Auszug aus dem Aufsatz von Joachim Hennig: Widerstand im Koblenzer Raum, erschienen in: Dieter Schiffmann/Hans Berkessel/Angelika Arenz-Morch (Hg.): Widerstand gegen den Nationalsozialismus auf dem Gebiet des heutigen Rheinland-Pfalz. Wissenschaftliche Darstellung und Materialien für die Unterricht. Mainz 2011, S. 117 - 134 (hier: 117 - 123).

Joachim Hennig: Widerstand im Koblenzer Raum

Einleitung
Wenn in diesem Beitrag vom Widerstand im Koblenzer Raum die Rede ist, geht es hier um das nördliche Rheinland-Pfalz mit Ausnahme des Raumes um Trier und des Westerwaldes.
Diese Eingrenzung des Koblenzer Raums als das Gebiet des „alten“ Regierungsbezirks Koblenz sowie als südlicher Teil der preußischen Rheinprovinz kann zudem manches erklären: den Sitz der Gestapo(leit)stelle für den Regierungsbezirk Koblenz in Koblenz, die Zuständigkeit des Sondergerichts Köln und (in Hochverratssachen) des Oberlandesgerichts Hamm/Westf. für Koblenz (erst 1940 wurde in Koblenz ein eigenes Sondergericht eingerichtet; das OLG Hamm blieb bis 1945 für alle – minder schweren – Staatsschutzsachen aus der preußischen Rheinprovinz zuständig). In diesem Gebiet um Koblenz, also von Remagen und Adenau im Norden bis Oberwesel, Bad Kreuznach und Birkenfeld im Süden, von Cochem im Westen bis Neuwied im Osten, findet man im Großen und Ganzen die Formen und Gruppen des Widerstands gegen den Nationalsozialismus wieder, wie man sie aus der einschlägigen Fachliteratur kennt.

Widerstand von Kommunisten
Der kommunistische Widerstand entstand auch im Koblenzer Raum aus der fundamentalen Gegnerschaft der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) zunächst zum „System der Weimarer Republik“ und dann speziell zur NSDAP. Er reichte bis in die örtliche Gliederung der KPD und zu deren Aktivisten. Beispielhaft hierfür sind die Aktivitäten der Ortsgruppe Koblenz des „Rotfrontkämpferbundes“ (RFB). Dieser Bund war eine besondere Wehrorganisation der KPD und schon im Jahre 1929 verboten worden. Trotzdem war ihre Organisation in Koblenz erhalten geblieben; zur Tarnung nannte man sich „Verein der Naturfreunde“ oder auch „Moselblümchen“. Entsprechend ihrer Zielsetzung bildete sie ihre Mitglieder militärisch aus, teils in theoretischen Instruktionsstunden, teils in Übungen auf freiem Feld, wie auf der Karthause und auch bei Ehrenbreitstein. Mitglieder des RFB gehörten zu den etwa 80 Kommunisten, die unmittelbar nach dem Reichstagsbrand am 28. Februar und 1. März 1933 in Koblenz und Umgebung in „Schutzhaft“ kamen. Sie wurden zum Teil erst nach einigen Monaten wieder freigelassen. Im Laufe des Jahres 1933 spürte man die Ortsgruppe des RFB auf. Zwölf ihrer Mitglieder wurden u.a. wegen Vorbereitung zum Hochverrat angeklagt und sechs von ihnen mit Urteil des Oberlandesgerichts Hamm vom 22. August 1934 zu Gefängnisstrafen von mehr als einem Jahr verurteilt.
Der geschichtsträchtige 28. Februar 1933 wurde auch einem anderen Koblenzer zum Verhängnis. An jenem Tag war der erwerbslose Arbeiter Josef Nax mit dem Fahrrad von Koblenz nach Mayen unterwegs. In seinem Rucksack hatte er ein Paket mit 30 – 40 Druckschriften wie „Die Rote Rheinarmee“ oder „Rote Kampfmunition“, die er der KPD-Ortsgruppe aushändigen sollte. Ehe es dazu kam, wurde er spätabends in Mayen von zwei Polizisten angehalten. Nax war ihnen aufgefallen, weil er ohne Licht fuhr. Schnell entdeckten sie bei ihm die Zeitungen, die vor allem für eine antifaschistische Einheitsfront unter Führung der KPD warben. Die Parolen lauteten beispielsweise:
„Wir roten Frontkämpfer schmieden mit eiserner Faust die proletarische Einheitsfront gegen Faschismus und Reaktion! Kämpft mit uns! Wählt Liste 3!“ sowie: „Her zu uns! Reichsbannerproleten, SPD und christliche Arbeiter! Schupokameraden! (...) Vor der gesamten Arbeiterklasse, gleich ob Reichsbannerkamerad, SPD oder christliche Arbeiter oder Arbeiter im Waffenrock, steht dringender denn je die Schaffung der Einheitsfront. Hört nicht auf die Phrasen eurer Führer, sondern schließt euch mit den kommunistischen Arbeitern zu Straßenselbstschutzstaffeln zusammen, kommt zu den Reserveformationen des RFB. (...) Massenkampf zum Sturz der Kapitalisten-Regierung Hitler-Papen ist unsere Aufgabe, dem Marsch der SA-Horden stellt den außerparlamentarischen Kampf der Roten Einheitsfront entgegen. (...) kämpfende Einheitsfront gegen Hitler, Papen, Hugenberg bedeutet nicht nur Sturz dieses Kabinetts, sondern die Arbeiterschaft wird dabei nicht Halt machen, sondern wird weiter kämpfen bis zum Sturz der Ausbeutergesellschaft und wird auf den Trümmern derselben die Diktatur des Proletariats errichten.“
Diese 30 – 40 Zeitungen, die Nax von Koblenz nach Mayen brachte, waren für das Oberlandesgericht Hamm „Vorbereitung eines hochverräterischen Unternehmens“ und Anlass für eine Gefängnisstrafe von einem Jahr und zwei Monaten.

