Helden verehrt verkannt vergessen

Der Förderverein Mahnmal Koblenz war auch beim Schülerwettbewerb des Bundespräsidenten im Jahr 2008/09 aktiv. Der Wettbewerb, der unter dem Motto „Helden – verehrt – verkannt – vergessen“ stand, lud geradezu ein, Opfer des Nationalsozialismus zu porträtieren. So sahen es auch mehrere Schülerinnen und Schüler aus Koblenz und Umgebung. Sie erbaten und erhielten selbstverständlich vom Förderverein Mahnmal Hilfe für ihre Arbeiten. In besonderem Maße profitierte die Schülerin Lea Münch vom Martin-von-Cochem-Gymnasium in Cochem aus dem Kontakt. Sie porträtierte die Widerstandskämpferin Anneliese Hoevel. Dafür erhielt Lea Münch nicht nur die umfangreiche Quellen- und Dokumentationssammlung des Fördervereins über Anneliese Hoevel und ihren Ehemann Andreas (André) Hoevel zur Verfügung gestellt, sondern – ganz neu - sogar Verbindungen zu einer noch lebenden Zeitzeugin.

Die 18-jährige Lea Münch besucht zurzeit die 12. Jahrgangsstufe am Cochemer Gymnasium. Ihre 50-seitige Arbeit hat sie Ende Februar 2009 für den Geschichtswettbewerb eingereicht. Inzwischen hat sie eine Kurzfassung ihrer Biografie als Facharbeit im Fach Geschichte vorgelegt. Diese Arbeit ist inzwischen mit der Note „eins plus“ bewertet worden. Man darf gespannt sein, wie die junge Forscherin, die sehr vielseitig ist und schon an einem „Jugend forscht“-Wettbewerb, einem archäologischen Praktikum und der internationalen Biologie-Olympiade teilgenommen hat, in dem Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten abschneiden wird. Zu den Ende des Sommers stattfindenden Preisverleihungen für die insgesamt mehr als 1.800 eingesandten Beiträge drücken wir vom Förderverein Mahnmal Koblenz Lea Münch und auch den anderen Teilnehmern, die mit uns zusammengearbeitet haben, ganz kräftig die Daumen.

Update 05.06. 2009:

Soeben erfahren wir, dass Lea Münch mit ihrer Arbeit Landessiegerin für Rheinland-Pfalz geworden ist. Auf Landesebene werden in dem Bundeswettbewerb insgesamt 250 Landessieger ermittelt. In jedem Bundesland sind das also mehrere Sieger, die wiederum für die verschiedenen Arbeitsformen (Einzel- oder Gruppenarbeiten pp.) und Altersstufen und Schulformen ausgewählt werden. Dabei ist der Landessieg schon mit einem Preis von 250.- Eu. verbunden. Die Verleihung der Landespreise findet nach den Schulferien am 31. August 2009 im Landesarchiv Speyer statt. Die Landessieger - und damit auch Lea Münch - nehmen an dem Endwettbewerb um die Bundespreise teil. In einer zweiten Bewertungsrunde haben sie die Chance, einen der 50 Bundespreise beim Geschichtswettbewerb zu erringen. Die Verleihung der Bundespreise findet am 6. November 2009 in Berlin durch den Bundespräsidenten statt. Der Förderverein Mahnmal Koblenz gratuliert Lea Münch zum Landessieg sehr herzlich und wünscht ihr für die Bundespreise viel, viel Erfolg.

Als kleines Dankeschön für die Hilfe hat Lea Münch dem Förderverein ihre Facharbeit zur Verfügung gestellt. Sie wird nachfolgend (bis auf Kürzungen bei der Wiedergabe von Originaldokumenten = Fußnoten) wiedergegeben.




Helden: verehrt - verkannt - vergessen: Anneliese Hoevel – eine Heldin?

von Lea Münch

1. Vorwort
„In der Behauptung einer großen Sache unter Widerwärtigkeiten und Gefahren bildet sich der Held.“ (Leopold Ranke, Historiker)

Helden - ein Begriff, der schon seit Menschengedenken mit Faszination und Bewunderung verbunden ist. Hierbei handelt es sich jedoch in der Regel um Helden und nicht um Heldinnen. Gibt es einfach weniger heldenhafte Frauen als Männer? Sicherlich nicht, viel eher ist es so, dass viele Heldinnen einfach deutlich unbekannter sind als ihre männlichen Pendants. Als ich während des Themas „Helden“ nach vorbildlichen Menschen recherchierte, bin ich bald auf die kommunistische Widerstandskämpferin Anneliese Hoevel gestoßen. Sie stand auch fast immer im Schatten ihres Ehemannes Andreas Hoevel. Ganz signifikant wird dies an dem (Kult-)Roman der damaligen DDR von Bruno Apitz: „Nackt unter Wölfen“. Dies ist eine Hommage an den Kapo der Effektenkammer des Konzentrationslagers Buchenwald, Andreas Hoevel. Gerade aber diese, selbst im Verhältnis zu ihrem Ehemann geringe – um nicht zu sagen fehlende – Bekanntheit weckte besonders mein Interesse, über Anneliese Hoevel zu schreiben. Sind denn keine Heldinnen gefragt? Anneliese Hoevels Schicksal, das ich auf der Homepage des „Fördervereins Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus in Koblenz e.V.” skizziert fand, beeindruckte mich zutiefst. Ich selbst bin eine junge Frau und dieses engagierte, sich selbst und seinen Idealen treu bleibende Leben hat mich unheimlich angezogen. Für mich stand schon bald fest: Das ist sie, die „Heldin“, die ich porträtieren will, mit ihr kann ich mich sehr gut identifizieren. Doch dann kamen mir Zweifel. Sind Helden bzw. Heldinnen nicht grundsätzlich immer siegreich oder gar unverwundbar? Waren sie nicht alle als unbestreitbares Vorbild von Staat und Gesellschaft anerkannt? - Und stellte Anneliese Hoevel nicht genau das Gegenteil von alledem dar? War sie nicht Kommunistin und endete sie nicht völlig entrechtet, geschunden und entkräftet unter dem Fallbeil ihrer Mörder im Gefängnis Frankfurt/Main-Preungesheim? Ja, so war es. Aber all dies bestärkte mich jedoch nur in meinem Entschluss, über „meine Heldin“ zu schreiben.


