicher Volksschule von Frieda Simon und Barbara Gilberg

Der Chronist der Ortsgemeinde Dieblich, Klaus Nowak, aus der meine Urgroßmutter Barbara Hannig geb. Gilberg und Frieda Rosenberg geb. Simon stammen, wurde auf meine Anfrage nach vorhandenen historischen Dokumenten über Frieda Simon und meine Urgroßmutter erfreulicherweise ebenfalls fündig.
Herr Nowak übersandte mir eine Abschrift des Schülerverzeichnisses und der Originalzeugnisse der beiden Frauen.
Dort ist eingetragen, dass die jüdische Schülerin die katholische Volksschule in Dieblich besuchte. Ihr Vater, Moses Simon, ist im Berufsstand eines Händlers ebenfalls in dem Verzeichnis registriert.
Diese Zeitdokumente überlieferte ich Frieda Simons Tochter, Helga Posen, die über diesen Fund aus dem frühen Leben ihrer Mutter sehr gerührt war, da die Familie wegen des häufigen Wohnortwechsels keine Aufzeichnungen aus dieser Zeit hat und sich aufgrund der unfreiwilligen Ausreise 1938 von vielen bedeutenden und wichtigen persönlichen Dingen trennen musste.

Aufschlussreich für mich war dieses Dokument auch insofern, dass es offenbar Kindern jüdischen Glaubens in der damaligen Zeit erlaubt war eine konfessionsgebundene katholische Volksschule zu besuchen. Sie konnten an allen Unterrichtsfächern auch „Biblischer Geschichte“ teilnehmen. Ausgenommen davon waren lediglich die Fächer „Katechismus“ und „Kirchenlied“.

Auch für mich persönlich bedeutete die Einsicht in das Entlassungszeugnis meiner Urgroßmutter, die ich nicht mehr selbst kennen lernte konnte, eine Möglichkeit mir sie als junges Mädchen in meinem Alter vorstellen zu können. Meine Urgroßmutter war dem Entlassungszeugnis nach eine sehr gute Schülerin, die anscheinend in allen Unterrichtsfächern große Freude am Lernen hatte.


X. Station: Verfolgung und Repressalien durch die Gestapo

Allmählich rundete sich das Faktenbild der historischen Spurensuche weiter.
Auf Herrn Klebers Anregung hin stattete ich dem Landeshauptarchiv Koblenz einen Besuch ab, um dort mögliche weiterführende Daten und Dokumente einzusehen.
Eine zusätzliche Informationsquelle aus dem Landeshauptarchiv in Koblenz konnte meine bisherigen Recherchen vervollständigen und bewegte mich und meine Familie tief.
Es war mir möglich, die auf eine CD gebrannte Gestapokartei Koblenz einzusehen. Die CD enthält schätzungsweise 100.000 gescannte Karten mit Personendaten aus dem damaligen Regierungsbezirk. Aufgenommen wurden u. a. Juden, Sinti und Roma, Zwangsarbeiter und politisch Andersdenkende wie Kommunisten oder Sozialdemokraten.

Wie ein Auszug aus dem persönlichen Schreiben und der Schilderung von Hermann Rosenberg an das Amt für Wiedergutmachung beweist, wurde Hermann Rosenberg darüber hinaus während einer Inhaftierung durch die Gestapo 1935 von Mitgefangenen schwer misshandelt.

Hermann Rosenberg wurde 1935 jedoch sicherlich nicht alleine Opfer der Gestapo aufgrund der Tatsache, dass er Jude war. Er war auch in politischer Hinsicht in dem zu dieser Zeit schon vom Naziregime geführten Deutschland ein unbequemer Zeitgenosse, da er Mitglied der Sozialdemokratischen Partei war und offen gegen die Ausbreitung des Nationalsozialismus antrat.