Wohl als erster der Koblenzer KPD-Ortsgruppe wurde Jakob Newinger am 28. Februar 1933 in seinem Haus in (Koblenz-)Metternich verhaftet und in „Schutzhaft“ genommen. Später berichtete er davon, dass an diesem Tag die Straßen wegen Karneval voller Menschen waren. Als sie Newingers Verhaftung mit bekamen, protestierten sie dagegen und verlangten seine sofortige Freilassung. Schließlich musste sogar das Überfallkommando herbeigerufen werden. Es zerrte Newinger unter Protest der umstehenden Menschen ins Auto und brachte ihn ins Polizeigefängnis im damaligen Polizeipräsidium am Kaiser-Wilhelm-Ring (heute: Friedrich-Ebert-Ring). Immer mehr Kommunisten wurden verhaftet. Bald waren die Zellen im Polizeipräsidium so überfüllt, dass man die Inhaftierten ins Koblenzer Stadtgefängnis in der Karmeliterstraße brachte. Auch dort gab es bald keinen Platz mehr.
Nach und nach wurden Festgenommene entlassen. Es kamen aber auch immer wieder neue „Schutzhäftlinge“ hinzu – vor allem im Juli 1933 im Zusammenhang mit einer vom Geheimen Staatspolizeiamt in Berlin für ganz Preußen angeordneten umfangreichen Razzia auf Kommunisten. Eine beträchtliche Zahl von ihnen – schätzungsweise 40 „Schutzhäftlinge" – wurde dann im August 1933 in das Konzentrationslager Esterwegen im Emsland verschleppt; sie hatten dort unter dem Koblenzer Sturmführer Emil Faust zu leiden. Die meisten von ihnen kamen wohl Ende 1933 frei.
Die Nazis standen bei ihren Festnahmen und zum Teil mehrmonatigen Inhaftierungen der Kommunisten unter Erfolgsdruck. So erklärt sich nicht nur, dass – wie Jakob Newinger berichtet – Spitzel und Agenten in die Zellen der Kommunisten gelegt wurden, sondern auch der Versuch, die Kommunisten wegen allgemeinen Delikten zu kriminalisieren. Eine Methode war, ihnen Sprengstoffverbrechen anzuhängen. Newinger machte die Gestapo einen solchen Vorwurf und bot gegen ihn sogar einen angeblichen Zeugen auf. Ein Geständnis konnte man ihm aber nicht abpressen, obwohl die Verhörbeamten eine Pistole an seinen Kopf hielten.
Während Newinger alles abstritt, blieb ein solcher Vorwurf an Peter Beicht aus welchen Gründen auch immer hängen. Er hatte nach seinen Angaben im Jahre 1932 in eine Mineralwasserflasche sechs Patronen getan und sie dann in seinem Garten vergraben. In der Angst, ebenfalls verhaftet zu werden, hatte er am 1. März 1933 die Flasche Freunden aus (Koblenz-)Lay mitgegeben. Diese wussten damit nichts anzufangen und warfen sie kurz darauf ungeöffnet in die Mosel. Später meinte ein Sachverständiger, dass mit der Flasche vielleicht nur eine Tür hätte gesprengt werden können. Dessen ungeachtet wertete der Volksgerichtshof dies als Vorbereitung eines hochverräterischen Unternehmens und verurteilte Beicht zu einer Zuchthausstrafe von zwei Jahren. Die Layer Freunde von Beicht kamen dadurch ebenfalls in das Blickfeld von Polizei und Justiz. Einige von ihnen hatten im Sommer 1932 in Lay den „Kampfbund gegen den Faschismus“ gegründet und junge Leute für den Eintritt in die KPD zu werben gesucht. Ihr Kopf war Wilhelm Rott. In seinem Haus trafen sich oft Koblenzer KPD-Funktionäre, deshalb nannte man es auch „Klein Russland“. Der Volksgerichtshof verurteilte daraufhin in seinem Urteil vom 14. August 1934 Beicht und fünf seiner Layer Freunde zu insgesamt 6 ½ Jahren Zuchthaus sowie neun Monaten Gefängnis.