2. Lebensweg Anneliese Hoevels
„Die meisten Menschen müssen Helden sein, um den Lebenskampf zu bestehen.” (Dustin Hoffmann, Schauspieler)

Anneliese Fiedler wurde am 3. Oktober 1898 in Köln-Nippes geboren. Nach dem Besuch der Mittelschule und der Höheren Handelsschule arbeitete Anneliese bis Januar 1930 in einem Büro in Berlin als Kontoristin. In Berlin lernte sie Andreas (André) Hoevel kennen, die beiden heirateten im Januar 1929. Andreas Hoevel, zu dieser Zeit Angestellter der Firma Opel AG, war örtlicher Funktionär der KPD, Anneliese wurde ebenfalls 1932 Mitglied der Partei.
Im Jahr 1930 begann Andreas Hoevel bei den Opel-Werken in Rüsselsheim zu arbeiten, sodass sie nach Wiesbaden umzogen. Um sich einer möglichen Verhaftung nach dem Reichstagsbrand zu entziehen, floh Andreas Hoevel ins Saargebiet. Das Saargebiet war gemäß dem Versailler Vertrag von Deutschland abgetrennt und wurde 1920 mit einem Mandat des Völkerbundes für 15 Jahre unter französische Verwaltung gestellt, so dass die Gestapo von Deutschland aus dort keinen Zugriff auf Andreas Hoevel hatte. Weil Anneliese den Aufenthaltsort ihres Mannes nicht verriet, wurde sie Anfang September in „Schutzhaft“ genommen und ins KZ Moringen gebracht, wo sie bis Februar 1934 verblieb. Andreas Hoevel befand sich derweil ebenfalls im KZ.
Am 13. September 1934 geriet Anneliese in Untersuchungshaft im Gerichtsgefängnis Wiesbaden. Ihre Tätigkeit für die illegale KPD werteten die Nationalsozialisten als „Vorbereitung [zum] Hochverrat“ so dass sie am 1. Dezember 1934 im Zuge eines Massenprozesses gegen insgesamt 20 Kommunisten zu drei Jahren Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverlust verurteilt wurde.
Andreas Hoevel wurde am 2. März als „politischer Instrukteur“ der KPD ebenfalls zu Gefängnis verurteilt.
Nach Verbüßung dieser Strafe wurde Anneliese Hoevel erneut in „Schutzhaft“ genommen.
Am 20. April 1939 - zu „Führers Geburtstag“ - wurde sie dort entlassen und ging zurück zu ihrem Mann nach Berlin, der von 1935 bis Weihnachten 1938 aufgrund der dem Urteil angeschlossenen „Schutzhaft“ in den Konzentrationslagern Esterwegen, Sachsenhausen und Buchenwald war.
Somit verbrachten die Eheleute Hoevel ihre ersten gemeinsamen Jahre voneinander getrennt in den verschiedensten KZs. Weil Andreas` Schwager Peter Heep überraschend verstarb, übernahm Andreas dessen Obst- und Gemüsehandel in Koblenz. Anneliese folgte ihrem Mann im Herbst 1939 dorthin.
Zunächst schien sich alles etwas zu stabilisieren und nach der jahrelangen Trennung Ruhe in ihr Leben einzukehren. Anneliese und André Hoevel nahmen wieder Kontakt zu der Wiesbadener Widerstandsgruppe sowie zu Gleichgesinnten in Koblenz und früheren Mithäftlingen aus den Konzentrationslagern auf. Die dadurch neu entstandene Widerstandsgruppe hörte ausländische Sender bei gegenseitigen Besuchen ab, führte politische Gespräche und betieb Antikriegspropaganda in der Wehrmacht.
Aus bisher unbekannten Gründen wurde der Kreis entdeckt und Anneliese und ihr Ehemann am 30. November 1941 verhaftet. Ab dem 7. Dezember befanden sich die Eheleute in der Untersuchungshaftanstalt Kassel. Wegen „Vorbereitung eines hochverräterischen Unternehmens in Tateinheit mit Rundfunkverbrechen“
Am 28. August 1942 wurde Anneliese Hoevel morgens um 5.30 Uhr und ihr Mann Andreas Hoevel fünf Minuten später durch das Fallbeil im Gefängnis Frankfurt- Preungesheim hingerichtet.