XI. Station: Polizeivermerke über Familie Rosenberg und deren Ausreiseantrag


Aus den Originalvermerken und Anschreiben verschiedener Polizeidienststellen ist erkennbar, dass die Behörde den Geschäftssitz des Elektrohandels der Familie Rosenberg ausfindig machen wollte. Man kann vermuten, dass man unbedingt Auskunft über das Geschäftsvermögen von staatlicher Stelle aus erlangen wollte, um bei einer geplanten Ausreise dieses als „Fluchtsteuer“ einziehen zu können.
Diese Annahmen werden durch den „Lagebericht der Geheimen Staatspolizei, Staatspolizeistelle Koblenz für den Monat Oktober 1935, Abt. 441 Nr. 28267 ( HEYEN, S. 138) untermauert, indem Folgendes geschildert wird:

„. Aus dem Lagebericht der Geheimen Staatspolizei, Staatspolizeistelle Koblenz, für den Monat Oktober 1935. - Abt. 441 Nr. 28267 S. 441-13
Die gesetzliche Regelung der Judenfrage wirkt sich mit der Zeit dahin aus, daß immer mehr jüdische Familien auswandern. Die Ausschaltung der Juden aus dem Wirtschaftsleben macht weiter Fortschritte. Insbesondere ist der jüdische Einfluß auf den Viehhandel fast vollständig in Wegfall gekommen. Auch im Einzelhandel haben die Juden weiter an Boden verloren. Die Aufgabe jüdischer Geschäfte vollzieht sich in beschleunigtem Tempo. Landwirtschaftliche und bebaute Grundstücke sind in letzter Zeit mehrfach zum Verkauf angeboten worden. Es hat den Anschein, daß die Judenfrage für die ländlichen Bezirke in absehbarer Zeit dadurch ihre Lösung findet, daß die Juden in ihrer Gesamtheit vom flachen Lande in die größeren Städte abwandern werden.
Die Auswanderung nach Palästina wird durch die zionistische Vereinigung, die in letzter Zeit einen erheblichen Mitgliederzuwachs zu verzeichnen hat, stark gefördert. So ist das Interesse für den jüdischen Kulturbund, der im Monat Oktober seine 1. Veranstaltung abgehalten hat, sehr groß.
Der Bund umfaßt bereits 350 Mitglieder. Auch die Ortsgruppe Altenkirchen der zionistischen Vereinigung hält alle 14 Tage in der Synagoge Versammlungen ab. Diese dienen der Erlernung der hebräischen Sprache und der Aussprache über die Auswanderungsmöglichkeiten nach Palästina. Die Juden glauben nunmehr nach Bekanntgabe der Judengesetze nicht mehr an die Möglichkeit eines weiteren Verbleibens in Deutschland und rechnen damit, daß in etwa 10 Jahren der letzte Jude Deutschland verlassen hat. Da die Ausführungsbestimmungen zu den Judengesetzen bisher noch nicht veröffentlicht worden sind, befinden sich die Juden in einer gewissen Nervosität. Sie erklären, daß sie durch die bisherige Behandlung und Beschimpfung seelisch derart zermürbt seien, daß sie eine weitere schlechte Behandlung nicht ertragen könnten. Sie würden dankbar sein, wenn ihnen die Ungewißheit genommen würde, und ihnen gesagt würde, daß sie in einem halben Jahre Deutschland zu verlassen hätten.“

Hermann Rosenberg hat sich wahrscheinlich diesem staatlichen Nachspüren durch wechselnde Mobilität 1938 und ständige Wechsel der Anmeldung seines Elektrohandels entzogen. So konnte er vermutlich das nötige Geld für die Schiffspassage seiner sechsköpfigen Familie aufbringen. In den letzten Wochen vor der Ausreise hat meine Großmutter die Familie so offenbar vor der Entdeckung versteckt und gerettet.

XII. Station: Die Ausreise

Im Landeshauptarchiv Koblenz entdeckte ich die Originaldokumente des Ausreiseantrags und die beantragten Reisepässe für das Ehepaar Rosenberg und die vier Kinder.
Die Dokumente wurden vom Koblenzer Polizei-Präsidenten am 27.Juli 1938 ausgestellt und unterschrieben.
Die Reisepässe waren nur bis zum 26. Juli 1939 gültig und schränkten durch den handschriftlichen Vermerk „Nur für Peru u. Kolumbien (Südamerika)“ die Fluchtmöglichkeiten stark ein.
Die Staatsangehörigkeit wird mit dem Vermerk als DEUTSCHES REICH ausgewiesen.
Wie im Nationalsozialismus üblich wurde Frieda Rosenberg der Vorname Sara vorgesetzt.
Zudem liegt dem Reisepass eine Personenbeschreibung der Ehefrau bei.
Die Auswanderung der Familie Rosenberg nach Kolumbien hatte sicherlich politische Hintergründe. „1938 gewann der liberale Politiker Eduardo Santos die Präsidentschaftswahlen in Kolumbien. Damals bemühten sich die Vereinigten Staaten um eine Verstärkung ihrer diplomatischen militärischen Präsenz in Lateinamerika, da sie überzeugt davon waren, dass die Nationalsozialisten auf immer mehr Anhänger in diesen Ländern zählen konnten“ (VASQUEZ, 2010, 377).
Auf dem Foto lächeln alle Familienmitglieder mit frohem Gesichtsausdruck in die Kamera. War der Gedanke in eine zwar ungewisse, aber neue, mehr Glück versprechende Welt der Auslöser für den Optimismus?

