Teil der Dauerausstellung sind weiterhin die "Lesemappen". Zu jeder Persontafel und damit zu jedem in der Ausstellung porträtierten NS-Opfer gibt es eine Lesemappe. Zur Ausstellung gehören zurzeit also insgesamt 71 Lesemappen. Auch diese hat der stellvertretende Vorsitzende des Fördervereins Joachim Hennig erarbeitet.

Die Lesemappen sind alle gleich aufgebaut, aber in sich ganz unterschiedlich - vom Umfang und auch vom Inhalt her. Sie beginnen mit einem Deckblatt, das der Original-Personentafel entspricht. Sodann werden - soweit vorhanden - Fotos von der Personentafel wiederholt und erläutert. Es folgen - soweit im Einzelfall vorhanden - persönliche Dokumente der porträtierten Person: Fotos der Eltern, eigene Fotos, Fotos der Familie, Briefe und andere Dokumente. Je nach der Verfolgungssituation der betreffenden Person enthält die Lesemappe auch Haftbefehle, Urteile und sonstige Entscheidungen von Gerichten, eigene biografische Notizen und die von Freunden u.a., Deportationslisten. Bei Überlebenden der Verfolgung werden auch Dokumente über das Leben "danach" präsentiert. Die Lesemappen schließen mit weiteren Hinweisen auf Literatur pp. zu der jeweiligen Person. Beigeschlossen ist außerdem in zahlreichen Fällen ein Abdruck einer Kurzbiografie der Person, die der stellvertretende Vorsitzende des Vereins  in drei Artikelserien in der Zeit vom 28. Dezember 1998 bis 23/24. Januar 1999, vom 9. November 2000 bis 25. Januar 2001 und vom 7. November bis 7. Dezember 2001 in der Rhein-Zeitung - Ausgabe Koblenz - veröffentlicht hat.

Diese Lesemappen sind Unikate. Sie gibt es nur einmal und auch als Ergänzung zu den Personentafeln in der Dauerausstellung. Sie können hier nicht abgebildet werden. Sie müssen dann schon bei der Präsentation der Ausstellungsteile in Augenschein genommen werden. Das macht einen weiteren Reiz der im Übrigen interessant gestalteten Ausstellung aus.

Um gleichwohl wenigstens die seinerzeit in der Rhein-Zeitung - Ausgabe Koblenz - erschienenen Kurzbiografien der NS-Opfer aus Koblenz und Umgebung einem breiten Publikum (wieder) zugänglich zu machen, werden im Folgenden diese Kurzporträts des stellvertretenden Vorsitzenden wiedergegeben. Dabei entspricht die Nummererung der nachfolgenden Kurzbiografien (aus der Rhein-Zeitung) der Nummerierung der Personentafeln aus der Dauerausstellung. Da seinerzeit nicht für alle in der Dauerausstellung heute porträtierten Opfer auch Zeitungsartikel erschienen sind, hat dies zur Folge, dass es für manche Opfer keinen solchen Zeitungsartikel gibt. Außerdem sind hier auch Namen von NS-Opfern aufgeführt, für die zwar kein Zeitungsartikel existiert, für die es aber weiterführende Hinweise gibt. Damit diese nicht verloren gehen, werden sie hier ebenfalls dokumentiert. Andererseits sind in den drei angesprochenen Artikelserien der Rhein-Zeitung und auch in anderen Zeitungen seinerzeit NS-Opfer porträtiert worden, für die es (noch) keine Personentafel gibt. Die letzteren werden hier ebenfalls aufgeführt, und zwar in alphabetischer Reihenfolge