3. Quellenanalyse 1942

3.1 Urteil
„Unglücklich das Land, das Helden nötig hat.“ (Bertolt Brecht, Schriftsteller und Regisseur)

Der Strafsenat des Oberlandesgerichts Kassel befand am 26. Juni 1942 Anneliese Hoevel für schuldig und verurteilte sie zusammen mit Andreas Hoevel wegen „Vorbereitung eines hochverräterischen Unternehmens [...] in Tateinheit mit Verbrechen nach §§ 1 und 2 der Rundfunkverordnung [...] zum Tode und dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte“.
(Urteil des Oberlandesgerichts Kassel, 27. Juni 1942.)
Diese Anklageschrift beginnt mit der Auflistung der Angeklagten, bei der Anneliese Hoevel als zweite, ihr Mann Andreas als erster genannt wird. Über Anneliese wird dabei Folgendes vermerkt: „aus Koblenz - Metternich, Triererstrasse 97, verheiratet mit dem Angeschuldigten zu 1), gottgläubig, [...] einschlägig vorbestraft, festgenommen am 30. November 1941“.
Daraus geht also hervor, dass Anneliese sich schon über fünf Monate vor dem eigentlichen Prozess in der Gewalt der Nazis befand.
Der Strafsenat hat in diesem Urteil „Im Namen des deutschen Volkes“ für "Recht erkannt“ Anneliese Hoevel „der Vorbereitung eines hochverräterischen Unternehmens […] in Tateinheit mit Verbrechen nach §§ 1 und 2 der Rundfunkordnung“ für schuldig befunden, weshalb sie „zum Tode und dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte“verurteilt wird. Darauf folgt die Urteilsbegründung, die sich in zwei Abschnitte gliedert, zuerst „Zur Person der Angeklagten“ ein kurzgefasster Lebenslauf und zweitens „Zur Sache“
Im zweiten Abschnitt wird direkt zu Anfang betont, dass Anneliese Hoevel „auch nach der Entlassung aus dem Konzentrationslager […] ihre kommunistische Gesinnung unverändert“ beibehielt. In Koblenz nahm sie „alsbald die Beziehungen zu den Eheleuten Noetzel in Wiebaden auf, die sie schon aus der Zeit vor der Machtübernahme als überzeugte Kommunisten“ kannte. Weiterhin besuchten sich die beiden Ehepaare „- teils zusammen, teils einzeln – gegenseitig häufig.“ Hierbei besprachen die Eheleute Hoevel und der Ehemann Noetzel „die politische und militärische Lage im kommunistischen Sinne“, wobei „die Grundlage ihrer Erörterungen […] die Nachrichtensendungen der englischen Sender“ bildeten, die „seit 1940 ständig“ abgehört wurden. Außerdem wurden von Andreas Hoevel noch neben den „deutschsprachigen Sendungen auch solche in englischer Sprache”, die er Anneliese anschließend übersetzte. Zur Erläuterung muss hierbei gesagt werden, dass Andreas Hoevel in den 20er Jahren landwirtschaftlicher Verwalter in den USA war. (Lebenslauf Andreas Hoevel, Stadtarchiv Trier: Nachlass Andreas Hoevel) Der Versuch, auch „Nachrichtensendungen des Moskauer Senders” zu empfangen, war jedoch angeblich erfolglos. Bei den Gesprächen über die „militärische Lage” in Russland waren teilweise auch der „Wehrmachtsangehörige Kleinz” zugegen, der zuletzt Leutnant im „Russlandfeldzug” war. Überdies besuchte Rudolf Steinwand, den Andreas Hoevel im Konzentrationslager kennen gelernt hatte, „die Eheleute Hoevel regelmässig alle 8 - 14 Tage [um mit ihnen] gemeinsam die englischen Nachrichten” abzuhören und diese in „kommunistische[r] Gesinnung, in der sie sich gegenseitig bestärkten”, zu besprechen. Schließlich waren diese Besuche nicht mehr möglich, da Rudolf Steinwand „am 1. Oktober 1941 […] zur Wehrmacht eingezogen” wurde. Anneliese Hoevel erhielt ebenfalls Kontakte zu Freundinnen aufrecht, die sie im Konzentrationslager/Zuchthaus kennen gelernt hatte. Sie waren wie Anneliese wegen hochverräterischem Unterehmen verurteilt worden. So bekam Anneliese Hoevel 1941 dreimal Besuch „von einer Cäcilie Helten aus Düsseldorf”. Beim zweiten Besuch „zu Ostern 1941 brachte die Helten […] Helene Stommel […], sowie eine Margarete Lotz aus Duisburg mit.” Bei diesen Besuchen hörten die Frauen den Londoner Sender ab und besprachen die Meldungen im „staatsfeindlichen Sinne.” Darauf folgt eine Erläuterung des Urteils unter Einbeziehung der entsprechenden Gesetze der Rundfunkverordnung. Demnach liegt bei Anneliese Hoevel ein Verbrechen gemäß § 1 vor, da sie „seit Anfang 1940 ausländische Sender absichtlich abgehört“ hatte. Zusätzlich hatte Anneliese sich nach § 2 dieser Rundfunkverordnung strafbar gemacht, weil sie „andere Personen an dem Abhören [hat] teilnehmen lassen“ und dabei die empfangenen „Nachrichten geeignet waren, die Widerstandskraft des deutschen Volkes zu gefährden“. Außerdem hat die Gruppe mit dieser Tat und den anschließenden „Erörterungen“ gleichzeitig den Zweck verfolgt, „sich gegenseitig in ihrer beibehaltenen kommunistischen Gesinnung zu schulen und zu bestärken und sich so für den Kommunismus einzusetzen“. Laut dem Strafsenat kann aufgrund der „politischen Vergangenheit“ hierbei kein Zweifel bestehen. Weil das „Ziel des Kommunismus [...] der gewaltsame Umsturz der Verfassung des Dritten Reiches“ ist, ist das „begangene Rundfunkverbrechen [...] zugleich Teil der Vorbereitung eines hochverräterischen Unternehmens im Sinne der §§ 80 Abs. II, 83 Abs. II des Strafgesetzbuches“, das bei Anneliese Hoevel darauf gerichtet war, „einen organisatorischen Zusammenhalt herzustellen und aufrechtzuerhalten.“
Aus dieser Sicht bewerteten die Nationalsozialisten sowohl die Verbindung zu dem Wehrmachtsangehörigen Rudolf Steinwand als auch die Kontakte, „die Frau Hoevel zu den drei Frauen Helten, Stommel und Lotz“ pflegte. Dies wurde von den Nationalsozialisten als eine „kommunistische Zellenbildung“ angesehen, „wie sie der heutigen Kampfesweise des illegalen Kommunismus entspricht.“
Damit lag der Erschwerungstatbestand in Form von „organisatorische[m] Zusammenhalt“ vor.
Der „erschwerende Tatbestand“ wurde bei Anneliese Hoevel ebenfalls als erwiesen betrachtet, da „die Tat 2. darauf gerichtet war, die Reichswehr [...] zur Erfüllung ihrer Pflicht untauglich zu machen, das Deutsche Reich gegen Angriffe auf einen äußeren oder inneren Bestand zu schützen.“ Konkret hatte Andreas Erörterungen angestellt, die darauf hinausliefen, den „Angehörigen und Offizier der Wehrmacht Kleinz“ in diesem Sinne „untauglich zu machen“.
Selbst wenn „auf Seiten der Eheleute Hoevel der Mann das Wort geführt hat, so ist doch nach dem vollen politischen Einverständnis, das zwischen beiden Eheleuten bestand, ohne weiteres anzunehmen, dass Frau Hoevel die Ansichten ihres Mannes auch in diesem Punkt billigte und unterstützte und so im Falle Kleinz das gleiche Ziel anstrebte wie ihr Mann.“
Bei der Verurteilung schied aufgrund der „Schwere der Tat“ und „der politischen Vergangenheit“ eine Bestrafung nach §84 des Strafgesetzbuches aus, also war ein „minder schwere[r] Fall“ von § 80 nicht anzunehmen, sodass demnach auch kein „lebenslanges Zuchthaus“ oder „Zuchthaus nicht unter fünf Jahren“ als Strafe in Betracht gezogen wurde. Als Begründung wird angeführt: „Die erheblichen einschlägigen Vorstrafen, die sie verbüßt haben, haben ebensowenig an ihrer fanatischen kommunistischen Einstellung etwas zu ändern vermocht wie die langdauernde Unterbringung im Konzentrationslager und die dort abgegebene Verpflichtungserklärung. Kaum aus dem Konzentrationslager entlassen, nehmen sie wieder die Betätigung für den Kommunismus auf und machen sich in Koblenz zum geistigen Mittelpunkt eines kommunistischen Kreises.“
Darin zeigen sie ihren „nicht zu übertreffenden Haß gegen das Dritte Reich.“ Anschließend heißt es: „Es erübrigt sich jede nähere Ausführung über das Gefährliche der Bestrebungen, die die Eheleute Hoevel verfolgt haben. Sie sind, wie die mit ihnen gemachten Erfahrungen beweisen, völlig unverbesserlich, sie wollen sich nicht in die Volksgemeinschaft eingliedern, sondern kämpfen dagegen mit allen Mitteln an, die sich ihnen bieten. Sie müssen deshalb zum Schutz der Volksgemeinschaft aus dieser ausgemerzt werden.“
Damit rechtfertigte das Gericht das Todesurteil über Anneliese Hoevel und ihren Mann.

3.2 Historischer Kontext

Anneliese Hoevel war eine der ungefähr 16.000 Menschen, über die die nationalsozialistische Strafjustiz in der Zeit der Diktatur von 1933 - 1945 Todesurteile verhängte.
Was unter Strafe und deren Zweck verstanden wurde, macht folgender Leitsatz des nationalsozialistischen Strafrechts deutlich: „Strafe ist .... einfach Aussonderung fremder Typen und artfremden Wesens.”
Aus dieser Sicht heraus wurde auch Anneliese Hoevel verurteilt, wie im letzten Teil des Urteils “Rechtliche Würdigung” erkennbar wird. Bis zum Sommer 1934 wurde der ,,Straftatbestand des Hochverrats, [dessen sie schuldig befunden wurde,] so ausgeweitet und „umgeformt, dass jede sich grundsätzlich gegen die Diktatur richtende Opposition dadurch erfaßt werden konnte. […] Der Hochverratstatbestand wurde so zum zentralen Instrument der justitiellen Bekämpfung des politischen Widerstands.“
Weiterhin wird der „verbrecherische Wille bestraft, nicht der Taterfolg […], d.h. der Entschluss eine Straftat zu begehen.” Konkret bedeutet dies, dass sie, obwohl das oberste Ziel des Widerstandes von Anneliese Hoevel und der Gruppe, der Sturz des NS–Regimes, durch die unternommenen ,,verbrecherischen” Aktivitäten nicht gelungen war, sie die volle Strafe verdiente, als wenn sie Erfolg gehabt hätten. „Sühne und Abschreckung sind die primären Strafzwecke”
Dies war auch im Falle der Todesstrafe für Anneliese Hoevel so. Die Zeitzeugin Frau Schellenberger (siehe Zeitzeugen) erzählte, dass die Wiesbadener Genossen sie und ihre Familie über das Urteil benachrichtigt hätten und mitteilten, dass „die Hinrichtung mit großen Plakaten an allen Litfaßsäulen bekannt gemacht wurde.”

