Die Hugo Salzmann-Ausstellung im Internet inspiriert: 1. Schüler-Facharbeit über Hugo Salzmann

Die Hugo Salzmann-Ausstellung, die der Förderverein Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus in Koblenz e.V. seit dem 18. November 2012 offiziell im Internet präsentiert, hat schon die erste Schülerfacharbeit hervorgebracht. Als wir noch in der Aufbauphase waren, fragte die Schülerin Johanna Müller aus Weinsheim bei uns an, ob wir ihr für ihre Facharbeit mit Informationen über Hugo Salzmann weiterhelfen könnten. Sie hatte die Erzählung von Erich Hackl „Familie Salzmann“ gelesen und wollte jetzt noch mehr wissen, vor allem über den Widerstandskämpfer Hugo Salzmann. Gern halfen wir Johanna Müller mit Informationen und Fotos aus. So konnte sie in kurzer Zeit ihre Facharbeit Widerstand in der Zeit des Nationalsozialismus am Beispiel der Familie Salzmann aus Bad Kreuznach im Fach Geschichte in der 12. Klasse des Gymnasiums am Römerkastell in Bad Kreuznach anfertigen. Der Lohn für ihr Engagement war eine sehr gelungene Arbeit und eine sehr gute Schulnote.

Frau Julianna Salzmann, die Tochter Hugo Salzmanns, und der Autor Joachim Hennig haben sich sehr gefreut, dass sie Johanna Müller mit ihrer Mutter bei der offiziellen Präsentation der virtuellen Ausstellung „Hugo Salzmann (1903 – 1979) – Kommunist – Gewerkschafter – Künstler aus Bad Kreuznach“ am 18. November 2012 in Bad Kreuznach begrüßen konnten. Sehr gespannt verfolgte Johanna Müller das Ergebnis der Schau, die sie noch in einer frühen Phase kannte. Beeindruckt bedankte sie sich noch einmal bei dem Team und gab ihrer Hoffnung Ausdruck, dass sie viele Nachahmer finden möge, die sich mit dem ganz bemerkenswerten und eindrucksvollen Leben von Hugo Salzmann näher beschäftigen.

Zur Person von Johanna Müller:

Die 19-jährige in Kirchheimbolanden geborene Johanna Müller lebt heute mit ihren Eltern Steffen und Barbara und ihren beiden Geschwistern in Weinsheim in unmittelbarer Nähe von Bad Kreuznach. In Bad Kreuznach besucht sie seit 2004 das Gymnasium am Römerkastell. Ihre Lieblingsfächer sind Geschichte, Deutsch und Ethik. Es war dann auch ihr Geschichtslehrer, der die Arbeit über Hugo Salzmann anregte. Als Beinahe-Kreuznacherin las sie sich umgehend in die „Familie Salzmann“ von Erich Hackl ein und wandte sich dann an das Stadtarchiv Bad Kreuznach, das ihr den Kontakt zu dem Autor Joachim Hennig vermittelte.

Anfang 2013 wird Johanna Müller ihr Abitur machen. Dazu und zu ihrem weiteren Lebensweg wünschen wir ihr viel Erfolg und auch eine Portion Glück.

Als kleines Dankeschön für die Hilfe hat Johanna Müller dem Förderverein Mahnmal Koblenz ihre Facharbeit überlassen. Mit ihrem Einverständnis dokumentieren wir sie nachfolgend auch im Internet – allerdings nur den Anfang. Wir wollen damit weiteren jungen Forscherinnen und Forschern die Möglichkeit geben, ebenfalls über Hugo Salzmann zu arbeiten – ohne dass eine Bearbeitung bereits im Internet bekannt ist.

 


Facharbeit: Leistungskurs Geschichte

 

Fachlehrer: Herr Matter

Gymnasium am Römerkastell

Bad Kreuznach

 

Widerstand in der Zeit des Nationalsozialismus

am Beispiel der Familie Salzmann aus Bad Kreuznach


 

Abiturjahrgang 2013

Jahrgangsstufe 12

Vorgelegt am 26.04.2012

Von Johanna Müller

 


 

Übersicht

Vorwort

Einleitung

1.Biographie Hugo Salzmann

1.1 Kindheit und Jugend

1.2 Eheschließungen

1.3 Flucht und Gefangenschaft

1.4 Spätere Jahre in Friedenszeiten

 