01. Anneliese Hoevel (Kommunistin, lebte in Koblenz)
02. Charlotte Holubars (Frau der Schönstatt-Bewegung aus Vallendar)
04. Auguste Schneider (Zeugin Jehovas aus Bad Kreuznach)
05. Johanna Müller (Zeugin Jehovas aus Idar-Oberstein)
06. Elisabeth Müller (Pfarrerstochter aus Winningen)
07. Hilde Emmel (Jüdische Frau aus Lahnstein)
08. Anna Speckhahn (Katholische Frau aus Koblenz)
09. Gertrud Roos (Junge Frau aus Bendorf)
12. Maria Terwiel (Mitglied der „Roten Kapelle“ aus Boppard)
13. Lina Lindemann („Sippenhäftling“ von der Burg Namedy)
14. Pfarrer Paul Schneider (Evangelischer Pfarrer vom Hunsrück)
15. Pater Josef Kentenich (Gründer der Schönstatt-Bewegung aus Vallendar)
16. Pater Franz Reinisch (Ordensgeistlicher der Schönstatt-Bewegung)
17. Familie Fritz Michaelis (Zeugen Jehovas aus Neuwied)
18. Johann Dötsch (SPD-Funktionär und Gewerkschafter aus Koblenz-Metternich)
20. Juristenfamilie Brasch (Jüdische Rechtsanwälte aus Mayen/Koblenz)
21. Daweli Reinhardt (Sinto-Kind aus Koblenz)
22. Hannelore Hermann (Jüdisches Mädchen aus Koblenz)
23. Willy und Horst Strauß (Kinder eines Juden aus Bad Ems)
24. Michael Böhmer (Sinto-Kind aus Koblenz)
26. Willi Lohner (Junger Katholik aus Bell/Andernach)
28. Edgar Lohner (Junge der „Bündischen Jugend“ aus Andernach/Bonn)
29. Hans Renner (Junger Führer der katholischen „Sturmschar“ aus Koblenz)
30. Alfons Brands (Junger Führer der katholischen „Sturmschar“ aus Koblenz)
31. Robert Oelbermann (Führer des „Nerother Wandervogel“ von der Burg Waldeck)
32. Warwara T. (Ukrainische Zwangsarbeiterin, lebte in Koblenz)
33. Adolf Reichwein (Reformpädagoge und Sozialist aus Bad Ems)
34. Klaus Thielen (KPD-Reichstagsabgeordneter aus Vallendar)
36. André Hoevel (Kommunist, lebte in Koblenz)
37. Friedrich Erxleben (Pfarrer und Mitglied des „Solf-Kreises“ aus Koblenz, Pfarrer in Müden/Mosel)
38. Hans Bauer (SPD-Mitglied und Schulleiter in Bendorf)
39. Familie Hugo Salzmann (Hugo Salzmann Kommunist aus Bad Kreuznach, Emigrantenfamilie)
40. Jakob van Hoddis (Hans Davidsohn, jüdischer Dichter, war in der Israelitischen Heil- und Pflegeanstalt Bendorf-Sayn)
42. Isidor Treidel und Arthur Salomon (Jüdische Rechtsanwälte aus Mayen/Koblenz)
43. Heinz Kahn (Junger jüdischer Mann aus Trier, lebt seit Jahrzehnten in Polch)
45. Eva Salier, geb. Hellendag (Jüdisches Mädchen aus Koblenz-Horchheim)
47. Familie Karl Reinhardt (Sinti-Familie aus Koblenz)
50. Familie Isaak Hein (Jüdische Familie aus Cochem)
51. Ernst Biesten (Beigeordneter und Polizeipräsident von Koblenz)
66. Richard Christ (Kommunist und Buchhändler aus Koblenz)
67. Edmund Zimmer (Epileptiker aus Koblenz)
Mord vor der Haustür: Die „Sonderbehandlung“ der Zwangsarbeiter ( Marian Abramski )
P. Albert Eise (Ordensgeistlicher der Schönstatt-Bewegung aus Vallendar)
Mieczylaus J. (Polnischer Zwangsarbeiter, lebte in einem Moselort)
Therese Kaiser („Sippenhäftling“, in „Schutzhaft“ in Koblenz)
Max Kaufmann (Jüdischer Mann aus Koblenz)
Friedel Kreier (Zeuge Jehovas aus Neuwied)
F.K. (Zwangssterilisierter Mann aus Koblenz)
Sofia M. (Ukrainische Zwangsarbeiterin, lebte in Koblenz)
Trotz allem standhaft (1933 - 1945) - Heinz Schürmann aus Mayen und seine Familie
Eduard Verhülsdonk (Zentrumspolitiker und Journalist aus Neuwied)
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