Auch anderenorts wurden Kommunisten in „Schutzhaft“ genommen, etwa im Kreis Neuwied insgesamt mindestens 16 Personen. Im Kreis Ahrweiler kam der frühere Kreisleiter der KPD Eduard Martini am 3. April 1933 in „Schutzhaft“, zunächst ins Polizeigefängnis und später ins Konzentrationslager Sonnenburg bei Küstrin in der Neumark. Am 24. September 1933 kehrte er aus dem KZ nach Ahrweiler zurück. Der Polizeibericht hierüber teilte mit, dass seine Frau und mehrere Kommunisten, „die zurzeit noch aus der Schutzhaft beurlaubt sind“, ihn „in einer offenen Demonstration“ herzlich empfingen. Damit war die Organisation der KPD vor Ort in Koblenz und auch an anderen Orten des Unterbezirks Koblenz fürs erste zerschlagen. Viele Funktionäre und auch Mitglieder der verbotenen KPD waren in Haft oder untergetaucht oder ins westliche Ausland, ins Saargebiet und später nach Frankreich oder Belgien, geflohen. Die Massenverhaftungen im Zuge des Reichstagsbrandes trafen den ohnehin schwachen Bezirk insgesamt und auch die einzelnen Kommunisten in den kleineren Städten und auf dem Land besonders schwer, waren diese doch nur eine Minderheit und in der Regel stadt- und ortsbekannt. Für den Unterbezirk Koblenz schätzte man, dass 20% bis 50% der Mitglieder in Haft waren. Zudem wurde der bisherige Pol. Leiter (Politischer Leiter) des Bezirks, Bernhard Bästlein, wegen interner Spannungen abgelöst und kurz darauf verhaftet. Zu diesem Zeitpunkt waren „bereits drei Garnituren von Oberinstrukteuren (...) durch die Verhaftungen verloren“ gegangen. Das hatte sicherlich seinen Grund auch darin, dass sich unter den Leitern des Bezirks ein Spitzel befunden haben soll.
Die Leitung der KPD bemühte sich trotz dieser Schwierigkeiten und Rückschläge erneut, die Organisation wieder aufzubauen. Der Wiederaufbau des Unterbezirks Koblenz wurde von Neuwied aus organisiert, dort – und nicht mehr in Koblenz – sollte der Unterbezirk auch seinen Sitz haben. Um Pfingsten 1933 suchte ein gewisser Schmidt aus Köln, der als Organisationsleiter für den Vertrieb der illegalen Schriften zuständig war, eine Frau in Neuwied auf, deren Ehemann sich seit März 1933 in „Schutzhaft“ befand. Über sie versuchte er Kontakt zu anderen Kommunisten vor Ort herzustellen. Dies gelang ebenso wie auch eine Reorganisation der Ortsgruppen in Neuwied und Umgebung. Allerdings war die rührige Polizei in Neuwied schon bald auf die Aktivitäten aufmerksam geworden. Man ließ die Kommunisten noch einige Zeit gewähren, bis man dann am 25. Juli 1933 im Zuge einer umfangreichen Razzia gegen Kommunisten in Preußen auch in Neuwied zuschlug. Wegen Vorbereitung eines hochverräterischen Unternehmens wurden 27 oder 28 Personen angeklagt. Das damals für Neuwied noch zuständige Oberlandesgericht Kassel bestrafte 21 von ihnen wegen des kaum zwei Monate währenden Diskutierens miteinander, des Verteilens von illegalen Zeitschriften und des Sammelns von Mitgliedsbeiträgen für die verbotene KPD zu insgesamt 15 Jahren Gefängnis sowie 16 Jahren und sechs Monate Zuchthaus, insgesamt also 31 Jahre und sechs Monate Freiheitsentzug.