3.3 Bewertung

Von unserem heutigen Standpunkt aus ist es sicherlich recht schwer nachzuvollziehen, was es in der Zeit des Nationalsozialismus bedeutet haben muss, Widerstand in der Form zu leisten, wie Anneliese Hoevel es getan hat. Ausländische Rundfunksender zu hören sowie anschließend politische Diskussionen zu führen und oppositionelle Meinungen auszutauschen, scheint auf den ersten Blick nicht die Heldentat schlechthin zu sein. Aber die damaligen Umstände lassen das Handeln von Anneliese Hoevel in einem gänzlich anderen Licht erscheinen, sodass man es doch als heldenhaft bezeichnen kann.
Es ist historisch belegt, dass die Konsequenzen für derartiges Handeln der Bevölkerung allgemein und somit auch Anneliese Hoevel durchaus bekannt waren. Dies verdeutlicht beispielsweise der Zeitungsartikel „Gegen das Gift aus dem Aether!“ in dem die nationalsozialistische Propaganda unmissverständlich erklärt: ,,Jedes Wort, das der Redner [eines ausländischen Rundfunks] herübersendet, ist selbstverständlich verlogen und dazu bestimmt, dem deutschen Volke Schaden zuzufügen. Die Reichsregierung weiß, daß das deutsche Volk diese Gefahr kennt und erwartet daher, daß jeder Deutsche aus Verantwortungsbewusstsein heraus es für Anstandspflicht ansieht, das Anhören ausländischer Sender grundsätzlich zu unterlassen.” (Zeitungsartikel: Gegen das Gift aus dem Aether. Stadtarchiv Trier: Nachlass Andreas Hoevel) Wirkliches Verantwortungsbewusstsein ist es jedoch, wenn man sich wie Anneliese Hoevel verhält, die ausländische Sender abhörte, damit gegen das Gesetz verstieß und sich somit in dieser Hinsicht der totalen Verfügungsgewalt des NS-Staats entzog, die dieser über die Menschen beanspruchte. Auch distanzierte sie sich deutlich von der Masse, weil sie nicht an die Lügen glaubte, die von der deutschen Propaganda bezüglich der Kriegslage u. Ä. verbreitet wurden. Stattdessen versuchte sie zusammen mit ihrem Mann und der restlichen Widerstandsgruppe, durch das Abhören der ausländischen Sender eine realistische Einschätzung über Deutschlands Lage und das Geschehen im Ausland zu erhalten. Das Bewusstsein, dass ihr die Todesstrafe drohen könnte, zeigt, wie viel Mut sie gehabt haben muss, trotzdem so zu handeln. Insofern beweist dieses Handeln in dem beschriebenen gesetzlichen Ausnahmezustand ihre starke Persönlichkeit auf besondere Weise.
Außerdem verdient Anneliese Hoevel höchste Anerkennung, da sie unermüdlich und ohne Unterlass gegen den NS-Staat kämpfte. Nach den vorliegenden Quellen setzte sie sich seit 1933 (ihrem Charakter nach zu urteilen wahrscheinlich auch schon früher) gegen die Diktatur ein; jahrelange Inhaftierungen in den verschiedenen Konzentrationslagern, die von den Nationalsozialisten dazu konzipiert wurden, (politisch) missliebige Menschen mundtot zu machen bzw. geistig zu brechen, hatten in diesem Sinne bei Anneliese Hoevel keinen Erfolg. Sie muss demnach sehr viel Standhaftigkeit und große (Willens-) Kraft besessen haben, um Derartiges durchzustehen und unverzüglich daran anschließend die Widerstandsarbeit wieder in vollem Maße aufnehmen zu können.
Zwar ist nichts Genaueres über ihr Ergehen im KZ überliefert (In ihrem Brief aus dem KZ Esterwegen an ihren Mann schreibt sie lediglich: ,,Meine Arbeit erfordert meine ganze Konzentration” - Stadtarchiv Trier), aber allein schon die über fünf Jahre dauernde Gefangenschaft und die Isolation waren sicher mehr als belastend.
Inwieweit ihr Handeln, beispielsweise die betriebene Antikriegspropaganda in Bezug auf den Wehrmachtsangehörigen Rudolf Steinwand, (sichtbaren) Erfolg hatte, sei dahingestellt. Anneliese Hoevel hatte zweifellos nicht in dem Maße Möglichkeiten, Attentate auf Hitler oder sonstige Umsturzversuche mit Erfolgsaussichten zu verüben wie hochgestellte Offiziere. Doch ist ihr Widerstand damit weniger wert oder als weniger heldenhaft zu bewerten? Wir gehen doch nach unserer demokratisch-freiheitlichen Grundüberzeugung davon aus, dass alle Menschen ,,gleich” geboren werden. Meiner Überzeugung nach darf es keine ,,Hirarchisierung” der Helden bzw. der Widerstandskämpfer nach ihren Motiven, dem Erfolg oder den Erfolgsaussichten ihres Unternehmens geben; sie alle verbindet der Kampf gegen die nationalsozialistische Diktatur, ihren ,,unermesslichen Hass gegen das Dritte Reich”, wie es der Strafsenat des OLG Kassel im Fall von Anneliese Hoevel ausdrückte. Wie im Urteil beschrieben, leistete sie mit all den ihr zur Verfügung stehenden Mitteln Widerstand. Von daher führte ihr Widerstand trotz allem zu dem realen Erfolg, die Nationalsozialisten in ihrer angestrebten absoluten Machtstellung zu verunsichern. Anneliese Hoevel wurde in ihrem Handeln als Widerstandskämpferin als Gefahr wahrgenommen, sonst hätten die Nationalsozialisten nicht derartige Strafen auf illegale Betätigung dieser Art ausgesetzt. In der Urteilsbegründung findet sich auch folgende Aussage des Strafsenats über das Ehepaar Hoevel: ,,Sie wollen sich nicht in die Volksgemeinschaft eingliedern,[...]. Sie müssen deshalb zum Schutz der Volksgemeinschaft aus dieser ausgemerzt werden.” Die genannte Volksgemeinschaft wird somit zum „vorgeblichen Schutzobjekt [von] Machtinteressen, die sich […] immer mehr […] radikalisierten.
Vom OLG Kassel wird Anneliese Hoevel ebenfalls als „fanatische Kommunistin” bezeichnet. Dies lässt vermuten, mit welchem Einsatz sie wohl die in der Anklageschrift und im Urteil geschilderte Widerstandsarbeit leistete. Diese Aussage könnte sich ebenfalls darauf beziehen, dass sie ihr ganzes Leben in den Dienst des Widerstandes stellte. Anneliese Hoevel war sich sicher, dass man nicht kampflos vor Hitler und seinem verbrecherischen Regime kapitulieren durfte, und an dieser Überzeugung hielt sie fest - bis zu ihrem Lebensende. Weil sie bewusst ihr Leben riskierte, stellte sie den Widerstand über ihr eigenes Leben, was sie unbestreitbar zu einer Heldin macht.