2. Widerstand

3. Familiäre Auswirkungen

4. Schlusswort

Anhang

 


 

Vorwort

Als ich mich vor geraumer Zeit im Leistungskurs Geschichte zu einer Facharbeit entschied, wusste ich schon zu anfangs welches Thema mich ansprechen würde und in welchem ich auch das gewisse Interesse aufbringen könnte, mich voll und ganz den Recherchen zu widmen. Der Nationalsozialismus! Schon früh setzte ich mich mit diesem Thema auseinander und hörte gefesselt meinen Großeltern zu, wenn sie mir von ihren Erlebnissen und Erfahrungen aus dieser Zeit berichteten.

Dankbar war ich natürlich, dass mein Fachlehrer Herr Matter sofort bereit war meine Facharbeit zu betreuen und sich auch auf schnellstem Wege mit der Mitarbeiterin Angelika Arenz-Morch aus dem NS-Dokumentationszentrum Rheinland-Pfalz per E-Mail in Verbindung gesetzt hat.

Frau Arenz-Morch, der ich an dieser Stelle auch herzlich für ihr Bemühen danken möchte, wusste sofort, über welche Familie/Person es sich lohnen würde eine solche Arbeit zu verfassen, nämlich Hugo und Juliana Salzmann, welche dem kommunistischen Wiederstand im Raum Koblenz angehörten.

Um mich in das Thema einfinden zu können und mir einen Überblick zu verschaffen informierte ich mich zunächst auf Rat Frau Arenz-Morch auf einer empfohlenen Internetseite.

Da dies natürlich nur eine erste Informationsquelle war, entschloss ich mich kurzer Hand die Lektüre von Erich Hackl „Familie Salzmann“ zu lesen, die wissenswerte Informationen für meine Arbeit enthielt und mir einen guten Einstieg verschaffte.

Letztendlich war der von Frau Arenz-Morch empfohlene Kontakt zu Joachim Hennig eine Fundgrube der Informationen.

Herr Hennig, der an einer virtuellen Ausstellung über Hugo Salzmann arbeitet und mit der Familie in Kontakt steht, stellte mir die noch unveröffentlichte Internetseite mit Informationen aus unterschiedlichen Archiven, darunter das Koblenzer NS Archiv und das Kreuznacher Stadtarchiv zur Verfügung und stand mir in einigen Telefonaten mit seinem Rat zur Seite.

Dank seiner Hilfsbereitschaft und dem zur Verfügung stellen von privaten Bildern, Briefen und Dokumenten der Familie Salzmann, konnte ich viele fundierte Fakten sammeln und mich von Tag zu Tag mehr in die Familiengeschichte hineinfühlen.

Durch Herrn Hennig kam es zum Höhepunkt meiner Arbeit: Eine E-Mail von Juliana Salzmann, der Tochter Hugo Salzmanns aus dritter Ehe vor einigen Tagen. In dieser herzlichen Nachricht wird mir ein Treffen mit ihr in Aussicht gestellt, auf das ich mich sehr freue und es mir hoffentlich gelingt dadurch noch einige für mich offene Fragen zu klären.

Einleitung

„Hinter uns und vor uns liegt eine Geschichte der sozialen Kämpfe, in der sich aus Widerständen Fortschritte entwickeln.“[1]

Doch wie viel Widerstand kann ein Mensch mit Körper, Geist und Seele leisten und wie viel ist er bereit dafür aufzugeben?

Widerstand kann auf verschiedene Art und Weise ausgeübt werden, hierbei erscheinen mir die beiden Adjektive gewaltsam und gewaltlos von großer Bedeutung. Die Antwort auf die verschiedenen Formen des Widerstandes ist jedoch oft die ein und die Selbe und endet in Brutalität, Unmenschlichkeit und Blutvergießen und dem Leiden Unschuldiger und Schwacher.

In der vorliegenden Facharbeit berichte ich von dem Widerstandskämpfer Hugo Salzmann und dessen Familie.

Durch seine politischen Aktivitäten und die Widerstandsleistungen während der Weimarer Republik, zum Teil auch später noch in der nationalsozialistischen Zeit Deutschlands, strebt er soziale Gerechtigkeit um jeden Preis an und stellt seine Fähigkeiten voll und ganz in den Dienst der kommunistischen Partei.

 

[1] Unbekanntes Zitat