Auch anderenorts versuchten die Kommunisten ihre Organisation wieder aufzubauen. Bekannt ist dies für die Koblenzer Altstadt im Häuserblock Görgenstrasse/ Balduinstraße/Pfuhlgasse. Während sie sich unmittelbar nach der „Machtergreifung“ der Nazis „sehr zurückgehalten“ haben sollen, wurden sie im August oder September 1933 für die Polizei erkennbar aktiv. Wie diese durch einen Spitzel erfuhr, trafen sich dort wohnhafte Kommunisten als Skatclub getarnt zu geheimen Zusammenkünften in einem Haus in der Balduinstraße. Sie verteilten unter sich Flugblätter, erhoben auf der Straße die Faust zum Gruß und sagten sich „Heil Moskau“. Am frühen Morgen des 15. September 1933 wurden dann 11 Personen, darunter eine Frau, festgenommen. Unter dem Vorwurf „Vorbereitung zum Hochverrat“ erging gegen acht von ihnen Haftbefehl. Gegen drei, u.a. gegen den Arbeiter Franz Wolf, erhob die Generalstaatsanwaltschaft Hamm unter dem 15. Februar 1934 Anklage wegen Vorbereitung eines hochverräterischen Unternehmens und wegen Beleidigung. Man legte ihnen zur Last, Handzettel verteilt und andere Personen, vermutlich ebenfalls Kommunisten, getroffen zu haben. Dabei hätten sie den Gruß „Heil Moskau“ verwendet und ihnen als Nationalsozialisten bekannte Personen wiederholt zugerufen: „Wir leben noch und werden uns schon noch an euch Bluthunden rächen!“ sowie „Du Faschistenhund, kommst auch bald dran!“ In dem „provozierenden Verhalten auf der Straße und den Zurufen“ sah die Anklagebehörde den Versuch, die kommunistische Idee zu propagieren und die Gegner des Kommunismus einzuschüchtern. Weiter wurde angenommen, dass sie „durch ihr regelmäßiges Zusammenkommen und durch die Rufe ‚Heil Moskau’ und ‚Wir leben noch’ den Zusammenhalt der KPD aufrecht zu erhalten versucht (haben)“. Der Ausgang des Verfahrens ist dem Verfasser nicht bekannt.
Nicht wenige Kommunisten waren nach ihrer Entlassung aus der „Schutzhaft“ wieder für die illegale KPD aktiv. Jakob Newinger etwa hielt zu ihm gut bekannten Genossen weiterhin Kontakt. Es waren aber nur lose Sympathiegruppen, die nicht in einer fest gefügten Organisation zusammen gefasst waren. Dies missfiel der Auslandsleitung der KPD in Amsterdam, und sie drängte auf eine erneute Reorganisation im Bereich Mittelrhein. Die Weichen hierfür wurden im Mai 1935 in Amsterdam gestellt, als ein so genannter Pol. Leiter vom Niederrhein namens Hans Breuer dort mit dem Pol. Leiter des Bezirks Mittelrhein (das war Karl Mewis, der den Decknamen „Köbes“ hatte) bekannt wurde und dieser ihn zum Pol. Leiter des Unterbezirks Koblenz ernannte. Breuer versuchte seinen Unterbezirk neu zu gliedern, hatte aber wenig Erfolg, zumal der Bezirksleiter Mewis/„Köbes“ dann flüchtig war und er – Breuer – keinen Kontakt zum Bezirk mehr hatte. Wieder reiste er nach Amsterdam und kehrte alsbald noch einmal kurz nach Koblenz zurück, um mit seinem Stellvertreter Johann Wagner, der mit den Koblenzer Verhältnissen besser vertraut war, erneut nach Amsterdam zu fahren.
Der Bericht der beiden führte zur Ablösung Breuers. Sein Nachfolger wurde wahrscheinlich Ludwig Vorberg. Er traf Ende September 1935 in Koblenz ein. Über eine erste Kontaktaufnahme kam er aber nicht hinaus. Zwei frühere Kommunisten, die die Gestapo als Spitzel gewonnen hatte, lösten eine neue Verhaftungswelle aus, der insgesamt mehr als 40 Personen zum Opfer fielen. Der Instrukteur Vorberg wurde wegen Vorbereitung zum Hochverrat vom Oberlandesgericht Hamm in einem gesonderten Verfahren zu zehn Jahren Zuchthaus verurteilt. 21 Kommunisten aus Koblenz und Umgebung kamen in einem Massenprozess ebenfalls vor den Strafsenat in Hamm. 20 von ihnen wurden wegen Vorbereitung eines hochverräterischen Unternehmens zu insgesamt 47 Jahren und drei Monaten Zuchthaus sowie zu vier Jahren Gefängnis verurteilt.
Nach diesen Verhaftungen war der Kontakt der Zentrale zu Koblenz abgerissen. Deshalb beauftragte sie Breuer erneut mit der Reorganisation. Dazu wurde der bisherige Unterbezirk Koblenz zu einem selbstständigen Bezirk erhoben, er sollte den unteren Westerwald und das linksrheinische Gebiet bis Bad Kreuznach und Trier umfassen. Breuer wurde Leiter dieses Bezirks. Bei seiner Rückkehr nach Koblenz am 7. Februar 1936 fand er aber keine Verbindungen mehr vor. Alle seine früheren Mitarbeiter waren in Haft. Sechs Wochen später, am 21. März 1936, wurde er ebenfalls festgenommen. Bei ihm fand man mehrere Schriften und Flugblätter, u.a. eines, das sich wie folgt mit den bevorstehenden Vertrauensratswahlen befasste:
„Indem wir diese vorgeschlagenen Nazi-Repräsentanten einmütig ablehnen, demonstrieren wir vor der Arbeiterschaft der ganzen Welt, dass wir uns gegen das blutige Naziregime, gegen seine Kolonial- und Kriegspolitik, gegen Lohnraub und Antreiberei, für Fett und Arbeit, für Butter statt Kanonen, für höhere Löhne, bessere Nahrungsmittelversorgung und freiheitliche Rechte, für ein freies, sozialistisches Deutschland, entscheiden.“
Ein Jahr später wurde Breuer vom Volksgerichtshof zu lebenslangem Zuchthaus und Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebenszeit verurteilt.