4. Quellenanalyse eines Briefes von Anneliese Hoevel

,,Ein Held ist jemand, der tut, was er kann. Die anderen tun dies nicht.” (Romain Rollande, französischer Dichter)

Anneliese Hoevel schrieb ihrem Ehemann Andreas am 24. Januar 1939 einen Brief aus dem Frauen- Konzentrationslager Lichtenburg (Prettin), in dem sie ihm Mut zuspricht und ermuntert nicht aufzugeben.

In der linken Ecke des Briefes ist ein Auszug aus der Lagerordnung abgedruckt, daneben befindet sich Anneliese Hoevels „Anschrift: [...] Nr.39 Station V“
Alle Zitate dieser Quellenanalyse stammen aus dem Brief von Anneliese Hoevel, den sie an ihren Mann aus dem KZ Esterwegen schrieb. (Stadtarchiv Trier), der Brief umfasst gemäß den Vorschriften zwei Seiten. Anneliese beginnt ihren Brief auf eine sehr herzliche Art und Weise mit den Worten „André, mein Liebster“. Weiterhin schreibt sie liebevoll: „[E]s ist alles nicht so einfach und Du bist so allein.[...] weiß ich doch, daß sich zu zweien alles leichter überwinden lässt“. Dies bringt zum Ausdruck, dass sie ihren Mann vermisst, dennoch beklagt sie sich an keiner Stelle über ihr Schicksal. Wie im gesamten Brief deutlich wird, sorgt sie sich immer teilnahmsvoll nur um ihren Mann André, nie um sich selbst; so schreibt sie beispielsweise: „Hoffen und wünschen tue ich, daß Du recht bald irgendeine Position bekommst, die dich wieder ins richtige Gleis kommen lässt.“
Andreas Hoevel war bis zum 20.12.1939 in verschiedenen KZ `s. [Andreas Hoevel war vom 28.02.1933 bis zum 20.12.1938 in „Schutzhaft“]. Auch bringt sie ihm große Wertschätzung entgegen: „Man sollte doch annehmen, daß ein Mensch mit deinen Qualifikationen und menschlichen Werten sehr schnell untergebracht wäre.“ Weiterhin ist sie stets voller Sorge um das Wohlergehen ihres Mannes: „Mein armes, gutes Lieb, so hast du ausgesehen, daß Deine Photographie nicht verwendungsfähig war.“
Einmal spricht Anneliese über sich selbst: mit der Absicht Andreas aufzumuntern schreibt sie nicht ganz ernsthaft, vielleicht etwas augenzwinkernd: „Schöner und jünger bin ich jedenfalls nicht geworden, doch habe ich versucht, was ich konnte, um den kommenden Verfall (!!!) (so schlimm ist es auch wieder nicht) zurückzudrängen.“ Sie ist selbstlos und beansprucht für sich kaum etwas („Du wolltest wissen, wieviel Geld ich haben darf und ob ich besondere Wünsche habe. [...] So anspruchsvoll bin ich auch nicht mehr und es geht auch.“) Anneliese richtet in diesem Zusammenhang an ihren Mann auch die Worte: „Mache dir bitte keine Sorgen,“ und zeigt somit, dass sie André nicht zur Last fallen will, sondern ihn aufzurichten versucht. Außerdem verhält Anneliese sich äußerst tapfer, wenn man beachtet, dass sie seit 1933, also schon sechs Jahre, in den verschiedenen Zuchthäusern und Konzentrationslagern festgehalten wurde und in der gesamten Zeit von Andreas und ihren Freunden getrennt lebte: „Meine Arbeit erfordert meine ganze Konzentration und erlaubt mir nicht zu grübeln über Dinge, die sind und sich nicht ändern lassen und das ist gut so, denn man sehnt sich sonst nur krank.“ Sie möchte aber vermeiden, dass ihr Mann sich bekümmert und schreibt daher standhaft, mutvoll und zuversichtlich: „Aber lass, es wird schon werden.“ Abschließend ermutigt und bestärkt sie André nochmals mit fester Entschlossenheit: „Ich drücke ganz fest die Daumen für ein Gelingen nach Deinen Wünschen. Es grüßt Dich recht zärtlich Deine Annelies“.

Dieser Brief aus dem KZ Lichtenburg ist eine sehr wertvolle Quelle, die einen tieferen Einblick in ihre Persönlichkeit, Überzeugungen und Umgang mit anderen Menschen ermöglicht. Die Informationen, die man aus demselben herauslesen kann, machen sie eindeutig zu einer Heldin. Auch nach der sechsjährigen Gefangenschaft ist sie noch nicht gebrochen und besitzt sogar noch die heldenhafte Stärke und die Zuversicht, trotz ihres eigenen, schweren Schicksals ihrem Mann Andreas Mut zuzusprechen. Ihre Gedanken und Sorgen sind dabei stets auf André gerichtet, nie führt sie Klage über ihr Ergehen. Diese Tapferkeit, dieser Mut und diese Standhaftigkeit machen den Heldengeist aus, den Anneliese Hoevel ohne Zweifel besessen hat.


5. Zeitzeugin Anneliese Schellenberger

Die Strafprozessakten, also auch das Urteil von 1942, sind immer aus dem „Verfolgerblickwinkel“ entstanden und haben daher die Intention, Anneliese Hoevel und die anderen Widerstandskämper als gefährliche „Verbrecher“ und „Verräter“ zu entlarven. Zeitzeugen hingegen berichten ihre Erlebnisse immer aus ihrer eigenen, persönlichen Sichtweise, daher sind ihre Berichte auch stets subjektiv. Dennoch ermöglicht es der Zeitzeugenbericht von Anneliese Schellenberger, Anneliese Hoevel aus einer anderen Perspektive zu sehen, da Frau Schellenberger Anneliese Hoevel noch selbst gekannt hat und somit viel über ihren Charakter, ihre Motive, Einstellungen und Wirkung auf andere berichten kann. Anneliese Schellenberger wurde als zweites Kind von Alfred Schellenberger und seiner Ehefrau Charlotte am 7. Oktober 1929 in Wiesbaden geboren. Ihre Eltern waren selbst Mitglieder der Widerstandsgruppe in Wiesbaden, der auch Anneliese und Andreas Hoevel 1933/34 angehörten. Aus dieser Freundschaft heraus erhielt sie auch den Namen Anneliese. Da sie als Kind „sehr vertraut“ mit Anneliese Hoevel war, ihre Eltern ihr im Nachhinein noch viel über sie erzählt haben und weil Anneliese „ein gern gesehener Gast und häufiger Gesprächspartner“ bei Schellenbergers war, konnte sie mir noch sehr viele Interessantes und Bewundernswertes über Anneliese Hoevel aus ihren Erinnerungen berichten. Als Kind hatte Anneliese Schellenberger „einen guten Kontakt zu ihr gehabt“ und fühlte sich bei ihr „geborgen“.

