Markante Jahrestage

Januar

13. Januar (1935)
 


Die Saarländer stimmen für die Rückgliederung des Saarlandes an das Deutsche Reich. Ca. 5.000 ins Saargebiet geflohene NS-Gegner müssen weiter fliehen (vgl. Familie Hugo Salzmann)
 

20. Januar (1942)
 

Wannsee-Konferenz in Berlin: Unter Heydrichs Leitung werden die Maßnahmen zur „Endlösung der Judenfrage“ koordiniert.
 

27. Januar (1945)
 

Auschwitz wird durch die Rote Armee befreit. Ungefähr 5.000 nicht „evakuierte“ kranke Lagerinsassen werden noch vorgefunden (vgl. Elisabeth Müller)
 

30. Januar (1933)
 

Der greise Reichspräsident Paul von Hindenburg
ernennt Adolf Hitler zum Reichskanzler. Die Nazis nennen es „Machtergreifung“
 

31. Januar (1943)
 

Kapitulation der 6. Armee in Stalingrad
 

 

 

Februar


18. Februar (1943)
 


Goebbels verkündet im Berliner Sportpalast den „totalen Krieg“
 

28. Februar (1933)
 

Nach dem Brand des Reichstages am Abend zuvor ergeht die „Reichstagsbrand-Verordnung“. Sie setzt die Grundrechte außer Kraft und ist die scheinlegale Grundlage für willkürliche, außergerichtliche Verhaftungen durch die „Schutzhaft“. Viele tausende Kommunisten werden verhaftet (vgl. Jakob Newinger und Richard Christ); andere können ins Saargebiet fliehen
(vgl. Familie Hugo Salzmann und Klaus Thielen)
 

 

 

März

05. März (1933)


Die letzte „halblegale“ Reichstagswahl bringt der NSDAP die Mehrheit der Stimmen (43,9 %), die absolute Mehrheit erhält sie aber nur mit der reaktionären „Kampffront Schwarz-Weiß-Rot“
 

07. März (1936)


Die Deutsche Wehrmacht besetzt das Rheinland
 

10. März (1943)


1. Deportation von 149 Sinti aus Koblenz in das „Zigeunerlager“ des KZ Auschwitz-Birkenau (vgl. Daweli Reinhardt und Familie Karl Reinhardt)
 

13. März (1938)


„Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich
 

21. März (1933)

„Tag von Potsdam“. In der Garnisonskirche von Potsdam kommt es zum Schulterschluss zwischen dem „guten alten“ Preußen in Gestalt des greisen Reichspräsidenten von Hindenburg und Hitler und seiner „nationalen Revolution“
 

22. März (1942)


1. Deportation von Juden aus der Stadt und dem Landkreis Koblenz nach Izbica (vgl. Hannelore Hermann und Familie Arthur Salomon)
 

23. März (1933)


Der Reichstag beschließt (nur gegen die Stimmen der SPD) das „Ermächtigungsgesetz“ – und entmachtet sich selbst.Gesetze kann jetzt auch die Reichsregierung selbst erlassen.
 

 

 

April

01. April (1933)


Die NSDAP organisiert reichsweit einen Boykott jüdischer Geschäfte. Auch jüdische Juristen werden aus ihren Ämtern verjagt (vgl. Georg Krämer)
 

07. April (1933)


Die Reichsregierung erlässt das „Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums“. Jüdische („Arierparagraph“) und „politisch unzuverlässige“ Beamte werden aus ihren Ämtern entfernt; Jüdische Rechtsanwälte verlieren ihre Zulassung (vgl. Juristenfamilie Brasch)
 

24. April (1934)


Der Volksgerichtshof wird errichtet; er ist zuständig für Hoch- und Landesverrat
 

30. April (1945)

Selbstmord Hitlers im Bunker der Reichskanzlei in Berlin

 

 

Mai

02. Mai (1933)


Zerschlagung der Gewerkschaften und Zwangseingliederung ihrer Mitglieder in die Deutsche Arbeitsfront (DAF). Gewerkschafter kommen in „Schutzhaft“ (vgl. Johann Dötsch)
 

08. Mai (1945)


Kapitulation der deutschen Wehrmacht. Ende des Zweiten Weltkrieges. Durch ihn starben ca. 55 Millionen Menschen vieler Nationen.
 