Zwei Kommunisten aus der Umgebung von Koblenz müssen noch erwähnt werden, weil sie ein besonderes Schicksal erlebt und erlitten haben. Der eine ist der auf der Riedermühle bei Mayen geborene Peter Lamberz. Schon im Ersten Weltkrieg wurde er wegen „militärischen Ungehorsams“ zu drei Jahren Festungshaft verurteilt. 1920 trat er in die KPD ein, war seit 1925 Mitglied der Kreisleitung Mayen und seit 1929 Unterbezirkssekretär im Bezirk Mittelrhein. Nach der Machtübernahme durch die Nazis wurde er in Mayen und Koblenz in „Schutzhaft“ genommen und ins Konzentrationslager Sonnenberg gebracht. Nach seiner Entlassung im Januar 1934 war er weiter für die illegale KPD aktiv und wurde mit Urteil des Oberlandesgerichts Hamm vom 18. Februar 1935 zu einem Jahr und neun Monaten Zuchthaus verurteilt. Als „fanatischer“ Kommunist kam er nach der Verbüßung der Haft im Zuchthaus Waldheim nicht frei, sondern wurde weiter in „Schutzhaft“ gehalten, erst im KZ Esterwegen, dann in Sachsenhausen und schließlich in Buchenwald. 1943 zog man ihn zwangsweise ins Strafbataillon 999 ein. An die Ostfront verlegt, gelang ihm im Januar 1944 die Flucht über den Dnepr. Unter dem Feuerschutz sowjetischer Soldaten konnte er trotz einer Fußverletzung, trotz Minenfeld und Stacheldrahtverhau die sowjetische Seite erreichen. Sechs Tage später verurteilte ihn das deutsche Feldgericht in Abwesenheit zum Tode. Nachdem er gesundheitlich wieder hergestellt war, wurde er Mitglied des „Nationalkomitees Freies Deutschland“ (NKFD) und nahm auf russischer Seite am Krieg teil. Nach Kriegsende ging er in die SBZ und beteiligte sich in verantwortlichen Positionen des Staates, in der SED und in der Wirtschaft am Aufbau der DDR. Nach langer Krankheit starb Peter Lambert am 2. August 1968.
Der andere ist der Reichstagsabgeordnete Nikolaus (Klaus) Thielen, 1901 in St. Sebastian bei Koblenz geboren. Bald zog er nach Vallendar um und war Ende der 1920er Jahre Mitglied des Kreistages von Koblenz-Land, dann Unterbezirkssekretär der KPD in Koblenz, Reichstagsabgeordneter sowie Bezirksinstrukteur des Bezirks Koblenz-Trier-Eifel. Der Verhaftungswelle nach dem Reichstagsbrand konnte er sich durch die Flucht ins Saargebiet entziehen. Es gehörte damals (noch) nicht zum Deutschen Reich; für die Saar galt das „Saarstatut“ und sie unterstand dem Völkerbund – bis zu dem schon damals vorgesehenen Termin für eine Volksabstimmung. Thielen musste dann aber im Auftrag der Partei 1934 ins Deutsche Reich zurück. Schon einen Tag nach seiner Ankunft in Berlin wurde er mit drei anderen bei einem illegalen Treffen verhaftet. Im Jahre 1935 verurteilte ihn der Volksgerichtshof wegen Vorbereitung eines hochverräterischen Unternehmens zu 15 Jahren Zuchthaus sowie zehn Jahren Ehrverlust. Die Strafe verbüßte Thielen im Zuchthaus Siegburg. Die letzte Station seines Lebens erreichte er am 18. November 1943, als er aus dem Zuchthaus ins Konzentrationslager Mauthausen in Österreich verschleppt wurde. Viele Häftlinge dort hatten den Vermerk „R. u.“ („Rückkehr unerwünscht“), wurden oft in der Strafkompanie zum Tragen von Steinblöcken eingesetzt und dabei entweder erschlagen oder „auf der Flucht“ erschossen. Klaus Thielens Tod ist ungeklärt. Nach Angaben des KZ soll er am 6. Januar 1944 angeblich an akuter Herzschwäche gestorben sein.