5.1. Zur Tätigkeit in der Widerstandsgruppe in Wiesbaden

Bei den Treffen der Widerstandsgruppe wurden viele Gespräche bzw. Diskussionen geführt und da „politische Arbeit immer Arbeit mit den Menschen“ bedeutet, standen im Mittelpunkt derselben „die Probleme, die die Menschen Ende der 20[er]/Anfang der 30[er] Jahre bewegten (Arbeitslosigkeit, Auswirkungen des Kapitalismus, drohender Krieg, die Politik von Hitler und den möglichen Kampf dagegen). Eine weitere „zentrale Frage war auch die Entwicklung im ersten Staat der Arbeiter und Bauern, der Sowjetunion.“ Dabei wurde zum eigenen Schutz großen Wert auf die Einhaltung der „Regeln der konspirativen Tätigkeit“ gelegt. So wurden „genaue Absprachen über Zweck und Inhalt des Treffens vereinbart [...], die einen legalen Hintergrund hatten, an den sich die Beteiligten im Falle einer Verhaftung unter allen Umständen halten mussten.“ Die Treffen wurden dann als „Familienausflüge, Kaffeekränzchen, Besuch[e] der Volkshochschule oder andere Aktivitäten“ getarnt.
Bei diesen Besuchen handelte es sich um Vorlesungen über „dialektischen und historischen Materialismus“, man legte also Wert auf ideologische Weiterbildung. Anneliese Hoevels Position in dieser Widerstandsgruppe beschreibt Frau Schellenberger folgendermaßen: „Sie war ein fester Bestandteil und zuverlässiges Mitglied der Gruppe.“
Die Nachricht von Anneliese Hoevels Hinrichtung 1942 gelangte durch die „Wiesbadener Genossen“ zu der mittlerweile in Leipzig lebenden Familie Schellenberger; Anneliese Schellenberger erzählt, dass sie damals „alle sehr erschüttert“ gewesen waren.

5.2 Zu Anneliese Hoevels Persönlichkeit

Anneliese Hoevel wird von Frau Schellenberger als „eine gebildete, einsatzbereite, kulturell interessierte und liebevolle Frau“ beschrieben. In ihrer Familie „wurde über die Hoevels immer mit der größten Hochachtung [...] über ihre Leistungen gesprochen. Sie waren sehr beliebte und zuverlässige Genossen.“
Weiterhin erinnert sich Anneliese Schellenberger, „dass überzeugte Kommunisten [...] wie Anneliese Hoevel [...] ihr ganzes Leben in den Dienst der Sache [also den Widerstand] stellten. Alles andere wurde untergeordnet. [...] Der tägliche politische Kampf erforderte die ganze Persönlichkeit des Menschen. Die Widerstandsarbeit war geprägt von den [...] täglich wechselnden Bedingungen und den sich daraus ergebenden Aufgaben, ohne das große Ziel aus den Augen zu verlieren: den Sturz des verhaßten Naziregimes.“ So kämpfte auch Anneliese Hoevel „ehrlich mit all ihrer Überzeugungskraft und ihrem Wissen [,] weitere Menschen von [der] Richtigkeit ihres Kampfes zu überzeugen.“ Somit sagte Anneliese Schellenberger über Anneliese Hoevel aus: „Sie war eine mutige Frau.“ Auf meine Frage, ob Anneliese Hoevel für sie eine Heldin ist, antwortete Frau Schellenberger eindeutig: „Ja, sie ist für mich eine Heldin, denn sie hat nach Nicolai Ostrowski (ukrainischer Revolutionär und sowjetischer Schriftsteller) das wertvollste gegeben [,] was der Mensch besitzt - das Leben.“
Nach den Erinnerungen von Frau Schellenberger ist Anneliese Hoevel auf jeden Fall eine Heldin, sie lebte ihr Leben für den Widerstand gegen den nationalsozialistischen Staat und starb letztendlich dafür. Auch ihre bewundernswerte, starke Persönlichkeit, wie sie bereits in den vorherigen historischen Quellen zum Ausdruck kam, wurde durch Frau Schellenberger bestätigt. Wenn man beachtet, mit wie viel Aufwand und Sorgfalt die Treffen zu Diskussionen und Gesprächen getarnt wurde, wird klar erkennbar, dass hier aus tiefster Überzeugung gehandelt wurde. Die genannten Werte Mut und Einsatzbereitschaft, sowie die Sicht anderer Genossen, die Anneliese Hoevel und ihren Leistungen hohe Achtung entgegenbrachten und bei denen sie sehr beliebt war, sprechen für eine Heldenstatus. Teilweise bekräftigen die Aussagen von Frau Schellenberger vorherige Ergebnisse, die Anneliese Hoevels Heldenhaftigkeit belegen, teilweise öffnen sie auch noch neue Aspekte, die jedoch auch allesamt ohne Zweifel dafür sprechen, sie als Heldin anzusehen.
Anneliese Schellenberger bekam von dem Ehepaar Hoevel als Kind eine Matrjoschka (russ. Puppe) geschenkt, die für sie heute eine ganz besonders wertvolle Erinnerung an die beiden darstellt.
Abschließend schreibt Frau Schellenberger: „Ihr Tod war für uns ein großer Verlust. Sie bleibt geliebt und unvergessen.“


6. Eine Heldin trotz kommunistischer Gesinnung?

Carl Friedrich von Weizsäcker hat die Helden unterschiedlichster Herkunft zum 20 Juli 1974 aufgezählt: „Unsere Erinnerung muss zu den Tausenden gehen, die an vielen Stellen ihren Widerstand mit dem Leben bezahlten, als Sozialisten, als Kommunisten, als Konservative,...”