10. Mai (1933)


Bücherverbrennungen; Verfemung „undeutscher Autoren“
 

10. Mai (1940)

Beginn des „Westfeldzuges“, Überfall auf Luxemburg, Belgien und die Niederlande, später auch Frankreich

 

 

Juni

06. Juni (1944)


Beginn der alliierten Invasion an der Atlantikküste in der Normandie (Dünkirchen). Es kommt in Frankreich zu lokalen Aufständen und verschärften Kontrollen der Nazis (vgl. Roger Detournay)
 

22. Juni (1933)


Die SPD wird als „staatsfeindlich“ verboten. Es kommt daraufhin zu einer verschärften Verfolgung der politischen Gegner (vgl. Richard Christ)
 

22. Juni (1942)


Deutscher Überfall auf die Sowjetunion (Fall „Barbarossa“)
 

30. Juni (1934)


„Röhm-Putsch“: In einer großen Aktion werden zahlreiche SA-Führer, frühere konservative und innerparteiliche Gegner Hitlers von Gestapo und SS ermordet
 

 

 

Juli

14. Juli (1933)


Das „Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses“ wird erlassen. Es ermöglicht die zwangsweise Sterilisation wegen „angeborenen Schwachsinns“ und anderer (angeblicher oder tatsächlicher) Erkrankungen bzw. Behinderungen, ca. 350.000 Zwangssterilisationen (vgl. Maria K.)
 

17./18. Juli (1936)


Beginn des Bürgerkrieges in Spanien. Für die Republik kämpfen ca. 5.000 deutsche Emigranten (vgl. Hermann Geisen und Ernst Buschmann)
 

20. Juli (1933)


Abschluss des Reichskonkordats zwischen dem Deutschen Reich und dem Heiligen Stuhl
 

20. Juli (1944)


Missglücktes Attentat von Stauffenbergs auf Hitler im Führerhauptquartier Wolfsschanze in Ostpreußen. Daraufhin werden die Verschwörer und auch ihre Angehörigen („Sippenhaft“) brutal verfolgt (vgl. Lina Lindemann). Auch die in Widerstandskreisen verbundenen Widerständler werden entdeckt und vielfach zum Tode verurteilt und hingerichtet
(vgl. Adolf Reichwein, vgl. auch Friedrich Erxleben)
 

 

 

August

02. August (1934)


Tod des Reichspräsidenten von Hindenburg. Hitler nennt sich jetzt: „Führer und Reichskanzler“
 

 

 

September

01. September (1939)


Mit dem Überfall Hitler-Deutschlands auf Polen beginnt der Zweite Weltkrieg.
Rückdatiertes Ermächtigungsschreiben Hitlers zum NS-„Euthanasie“-Programm zur „Vernichtung lebensunwerten Lebens“. Kranke und Behinderte werden teils in „Tötungsanstalten“ wie Hadamar mit Giftgas ermordet (vgl. Alois Gass und Edmund Zimmer), teils durch Medikamente und verhungern lassen umgebracht (vgl. Willy und Horst Strauß sowie Karl Heinz Spiegel)
 

01. September (1941)


Verordnung über die Kennzeichnung von Juden: Juden ab sechs Jahre müssen ab dem 15. September 1941 den „gelben Stern“ tragen
 

15. September (1935)


„Nürnberger Rassegesetze“. Das „Reichsbürgergesetz“ unterscheidet zwischen „deutschblütigen“ Reichsbürgern und rechtlich nicht vollwertigen Staatsbürgern (vor allem Juden). Das „Blutschutzgesetz“ verbietetEheschließungen mit Juden (vgl. Maria Terwiel). In Ausführung des „Reichsbürgergesetzes“ werden die zuletzt noch verbliebenen jüdischen Beamten aus dem öffentlichen Dienst entlassen (vgl. Georg Krämer)
 

29./30. September (1938)


„Münchner Abkommen“. Hitler beschließt mit den Regierungschefs von England, Frankreich und Italien die Abtretung des Sudentengebiets an Deutschland
 

 

 

Oktober

 

 

November

9./10. November (1938)


Novemberpogrome gegen die Juden. Die Nazis nannten es „Reichskristallnacht“: Gelenkte Aktion zur Zerstörung von Synagogen und jüdischen Geschäften (vgl. Eheleute Isidor und Erna Treidel); ca. 35.000 männliche Juden werden verhaftet und die meisten in ein Konzentrationslager verschleppt (vgl. Juristenfamilie Brasch und Familie Arthur Salomon)
 

 

 

Dezember

01. Dezember (1936)


Die Hitlerjugend (HJ) wird zur Staatsjugend erklärt