Schon seit Juli 1933 meldeten die Landräte des Regierungsbezirks und der Regierungspräsident dann weiter an den Oberpräsidenten, dass sie den kommunistischen Widerstand kontrollierten bzw. gebrochen hätten. So heißt es beispielsweise in dem Bericht des Landrats in Bad Kreuznach vom 12. Juli 1933 an den Regierungspräsidenten in Koblenz: „Die Polizeiverwaltungen des Kreises und die mir unterstellten Landjägereibeamten sind von mir wiederholt darauf hingewiesen worden, dass die polizeilichen Abwehrmaßnahmen gegen erneute kommunistische Organisations- und Propagandaversuche keinen Augenblick nachlassen dürfen. (...) Durch die polizeilichen Maßnahmen, die weitgehendst von den nationalen Verbänden, insbesondere von der NSDAP und von der Hilfspolizei unterstützt werden, sind bisher Ansätze zur Wiederbelebung der kommunistischen Partei im Keime erstickt worden. Noch am 26. vorigen Monats wurden 9 Kommunisten in Schutzhaft genommen wegen Verdachts der Herstellung und Verbreitung von Flugblättern. Nach langer Zeit wurde in der Nacht vom 24. zum 25. Juni diesen Jahres in Bad Kreuznach ein kommunistisches Flugblatt vertrieben.“
Trotz der Massenverhaftungen, gab es noch Kommunisten in der Region Koblenz, die sich immer wieder in kleinen Gruppen trafen und dann auch von Instrukteuren angeleitet wurden. Mitte der 1930er Jahre setzte sich aber bei der KPD-Führung im Ausland die Erkenntnis durch, dass die bisherige Form des Widerstandes nicht zum Ziel geführt hat und auch nicht zum Ziel führen würde. Zu hoch waren die Verluste unter den Funktionären und den Mitgliedern, nicht selten hatten Spitzel und „agents provocateurs“ die Organisationen und die Aktivisten verraten. Außerdem erkannte man, dass die Einschätzung, Hitler werde sich nur kurze Zeit an der Regierung halten und dann von den anderen reaktionären Kräften und dem Großkapital fallen gelassen und/oder dem „massenweisen“ Widerstand der KPD weichen müssen, nicht zutreffend war. Vor diesem Hintergrund fand im Juli und August 1935 in Moskau der VII. Weltkongress der Kommunistischen Internationale (Komintern) statt, der die Politik der Einheits- und Volksfront für alle Sektionen verbindlich festlegte. Die alsbald Anfang Oktober 1935 ebenfalls in Moskau tagenden Vertreter der KPD – aus Tarnungsgründen nannte man dies die „Brüsseler Konferenz“ – übernahmen diesen Kurs. Sie verwarfen die These, die SPD sei „Hauptfeind“ und „sozialfaschistisch“; auch hoben sie den Gegensatz zwischen Demokratie und Faschismus hervor. Dieser Kurswechsel zeigte sich auch vor Ort in Koblenz. Die darauf folgenden Aktivitäten machten zugleich deutlich, dass selbst nach Jahren der Verfolgung die Kommunisten hier nicht „tot“ waren, sondern weiterhin entschiedenen Widerstand leisteten. Das ergibt sich aus einem Verfahren vor dem Volksgerichtshof, der am 10. Juni 1938 den Hauptangeklagten Georg Seidenfuß aus Koblenz zu acht Jahren Zuchthaus und eine Frau Viktoria Reinemuth aus Oberfell zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt hat; der Ehemann Reinemuth, Philipp Reinemuth, wurde in diesem Verfahren wegen einer „schweren Erkrankung“ nicht abgeurteilt.
Philipp Reinemuth war seit 1932 Mitglied der KPD und galt den Nazis „seit langem als überzeugter und eifriger Kommunist“. Nach dem Reichstagsbrand war er in „Schutzhaft“ gebracht und erst im September 1933 entlassen worden. Mitte der 1930er Jahre unterhielt er persönliche Kontakte zu Mitgliedern des Kommunistischen Zentralkomitees (ZK) in Brüssel. Diese schalteten ihn ein, um zu klären, ob die ehemaligen SPD-Funktionäre Friedrich Jung in Rodenbach bei Neuwied und Johann Dötsch in (Koblenz-)Metternich bereit seien, illegal mit ihnen zusammen zu arbeiten. Reinemuth sollte sich Dötsch gegenüber auf den ehemaligen SPD-Funktionär und Reichstagsabgeordneten Emil Kirschmann, der inzwischen emigriert und Grenzsekretär der SOPADE für das westliche Süddeutschland war, berufen.
Den Auftrag des ZK führte Reinemuth nicht selbst aus, sondern beauftragte seinerseits den Hausmeister Georg Seidenfuß. Dieser fuhr mit dem Fahrrad nach Rodenbach, traf dort aber nur den Sohn Friedrich Jungs an. Diesem erklärte er sein Anliegen und warb dafür, dass sich alle Arbeiter auf die Seite der Gegenrevolution stellten. Dabei gehe es – so Seidenfuß – zunächst darum, die Belegschaft in den Rasselsteinwerken, in denen Friedrich Jung seinerzeit arbeitete, auszuhorchen und festzustellen, ob sie zur Mitwirkung bereit sei. Jung jun. wies dieses Ansinnen mit Entrüstung zurück und drohte mit einer Anzeige, die dann auch von Jung sen. erstattet wurde. Nicht viel besser – allerdings wurde hier keine Anzeige erstattet – erging es Seidenfuß, als er am 11. September 1937 bei Dötschs in Metternich vorbeifuhr. Er traf Johann Dötsch, den er persönlich nicht kannte, in seinem Obstgarten an. Als sich Seidenfuß ihm gegenüber auf Emil Kirschmann berief, blockte dieser – wie er später gegenüber der Polizei aussagte – gleich ab: Mit Leuten, die aus politischen Gründen ins Ausland geflohen seien, wollte er nichts zu tun haben. In Deutschland sei eine völlig politische Umwälzung vor sich gegangen; in den neuen Staat habe er sich sehr gut gefunden und er müsse es grundsätzlich ablehnen, sich für irgendwelche staatsfeindlichen Bestrebungen zur Verfügung zu stellen.