Meiner Ansicht nach und infolge der Ergebnisse der Quellenanalysen ist Anneliese Hoevel eine Heldin. Dennoch weist der kommunistische Widerstand einige Probleme auf. Der Nestor der deutschen Kommunismusforschung, Hermann Weber, formulierte Ende der 1980er Jahre eines dieser Probleme folgendermaßen: Darf der kommunistische Widerstand gegen die Hitler-Diktatur überhaupt als legitimer Teil des deutschen Widerstandes gelten?
Es geht also um die Frage, ob sie auch, obwohl sie Kommunistin war und obwohl die politische Ideologie der KPD keineswegs unserem heutigen Verständnis und unserer Auffassung von Staat, Demokratie und Freiheit entspricht, eine Heldin sein kann. Außerdem darf nicht vergessen werden, dass die Geschichte des kommunistischen Widerstandes in Deutschland keine kontinuierliche Erfolgsgeschichte war, sondern eine Politik der Irrtümer und Fehler. Diese Tatsache wurde lange in der Geschichtsschreibung der DDR zu Gunsten einer äußerst unkritischen Heldenverehrung verschwiegen. Die Parteiführung proklamierte zu Beginn des Widerstandkampfs eine Propagandaoffensive und rief ihre Mitglieder zur Organisation von sogenanntem aktiven Massenwiderstand auf, der ein Ausmaß an Blutopfern ohnegleichen zur Folge hatte. Diese Phase des verlustreichen Aktionismus dauerte bis Mitte der 30er Jahre an. Angeordnet wurde er durch die starre Parteibürokratie der KPD, die den Nationalsozialismus fatal unterschätzte. Trotz dieser unpassenden Strategie muss erwähnt werden, dass die Kommunisten zu den Widerstandskämpfern gehörten, die am hartnäckigsten und unnachgiebigsten gegen den NS-Staat kämpften. Vor allen Dingen taten sie dies von Anfang an, seit dem Beginn der Diktatur. Obwohl die Gestapo versuchte, die kommunistische Bewegung mit Massenverhaftungen und brutalsten Repressionsmethoden vollständig zu zerschlagen und die ständige Neubildung von kommunistischen Zellen zu verhindern, gelang ihr dies nie ganz. So nahm auch Anneliese Hoevel nach ihrer Entlassung aus dem KZ die Widerstandsarbeit unverzüglich wieder auf.
Um zu dem kommunistischen Widerstand Stellung zu nehmen, sollte man auch andere Widerstandsbewegungen zum Vergleich und zur Relativierung heranziehen. Neben der Weißen Rose ist wohl Claus Schenk Graf von Stauffenberg eine der bekanntesten Figuren des deutschen Widerstandes. Stauffenberg war jedoch nicht Hitler-Gegner von Anfang an, vielmehr veränderte sich seine Sympathie zum Nationalsozialismus zu dem Entschluss, dass Hitler und der von ihm entfesselte Krieg gestoppt werden müsse. Ebenso verachtete er als Anhänger des Dichters Stefan George die Demokratie; ihm war Hitler bei dessen Machtübernahme ohne Zweifel lieber als die Weimarer Republik.
Selbstverständlich ist Stauffenberg aufgrund seiner Tat und seines Mutes ein Held, dies soll hiermit auch keinesfalls in Frage gestellt werden. Aber aus den oben beschriebenen Tatsachen resultiert auch die Frage, ob der perfekte Held/die perfekte Heldin vielleicht gar nicht existiert bzw. existieren kann. Fast jeder Held hat auch seine dunklen Seiten, die weniger heldenhaft sind. Schließlich sind Helden auch nur Menschen mit Fehlern und Unvollkommenheiten und dennoch sind sie Helden. Kommunisten wie Anneliese Hoevel wurde jedoch lange der Heldenstatus und die gebührende Achtung abgesprochen, da sie sich gegen Demokratie im Allgemeinen und die Weimarer Republik im Speziellen wendeten. Wenn nun aber Stauffenberg als deutscher Held verehrt wird, warum sollte man dann nicht auch Anneliese Hoevel als Heldin ansehen? Meiner Ansicht nach ist sie aus der vorangegangenen Begründung heraus, obwohl sie Kommunistin war, eine Heldin. So schrieb auch Richard von Weizsäcker in seiner Rede „Der 8. Mai 1945 - 40 Jahre danach“: „Als Deutsche ehren wir das Andenken der Opfer des deutschen Widerstandes, des bürgerlichen, des militärischen und glaubensbegründeten, des Widerstandes in der Arbeiterschaft und bei Gewerkschaften, des Widerstandes der Kommunisten.“ (Weizsäcker, Richard von: Von Deutschland aus. Reden des Bundespräsidenten. München: Deutscher Taschenbuch Verlag, 1987.)


7. Gedenken an Anneliese Hoevel nach 1945

,,Die legendären Helden, nicht die wirklichen Helden haben Eindruck auf die Massen gemacht.” (Gustave Le Bon, französischer Soziologe)

In der Nachkriegszeit waren die Widerstandskämpfer, insbesondere die Kommunisten, auf das heftigste umstritten; in der breiten Masse der Bevölkerung wurde der Widerstand gegen die Nazidiktatur mit nur „wenigen Ausnahmen negativ bewertet.“ Oftmals wurden sie sogar als „Verräter“ diffamiert. Es hat sehr lange gedauert, bis die Öffentlichkeit die Widerstandskämpfer ungeachtet ihrer politischen Ziele, Motivation und Erfolge anerkannt und die ihnen die zustehende Achtung und angemessenen Respekt entgegengebracht hat, selbst heute ist dies noch nicht immer der Fall. In der frühen Bundesrepublik wurde der kommunistische Widerstand keinesfalls als legitim betrachtet. Insofern ist auch die Umbenennung einer Straße in Hoevelstraße in einem Koblenzer Wohngebiet als Sonderfall zu bewerten. Es ist aufgrund des histrorischen Kontextes zu vermuten, dass die Umbenennung auf Bestreben eines Genossen der Hoevels geschah. Der Zeitungsbericht aus dem Jahr 1952, der das Ehepaar Hoevel als strahlende „Helden der deutschen Widerstandsbewegung” glorifiziert stellt ebenfalls eine Ausnahme dar und ist keinesfalls hinsichtlich der Meinung der Bevölkerungsmehrheit repräsentativ. Frau Elisabeth Hoevel-Askew, die Schwester von Andreas Hoevel, wollte in den 60er Jahren ein Buch über ihn und seine Frau schreiben, um der Welt zu beweisen, dass die beiden keine Verbrecher waren und es auch Deutsche gab, die keine Nazis waren.
In der ehemaligen Strafanstalt Frankfurt/Main-Preungesheim, der Hinrichtungsstätte Anneliese Hoevels, wurde im Zuge der Errichtung einer Gedenkstätte am 20.07.1962 ein Mahmal für die Opfer des Nationalsozislismus eingerichtet. Diese Gedenkstätte ist als eines der ersten staatlichen Bekenntnise zum Widerstand zu betrachten.
Mit der Gründung des Fördervereins „Mahnmal Koblenz“ 1997 begann man die nationalsozialistische Verfolgung und der Widerstand gegen das NS-Regime auf regionaler Ebene zu erforschen. Dabei wurden würdige Formen der Erinnerung gefunden, wie beispielsweise die Errichtung eines öffentlichen Mahnmals in Koblenz, zahlreiche Ausstellungen und die Verlegung sogenannter Stolpersteine.

8. Schlussbetrachtung: Anneliese Hoevel – eine stille Heldin
„Nicht der, der kämpft, ist ein Held, sondern der, der dort kämpft, wo ihn keiner sieht.“ ( Hans Lohberger, Schriftsteller)

Anneliese Hoevel wurde vom Staat und der Mehrheit der Gesellschaft ausgegrenzt und auf tiefste verachtet, ihr Leben muss sehr schwer gewesen sein, wenn man nur einmal die jahrelangen KZ- und Gefängnisaufenthalte betrachtet. Sie war auch keineswegs unverwundbar, denn letztendlich starb sie unter dem Fallbeil. All dies hatte sie aber nicht daran gehindert, nach den Prinzipien einer Heldin zu handeln: Anneliese Hoevel kämpfte mit bewundernswerter Willenskraft gegen das nationalsozialistische Regime. Obwohl ihr wahrscheinlich bewusst war, dass ihr Leben auf diese Weise enden könnte, ist sie diesen mühevollen Weg gegangen. Sie hätte auch, wie so viele, schweigen und tatenlos zusehen können. Die Leistungen, die sie vollbracht hat, machen sie zu einer „stillen Heldin”. Ihr Einsatz wurde äußerst selten mit Ruhm vergolten, es hat sehr lange gedauert bis sie nicht mehr als ,,Verräterin” diffamiert wurde und ihr Widerstand trotz ihrer kommunistischen Gesinnung als legitim anerkannt wurde. Anneliese Hoevel war eine der vielen unbekannten Widerstandskämpferinnen, die ihr für ihre Arbeit ihr eigenes Leben wagemutig aufs Spiel setzten. Damit befand sie sich als politisch aktive Frau zur damaligen Zeit in einer ungewöhnlichen Rolle, was sie umso bewundernswerter macht.