XIII. Station: Auszug aus dem Einbürgerungsregister der USA für Hermann und Frieda Rosenberg

In der im Internet zugänglichen Datenbank www.ancestry.com fand ich die Originaleinbürgerungskarteien von Hermann und Frieda Rosenberg nach New York. Leider konnte der weitere Reiseweg von New York nach Kolumbien nicht mehr weiter von mir nachverfolgt werden.

Die Lebensumstände waren für die Rosenbergs nach den Schilderungen von Helga Posen sehr bedrückend. Sie hat vor allem ihren Vater deshalb als kleines Mädchen oft als rau und verbittert erlebt.
Der Schriftsteller Juan Gabriel Vasquez beschreibt in seinem Buch „Die Informanten“ die Situation jüdischer Auswanderer nach Kolumbien und welchen Repressalien und widrigen Bedingungen sie auch dort in ihrem Fluchtland ausgesetzt waren. Neben dem Verleugnen der Muttersprache, Anfeindungen bei Arbeitssuche waren sie auch der Furcht vor der Staatenlosigkeit ausgesetzt: „Wir waren in Kolumbien, ein Ozean lag zwischen uns und Deutschland, und eines Tages stehen wir auf und sind keine Deutschen mehr. Du weißt nicht, was das bedeutet, bis dein Pass abläuft. Denn was bist du dann? Du bist nicht von hier und du bist nicht von dort. Wenn dir etwas Böses widerfährt, dir jemand etwas antut, wird dir keiner helfen. Es gibt keinen Staat, der für dich eintritt“ (S. 210).

XIV. Station: Die Rückkehr nach Deutschland

1963 stellte das Ehepaar Rosenberg Antrag auf Wiedererlangung der deutschen Staatsbürgerschaft und bezog eine Wohnung in Koblenz.
Hermann und Frieda Rosenberg suchten auch wieder den Kontakt zu der sich langsam erst wieder konstituierenden jüdischen Gemeinde.

Nach der Schabbatfeier in der Koblenzer Synagoge, an der ich im August 2010 teilnehmen durfte, hatte ich anschließend Gelegenheit mich mit Dr. Heinz Kahn, Vorsitzender der Jüdischen Kultusgemeinde in Koblenz, zu unterhalten. Dr. Kahn und seine Ehefrau waren beide Opfer des Nationalsozialismus. Dr. Kahn überlebte, aus Hermeskeil / Hunsrück stammend, als einziges Mitglied seiner Familie die Deportation in das Konzentrationslager Auschwitz und lebt seit etwa Mitte der 50er Jahre mit seiner aus Cochem stammenden Ehefrau, die in Theresienstadt interniert war, als Tierarzt in Polch.
Beide konnten sich gut an Hermann und Frieda Rosenberg erinnern. Sie waren nach ihrer Rückkehr aus Kolumbien von 1963 bis 1965 aktive Mitglieder in der jüdischen Gemeinde.
Dr. Kahn schilderte, dass Hermann Rosenberg ein passionierter Briefmarkensammler gewesen sei und er ihn häufig zu Philatelistentreffen gefahren habe. Frau Rosenberg und er hätten den Kindern der anderen Mitglieder oft Schokolade zugesteckt, wenn sie sich anlässlich der Schabbatfeier trafen. Sie seien beliebte Mitglieder der Gemeinde gewesen.