Der Hausmeister Georg Seidenfuß war im Übrigen eine schillernde Person. Seit 1931 war er Mitglied der NSDAP und auch der SA. Warum und wann er Unterstützer der illegalen Aktionen für die Kommunisten wurde, ist nicht bekannt. Jedenfalls unternahm Seidenfuß im Auftrag von Philipp Reinemuth nicht nur die beiden Anwerbeversuche bei den SPD-Funktionären Jung und Dötsch, sondern belieferte Reinemuth auch mit Schriftstücken, die er bei der Gauverwaltung der DAF, vornehmlich aus Papierkörben sammelte. Vermutlich mit von Seidenfuß entwendeten Briefköpfen und mit internen, von ihm beschafften Informationen entstanden dann Flugblätter der KPD und Berichte in französischen Emigrantenzeitungen. Obwohl ihm der Ursachenzusammenhang mit diesen Publikationen nicht nachgewiesen werden konnte, wurde Georg Seidenfuß für die gescheiterte Kontaktaufnahme zu den beiden ehemaligen SPD-Funktionären und den Funden im Papierkorb der DAF wegen Vorbereitung eines hochverräterischen Unternehmens unter erschwerenden Umständen zu acht Jahren Zuchthaus und acht Jahren Ehrverlust verurteilt.
Einige Jahre später gab es einen anderen Widerstand von Kommunisten, die zuvor bereits mehrere Jahre lang Haft in verschiedenen Gefängnissen, Zuchthäusern und Konzentrationslagern erlitten hatten und denen dann noch ein schreckliches Schicksal bevorstand. Wegen dieser Verfolgung und weil mit Beginn des Zweiten Weltkrieges der Widerstand und die Verfolgung von Kommunisten eine andere Qualität erhielten, war ihr Widerstand ein anderer. Es war der „Widerstand auf kleiner Flamme“ (Peukert), der den jahrelang Verfolgten oft nur noch übrig blieb. Es bildeten sich kleine Gruppen, deren Mitglieder sich aus der Nachbarschaft, aus früherer gemeinsamer Arbeit für die KPD oder von früheren Verfolgungen her kannten und sich ihrer gleichen Gesinnung und Verschwiegenheit gewiss waren. Man traf sich in einem solchen Kreis gelegentlich zur Diskussion, Bewahrung der politischen Gesinnung, Gegeninformation, zum Abhören ausländischer Sender oder einfach nur, um einen lockeren Kontakt untereinander zu halten. Erstaunlich war, dass sich nach den Verfolgungen der ersten Jahre überhaupt noch Kommunisten zu einem solchen „kleinen“ Widerstand zusammenfanden – zumal sie nach dem Hitler-Stalin-Pakt am Vorabend des Zweiten Weltkrieges in ihrer politischen Haltung hätten sehr verunsichert sein müssen.
Ein solcher Kreis von Vertrauten und Gleichgesinnten hatte sich 1939/40 auch in Koblenz-Metternich gebildet. Kopf und Herz dieser Gruppe waren die Eheleute Andreas (André) und Anneliese Hoevel. Sie waren keine gebürtigen Koblenzer, sondern stammten aus Trier bzw. Köln und hatten einige Jahre in Wiesbaden gelebt. Als sie im Frühsommer 1939 nach Koblenz kamen, hatten sie schon ein langes und schweres Verfolgungsschicksal hinter sich.