Diese Arbeit soll einen Beitrag dazu leisten, Licht ihr zutiefst berührendes Schicksal zu bringen und einen Beitrag zu einer respekt- und würdevollen Art der Erinnerung darstellen. Anneliese Hoevel hatte keinen unmittelbaren, sichtbaren Erfolg mit dem was sie tat, sodass man sie nicht als siegreich beschreiben kann, wie es im Allgemeinen von einem Helden/einer Heldin erwartet wird. Dennoch bin ich davon überzeugt, dass das Vermächtnis der Widerstandskämpfer, sich gegen Unrecht aufzulehnen, wo immer wir es durch unsere Vernunft und unser Gewissen erkannt haben, ein wichtiger Teil dessen ist, was wir von einer Heldin wie Anneliese Hoevel lernen können.

9. Anhang

9.1 Erklärung
Ich erkläre, dass ich die Facharbeit ohne fremde Hilfe angefertigt und nur die im Literaturverzeichnis angeführten Quellen und Hilfsmittel benutzt habe.
9.2 Danksagung
Ganz besonders danke ich Herrn Hennig, Frau Schellenberger, Herrn Simon und meiner Familie für die Unterstützung bei dieser Arbeit.

9.3 Literaturverzeichnis

9.3.1 Primärquellen
- Andre und Anneliese Hoevel – Helden der deutschen Widerstandsbewegung (Verfasser unbekannt),
In: Die That, 1952. Stadtarchiv Trier: Nachlass Andreas Hoevel.
- Anneliese Schellenberger, 4 Fotografien (Privatbesitz)
- Brief von Anneliese Hoevel aus dem KZ Esterwegen an ihrem Mann, 1937. Stadtarchiv Trier: Nachlass
Andreas Hoevel.
- Durchschlag eines Schnellbriefes „an den Herrn Reichsminister der Justiz […] Gnadengesuche Andreas
Hoevel u. A.“, 1942. Stadtarchiv Trier: Nachlass Andreas Hoevel.
- Gestapokarteikarten über Anneliese und Andreas Hoevel (digitalisiert auf CD), Landeshauptarchiv Koblenz.
- Fotografien der Gedenkstätte Frankfurt-Preungesheim ( Föderverein Mahnmal Koblenz)
- Fotografien von Anneliese und Andreas Hoevel. Stadtarchiv Trier: Nachlass Andreas Hoevel.
- Fragebogen an Anneliese Schellenberger zu Anneliese Hoevel
- Liste mit den „Namen der am 15. Dez. 1937 zu transportierenden politischen Schutzhäftlinge“.
Stadtarchiv Trier: Nachlass Andreas Hoevel.
- Mitteilung des Gefängnises Frankfurt- Preungesheim an den Generalstaatsanwalt in Frankfurt vom 28.8.1942
über die Vollstreckung des Todesurteils an Andreas und Anneliese Hoevel. Stadtarchiv Trier: Nachlass
Andreas Hoevel.
- Strafprozessakten 1934/42 (Institut für Marxismus Leninismus)
- Strafprozessakten 1942 (Bundesarchiv Berlin-Lichterfelde, Bestandssignatur: NJ, Aktenbestands-Nr. 2548)
- Stadtverordnetenversammlung: Straßen-Umbenennung vom 22.4.1948. Stadtarchiv Koblenz: Best. 623, Nr.
6037.
- Recherchebriefe von Elisabeth Hoevel- Askew. Stadtarchiv Trier: Andreas Hoevel.
- selbstverfasster Lebenslauf von Andreas Hoevel. Stadtarchiv Trier: Nachlass Andreas Hoevel.
- Zeitungsartikel (nicht näher bezeichnet, Name der Zeitung etc. fehlen): Gegen das Gift aus dem Aether!
Erscheinungsdatum vermutlich um den 2. September 1939 (Gesetz wurde an diesem Tag verkündet).
Stadtarchiv Trier: Nachlass Andreas Hoevel.

9.3.2 Sekundärliteratur
- Alfred Rosenberg 1935 zum Strafzweck, zitiert nach Johe, Die gleichgeschaltete Justiz, Hamburg 1982, S. 39.
In: Bundesminister der Justiz (Hg.): Im Namen des Deutschen Volkes. Justiz und Nationalsozialismus. Köln:
Verlag Wissenschaft und Politik Berend von Notbeck, 1989. S. 146.
- Bästlein, Klaus: Als Recht zu Unrecht wurde. Zur Entwicklung der Strafjustiz im Nationalsozialismus. In:
Bundeszentrale für politische Bildung (Hg.): Aus Politik und Zeitgeschichte. Beilage zur Wochenzeitung des
Parlament. Bonn, 1989.
- Hennig, Joachim: Andreas Hoevel. http://mahnmal-koblenz.de/index.php/biografien/150-andre-hoevel/238-
-andreas-andre-hoevel-.html
- Hennig, Joachim: Anneliese Hoevel. http://mahnmal-koblenz.de/index.php/biografien/115-anneliese-
hoevel/20- anneliese-hoevel.html
- Institut für Zeitgeschichte (Hg.): Widerstands als „Hochverrat“ 1933- 1945. München: K.G. Sauer, 1998. S. 11.
- Justizministerium des Landes NRW (Hg.): Die Durchsetzung politischer und politisierter Strafjustiz im Dritten
Reich. Druck: Justizvollzugsanstalt Geldern. 1995, S. 380.
- Kammer, Hilde/ Bartsch, Elisabet: Jugendlexikon Nationalsozialismus. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 1982.
S. 190.
- Müller, Werner: Lohnkampf, Massenstreik, Sowjetmacht. Köln: Bund-Verlag, 1988. S. 394.
- Röder, Werner/ Weisz, Christoph (Hg.): Widerstand als „Hochverrat“ 1933- 1945. München: KG Saur, 1998.
S. 15.
- Schmitz, Stefan: Claus Schenk Graf von Stauffenberg. Ein deutscher Held... In: Stern 2.1.2009, Nr. 2, S. 66.
- Steinbach, Peter/Tuchel, Johannes (Hg.): Widerstand gegen die nationalsozialistische Diktatur 1933 -1945.
Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung, 2004.
- Tuchel, Johannes (Hg.): Der vergessene Widerstand. Zur Realgeschichte und Wahrnehmung des Kampfes
gegen die NS-Diktatur, Wallstein Verlag.
- Weizsäcker, Richard von: Von Deutschland aus. Reden des Bundespräsidenten. München: Deutscher
Taschenbuch Verlag, 1987.