3. Zusammenfassung

Die emotionale, von Dankbarkeit geprägte Grabrede Hermann Rosenbergs belegt einen der seltenen Fälle von aktiver und offener Protesthaltung begleiteter „Judenhilfe“ während der NS-Zeit.
Für Koblenz ist dieser Vorgang einmalig, ein weiteres Beispiel einer solch umfassenden Hilfeleistung ist nicht bekannt geworden. Dabei gab es in Koblenz und Umgebung durchaus Menschen, die zur Erleichterung der Lebensumstände oder gar Rettung von Juden beitrugen. Ihre Namen und Taten sind nur teilweise bekannt. Eine fundierte Untersuchung der Thematik steht noch aus.
Auch im Fall meiner Urgroßmutter ist das Wissen um ihre damaligen Aktivitäten begrenzt. Zwar informiert der Zeitungsbericht über Rosenbergs Grabrede in groben Zügen von dem unglaublich mutigen Handeln meiner Urgroßmutter, ein konkretes Datum oder Personen werden jedoch nicht genannt.
Meine aus dem Arbeitermilieu stammende Urgroßmutter gehörte, wie ich von meinem Großvater, weiß zum Umfeld einer politisch verfolgten Linkspartei.
Meine Urgroßmutter ist am 7. April 1888 als Barbara Gilberg in Niederfell geboren und verstarb am 10. September 1963 in Koblenz; drei Tage darauf wurde sie auf dem Friedhof in Lützel beerdigt.
Aufgewachsen in Dieblich, lernte sie hier die neun Jahre jüngere, 1897 in Dieblich geborene Frieda Simon kennen. Die beiden verloren sich lange Zeit aus den Augen und trafen sich erst wieder, als Frieda Simon 1933 mit ihrem Mann Hermann Rosenberg und ihren Töchtern Marianne, Klara und Helga (Tochter Liselotte kam erst 1935 zur Welt) von Trier nach Koblenz zog.
Ihre aus dem gleichen Heimatort Dieblich stammende Bekannte, meine Urgroßmutter, war zu diesem Zeitpunkt bereits zum zweiten Mal Witwe geworden. Ihr erster Mann Josef Nievenheim galt schon seit dem ersten Kriegsjahr 1914 als vermisst, ihr zweiter Mann Hubert Münz war 1926 gestorben. Nach seinem Tod zog meine Urgroßmutter Barbara Münz geboren Gilberg im Juni 1930 nach Lützel in die Neuendorfer Straße 23, wo ab dem 1. August 1933 auch Familie Rosenberg ihren Wohnsitz nahm. Viereinhalb Monate lebten Barbara Münz und Familie Rosenberg unter einem Dach, ehe Barbara Münz am 15. Dezember 1933 zusammen mit ihrem späteren dritten Mann, Wilhelm Haning (1897-1974), in den Altengraben 13 a nach Koblenz umzog.
Hermann Rosenberg meldete sich am 4. September 1936 vorübergehend nach Köln in die Lindenstraße 86 ab (vgl. www.bilderbuch-koeln.de/Fotos/101093=Lindenstraße 86, 1976), kehrte aber am 1. März 1937 wieder zu seiner Familie nach Lützel zurück. Was er in Köln machte, ist nicht bekannt. Unweit der Lindenstraße befand (befindet) sich in der Roonstraße die größte Kölner Synagoge.
Aus dem Wenigen, was meine Urgroßmutter Barbara Hannig später über die damaligen Vorkommnisse berichtete, geht hervor, dass sie die Familie Rosenberg heimlich in einem Schuppen auf ihrem Gartengrundstück in Koblenz-Lützel brachte. Hier hat sie die Familie versteckt und so vor dem Zugriff der Gestapo bewahrt und ihr möglicherweise sogar das Leben gerettet.


Abbildung 25: Meine Urgroßmutter und mein Großvater in ihrem Schrebergarten in Koblenz-Lützel 1937