Zunächst war André Hoevel Ende Februar/Anfang März 1933 ins Saargebiet geflohen. Während seines Aufenthalts dort nahmen die Nazis im September 1933 Anneliese Hoevel wegen Betätigung für die KPD in „Schutzhaft“ und verschleppten sie ins Konzentrationslager Moringen bei Göttingen. Als André im September 1933 nach Deutschland zurückkehrte, wurde er bereits einige Tage später in „Schutzhaft“ genommen und dann wegen Vorbereitung zum Hochverrat vom Oberlandesgericht Kassel zu einem Jahr und sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Während er diese Haftstrafe in Hameln an der Weser verbüßte, wurde Anneliese Hoevel aus dem KZ Moringen entlassen. Sie kam aber schon im September 1934 erneut in Haft und wurde Ende 1934 wegen illegaler Tätigkeit für die verbotene KPD vom Oberlandesgericht Kassel zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt. Mitte 1935 wurde André Hoevel nach der Verbüßung der Haftstrafe entlassen, aber bereits im August desselben Jahres erneut in „Schutzhaft“ genommen, weil er – so die Begründung dafür – Kontakt zu früheren Mitgliedern der KPD gehalten hatte. Diesmal strengte man kein Strafverfahren gegen ihn an, sondern verschleppte ihn gleich ohne ein solches ins Konzentrationslager. Zunächst war er im KZ Esterwegen im Emsland, dann im KZ Sachsenhausen bei Berlin und schließlich im KZ Buchenwald bei Weimar. Unterdessen hatte Anneliese Hoevel die dreijährige Zuchthausstrafe vollständig verbüßt, kam aber nicht frei, sondern wurde im Konzentrationslager Moringen erneut in „Schutzhaft“ genommen. Von dort aus brachte man sie in das neu errichtete KZ Lichtenburg. Zu Weihnachten 1938 kam André Hoevel frei, Anneliese Hoevel wurde zu „Führers Geburtstag“ am 20. April 1939 entlassen. Nach Jahren der Haft sahen sich die Eheleute in Berlin wieder. Von dort zogen sie schon wenige Wochen später nach Koblenz. Grund hierfür war der plötzliche Tod eines Schwagers von André Hoevel, der in Koblenz-Metternich einen Obst- und Gemüsehandel betrieben hatte. André kümmerte sich um die Familie des Verstorbenen und auch um das Geschäft, das bald florierte. In Koblenz knüpften die beiden neue Kontakte an und aktivierten ihre Beziehungen zu alten Freunden in Wiesbaden und zu Kameraden, die sie jeweils in den Konzentrationslagern kennen gelernt hatten. Auf diese Weise wurde die Wohnung der Hoevels in Koblenz ein Treff Gleichgesinnter mit Kontakten in das Rhein-Main-Gebiet und in den Raum Düsseldorf, Duisburg und auch darüber hinaus. Zu dieser Gruppe gehörten auch Jakob Newinger, der schon früher erwähnt wurde, sowie der Wehrmachtsangehörige Helmut Steinwand und dessen Bruder Rudolf. Rudolf Steinwand wurde später in der DDR Minister.
Weiterhin waren in diesem Kreis die Eheleute Margarete und Adolf Noetzel. Die Hoevels und die Noetzels kannten sich seit 1930 aus Wiesbaden. Adolf Noetzel war von Beruf Kunstmaler, später verdiente er sein Geld auch als Reklamefachmann. Seit Mitte 1929 trat er als Parteiredner in Wiesbaden auf. Im Zuge der Verfolgung der Kommunisten nach dem Reichstagsbrand kam er Mitte März 1933 in „Schutzhaft“ und saß u. a. im KZ Sonnenberg ein. Nach seiner Entlassung war er weiterhin für die illegale KPD aktiv. Deshalb wurde er 1935 wegen Vorbereitung eines hochverräterischen Unternehmens zu einem Jahr und acht Monaten Gefängnis verurteilt. Nach Verbüßung der Haft lebte er weiter in Wiesbaden. Vor und auch nach dieser Zeit war Adolf Noetzel ein geschätzter Maler. Adolf Noetzels Frau Margarete war etwa zur gleichen Zeit wie ihr Mann in die KPD eingetreten und engagierte sich seit 1928 für diese Partei. Nach der „Machtergreifung“ wurde sie im November 1933 auf die Dauer von sieben Wochen in das Konzentrationslager Moringen verbracht. Ende November 1941 nahm man die Eheleute Noetzel in Wiesbaden fest. Wenige Tage später folgte die Verhaftung der Eheleute Hoevel und Jakob Newingers in Koblenz. Der Vorwurf lautete auf Vorbereitung eines hochverräterischen Unternehmens in Tateinheit mit Rundfunkverbrechen. Schon ein halbes Jahr später wurden mit Urteil des Oberlandesgerichts Kassel vom 26. Juni 1942 André und Anneliese Hoevel zum Tode und Jakob ewinger zu zehn Jahren Zuchthaus verurteilt. Nachdem auch ein Gnadengesuch abgelehnt worden war, wurden André und Anneliese Hoevel am Morgen des 28. August 1942 innerhalb von fünf Minuten im Gefängnis Frankfurt/Main-Preungesheim mit dem Fallbeil hingerichtet. Jakob Newinger verbüßte seine Strafe in den Zuchthäusern Rheinbach und Siegburg, bis er dort am 25. März 1945 befreit wurde. – An André Hoevel erinnert der 1958 erschienene (Kult-)Roman von Bruno Apitz „Nackt unter Wölfen“ und der 1963 gedrehte gleichnamige Film der DEFA. Darin setzt Apitz André Hoevel, den er im KZ Buchenwald kennen und schätzen gelernt hat, als Kapo der Effektenkammer ein künstlerisches Denkmal.

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