Der genaue Zeitpunkt und die Dauer der Versteckaktion sind nicht mehr feststellbar.
Tatsache ist jedoch, dass der Familie Rosenberg nur vier Wochen vor der Pogromnacht die Ausreise gelang, also unmittelbar bevor die Übergriffe auf jüdische Mitbürger eskalierten.
Als Hauptmotiv für die nicht ganz ungefährliche Hilfeleistung nannte meine Urgroßmutter später vor allem ihre Freundschaft zu Frieda Rosenberg, geb. Simon.
Aber auch eine gemeinsame politische Grundhaltung verband die Familien solidarisch miteinander: Sie bestand in der Ablehnung und das offene Eintreten gegen nationalsozialistisches Gedankengut sowie gegen den Terror des Naziregimes.
Der Nachweis der Gestapomeldung und des Verzeichnisses von Hermann und Frieda Rosenberg sowie die Inhaftierung von Hermann Rosenberg 1935 sichern diese Annahme. Sie waren offensichtlich erfasst und ihnen drohte die Festnahme nach einer wahrscheinlich zuvor erfolgten Denunziation. Diese Vermutung liegt nahe, da die geplante Ausreise in der Gestapokarte vermerkt ist, die kurz vor der Flucht in Koblenz angelegt wurde.
Gleichzeitig ist durch die Polizeivermerke nachgewiesen, dass man dem Ehepaar als Besitzer eines kleinen Elektrohandels nachspürte, wahrscheinlich um Aufschluss über den eventuell vorhandenen Firmenbesitz zu erlangen.

Der Grabrede von Hermann Rosenberg zufolge leistete Barbara Hannig auch nach der Emigration von Familie Rosenberg jüdischen Verfolgten verbotene Hilfe. Vor allem mit Einsetzen der Deportation gab es für sie reichlich Gelegenheit.
Zum Beispiel am 22. März 1942, der ersten und größten Deportation, als 337 Juden aus der Turnhalle der Steinschule in der Blücherstraße 40, in der sie die Nacht auf Stroh verbringen mussten, in einem langen Zug entlang der Mosel über die Balduinbrücke zum Verladebahnhof Lützel zum Abtransport in die Vernichtungslager geführt wurden. Dieses makabere Schauspiel geschah am helllichten Tag in den Mittagsstunden und war deshalb für jeden, der nicht bewusst wegschaute, ein öffentlich wahrnehmbares Ereignis. Zumal bereits die Vorbereitungen der Deportation am Vortag des Transports viel Unruhe und Aufsehen in der Stadt verursacht hatten. Es ist deshalb durchaus denkbar, dass die von meinem Großvater als resolut und durchsetzungsfähig geschilderte Barbara Hannig diesen Menschen mit „Mut und Unerschrockenheit“ zur Seite stand.

1938 glückte Familie Rosenberg die Ausreise aus Deutschland, buchstäblich im letzten Moment. Wie die Gestapodateikarten nachweisen, waren Hermann und Frieda Rosenberg einige Wochen vorher in das Visier der Verbrecherorganisation geraten und eine Verhaftung wäre sicherlich nur eine Frage der Zeit gewesen. Für ie Mutter und den Vater von vier kleinen Kindern eine beängstigende Vorstellung.

Aus den Beschreibungen von Helga Posen, die wir durch ihre Tochter Vivian inzwischen durch Briefverkehr haben, muss ich schließen, dass nach der Einwanderung in Kolumbien für die Familie keineswegs eine glückliche Zeit begann. Sie lebte in Kolumbien in völlig verarmten Verhältnissen, der Vater war durch die ausweglose Lage verbittert. In den Anfangsjahren in Kolumbien hatte die Familie große Sprachprobleme, die Muttersprache Deutsch galt als „Lagersprache“ und war unerwünscht. Jüdische Emigranten waren oft nur geduldet und wurden von anderen „arischen“ deutschen Einwanderern auch in Kolumbien drangsaliert.
Man unterstellte ihnen, Einheimischen Arbeitsplätze wegzunehmen.
Erst als Hermann Rosenberg kleine wirtschaftliche Erfolge beim Bau von Lampen erzielt hatte, ging es der Familie wirtschaftlich besser.
In den USA versprachen sich die Töchter eine willkommenere Aufnahme. Alle drei Töchter, außer der ältesten in Kolumbien früh verheirateten Marianne, übersiedelten deshalb nach Kalifornien.
Hermann und Frieda Rosenberg fanden in Kolumbien keine neue Heimat. Sie kehrten 1963 in ihr Herkunftsland Deutschland zurück, um ihren Lebensabend dort zu verbringen. Dies war für sie durch die Wiedererlangung der deutschen Staatsbürgerschaft möglich geworden. Im Landeshauptarchiv Koblenz befindet sich das zu verfasste Anschreiben von Hermann Rosenberg.
Frieda Rosenberg aber wollte als Witwe nicht allein in Deutschland leben und zog nach dem Tod ihres Mannes schon bald schon wieder zu ihrer ältesten Tochter nach Kolumbien, wo sie 1968 verstarb.

Für mich als Jugendliche tauchte bei meinen Nachforschungen und meiner persönlichen Spurensuche immer wieder, ausgehend von den Geschehnissen, die meine Urgroßmutter und die mit ihr befreundete Familie zu bewältigen hatten, die Frage auf :
Was bedeutet Zivilcourage für Jugendliche heute?

Meiner Meinung nach sollten sich zum einen Jugendliche für den Konflikt zwischen Israel und den Nachbarländern interessieren, da dieser Krieg aus der zunehmend abgelehnten Masseneinwanderung von Juden aus Europa entstand. Israel - der Zufluchtsort für Juden – wurde nach dem 2. Weltkrieg gegründet. Wir Europäer tragen also in jedem Fall auch eine Mitverantwortung an der Ausgangsituation des Nah-Ost-Konflikts.

Besonders wichtig erscheint es aber für mich zum anderen ebenso, sich im direkten Umfeld gegen Ausgrenzung anderer Jugendlicher einzusetzen und den Mut zur Solidarität aufzubringen in Situationen, wo andere Menschen ausgestoßen oder an den Rand gedrängt werden sollen.
Sich gegen Stimmungen und ungute Strömungen einzusetzen ist sicher nicht einfach und fordert in der jeweiligen Situation gegen eine Gruppe viel Widerstandskraft und persönliche Stärke, bedeutet manchmal auch für einen selbst, nicht dazu zu gehören. Als Mensch gewinnt man dadurch jedoch unschätzbare innere Freiheit und Unabhängigkeit.

 

 


 



Quellen


Heyen, F. J. : Nationalsozialismus im Alltag. Quellen zur Geschichte des Nationalsozialismus vornehmlich im Raum Mainz-Koblenz-Trier, Selbstverlag der Archivverwaltung Rheinland-Pfalz
Auswanderung S. 138-139

May, J.: Die Vertreibung deutscher Juden aus Alken, Brodenbach, Burgen, Dieblich, Gondorf, Hatzenport, Kobern, Lehmen, Löf und Niederfell. In: Mosel-Kiesel. Hrsg. von der Volkshochschule Untermosel. Kobern-Gondorf 1, 1998, S. 163-181

Ries, Wozu Menschen fähig sind - Die Reichspogromnacht 1938 in Koblenz, 1988

Bruchfeld, S./ Levine, P.A.: Der Holocaust in Europa, Erzählt es euren Kindern, 2000

Vasques, J.G.: Die Informanten. Frankfurt am Main 2010

Fritz Winzer, Schlagwörter der Geschichte, 1982

Johannes Rau, Hilfe für Verfolgte in der NS-Zeit, 2002

National Archives and Records Administration (NARA); Washington, D.C.;Alphabetical Index to Petitions for Naturalization of the U.S. District Court and Circuit Court for the Southern District of New York, 1824-1941; Seriennummer des Mikrofilms: M1676; Nummer der Mikrofilmrolle: 51

Ancestry.com. Indizes der Einbürgerungsregister der USA, 1794-1995 [Datenbank online]. Provo, UT, USA: Ancestry.com Operations, Inc., 2007

LHA Ko Best. 727 Nr. 2: Gestapo-Kartei Koblenz (CD), img_394_0: Rosenberg, Hermann, und img_3383_0: Rosenberg, Frieda geb. Simon


Anhang

5.1 Adressen der kontaktierten Institutionen


- Die Adresse des Wiedergutmachungsamtes lautet:
Amt für Wiedergutmachung
Postfach 14 65
54434 Saarburg
Lieferanschrift: Heckingstr. 31, 54439 Saarburg

- Stadtarchiv Koblenz
Burgstraße 1 (Alte Burg), 56068 Koblenz
Postfach 20 15 51, 56015 Koblenz
Tel.: 02 61/1 29-26 41 oder -26 45


- Landeshauptarchiv Koblenz
Karmeliterstraße 1/3
56068 Koblenz


- Gedenkstätte Stille Helden in der Stiftung Gedenkstätte Deutscher Widerstand
Rosenthaler Straße 39
10178 Berlin

- Wilhelm Anheier
Ortsbürgermeister
Alter Kirchplatz 5
56637 Plaidt

- Ortsgemeinde Dieblich
Markt 3
56332 Dieblich



5.2 Abbildungsverzeichnis


- Abbildung 1: Gedenksäule auf dem jüdischen Friedhof in Koblenz, eingeweiht am 29. Juli 1947 (Foto aus privatem Bestand):
- Abbildung 2: Meine Urgroßmutter Barbara Hannig ca. 1938 (aus privatem Bestand)
- Abbildung 3: Zeitungsbericht vom 13.09.1963 (aus privatem Archiv)
- Abbildung 4: Helga Posen, 79 Jahre (Foto aus privatem Bestand)
- Abbildung 5:Vivian Posen, 52 Jahre (Foto aus privatem Bestand)
- Abbildung 6: Grab von Hermann Rosenberg auf dem jüdischen Friedhof Koblenz (Foto aus privatem Bestand)
- Abbildung 7: Residentenliste des Bundesarchivs Koblenz (Bundesarchiv)
- Abbildung 8: Schülerverzeichnis der katholischen Volksschule Dieblich (Chronik, Ortsgemeinde Dieblich)
- Abbildung 9: Entlassungszeugnis von Frieda Simon (12. April 1911) (Chronik, Ortsgemeinde Dieblich)
- Abbildung 10: Entlassungszeugnis von Barbara Gilberg (26. März 1902) (Chronik, Ortsgemeinde Dieblich)
- Abbildung 11: Gestapodatei im Landeshauptarchiv (Landeshauptarchiv Koblenz, Gestapo-Kartei Koblenz (CD),
img_394_0: Rosenberg, Hermann, )
- Abbildung 12: Gestapodatei im Landeshauptarchiv (Landeshauptarchiv Koblenz
LHA Ko Best. 727 Nr. 2: Gestapo-Kartei Koblenz (CD), img_3383_0: Rosenberg, Frieda geb. Simon.)
- Abbildung 13: Persönliche Schilderung von Hermann Rosenberg, Cali, 28. Mai 1957 (Amt für Wiedergutmachung in Saarburg)
- Abbildung 14: : Persönliche Schilderung von Hermann Rosenberg, Cali, 1. Juli 1959 (Amt für Wiedergutmachung in Saarburg)
- Abbildung 15: Polizeivermerk über Familie Rosenberg und deren Ausreiseantrag (Landeshauptarchiv Koblenz)
- Abbildung 16: Polizeivermerk über Familie Rosenberg und deren Ausreiseantrag (Landeshauptarchiv Koblenz)
- Abbildung 17: Polizeivermerk über Familie Rosenberg und deren Ausreiseantrag (Landeshauptarchiv Koblenz)
- Abbildung 18: Polizeivermerk über Familie Rosenberg und deren Ausreiseantrag (Landeshauptarchiv Koblenz)
- Abbildung 19: Frieda Rosenberg mit ihren vier Kindern Marianne, Klara, Helga und Lieselotte.
(Landeshauptarchiv Koblenz, Bestand: 441, Nr. 38035-49)
- Abbildung 20: Reisepass (Landeshauptarchiv Koblenz, Bestand: 441, Nr. 38035-49)
- Abbildung 21: Geltungsbereich des Reisepasses (Landeshauptarchiv Koblenz, Bestand: 441, Nr. 38035-49)
- Abbildung 22: Personenbeschreibung der Ehefrau (Landeshauptarchiv Koblenz, Bestand: 441, Nr. 38035-49)
- Abbildung 23: Auszug aus dem Einbürgerungsregister der USA für Hermann Rosenberg (ancestry.com)
- Abbildung 24: Auszug aus dem Einbürgerungsregister der USA für Frieda Rosenberg (ancestry.com)
- Abbildung 25: Abbildung 22: Meine Urgroßmutter und mein Großvater in ihrem Schrebergarten in Koblenz-Lützel 1937
(Foto aus privatem Bestand)

 

Webadministrator-Hinweis:
Für die amtlichen Dokumente besteht keine Genehmigung zur Veröffentlichung. Der Text wurde entsprechend modifiziert



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