Lage und Einweihung des Mahnmals.

Das auf Initiative des Fördervereins Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus in Koblenz e.V. errichtete Denkmal steht auf der Grünfläche vor der früheren Bezirksregierung Koblenz, der heutigen Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord. Auf diesem Reichensperger Platz ist es – an der Stresemannstraße liegend – der SGD Nord zugewandt. Das Mahnmal wurde am 23. August 2001 in Anwesenheit des Oberbürgermeisters von Koblenz Dr. Eberhard Schulte-Wissermann, dem Vorsitzenden des Sprecherrats der LandesArbeitsGemeinschaft der Gedenkstätten und Erinnerungsinitiativen zur NS-Zeit in Rheinland-Pfalz Dieter Burgard, MdL, und zahlreichen Ehrengästen des öffentlichen Lebens von Koblenz offiziell eingeweiht. Ein ganz besonderes Gepräge erhielt die Zeremonie am Reichensperger Platz durch die Anwesenheit von 21 jüdischen Gästen, die wegen des NS-Terrors Koblenz hatten verlassen müssen, und die musikalische Gestaltung durch die jüngere Generation der Familie Reinhardt; die Koblenzer Familie Reinhardt war 1943 in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportiert worden. Die Überlebenden der Familie Reinhardt sind nach Koblenz zurückgekehrt und einer von ihnen, der Mitbegründer des Schnuckenack Reinhardt-Quintetts - Daweli Reinhardt -, hat mit seinen fünf Söhnen und anderen Verwandten eine Musiker-Dynastie begründet.
Stadt-Lageplan des Mahnmals

Bilderstrecke: Die Entstehung des Mahnmals


 

Rede des Oberbürgermeisters von Koblenz Dr. Eberhard Schulte-Wissermann
zur Einweihung des Mahnmals am 23. August 2001

Das Mahnmal: Unser lebendiges Zeichen gegen das Vergessen und unser Symbol der Zuversicht in die Zukunft. Nie mehr zulassen, dass Menschsein abhängig gemacht wird von Herkunft, Überzeugung, von Glauben, Gesundheit oder Leistungsfähigkeit. Mit aller Kraft verhindern, dass die Wurzel der braunen Barbarei mit dem Schreckenswort „Selektion“ wieder in die Köpfe eindringt: Das ist die Aufgabe unseres Mahnmales auf dem Reichensperger Platz. Die Steine der Gedenkstätte sprechen zu uns mit der Inschrift „Die Würde des Menschen ist unantastbar“. Das ist die Lehre aus den Höllen der Lager, aus Verfolgung und des Verbrechens an der Menschlichkeit. Das ist der Auftrag unseres Grundgesetzes, den wir erfüllen müssen. Wir brauchen solche Orte des Gedenkens, damit die Erinnerung eine Zukunft hat. Die Steine und Stahlgitter sind tägliche Ermahnung und Appell an uns und kommende Generationen. Auch in Koblenz sind unter der Schreckensherrschaft des Nazi-Terrors zwischen 1933 und 1945 Menschen verfolgt und ermordet worden. Nahe des heutigen Platzes vollzog „Im Vogelsang“ die Gestapo-Zentrale ihr grausames Werk des braunen Willkürstaates. Allein in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 wurden 100 Männer verhaftet und vom Gestapogefängnis aus nach Dachau gebracht. Das Mahnmal will das Andenken an alle Opfer des Nationalsozialismus in Koblenz bewahren, an alle, die verfolgt und zu Tode gequält wurden. Über den Geschichtsbezug hinweg weist sein Standort in Gegenwart und Zukunft. Heute dienen am Reichensperger Platz vier Gerichte unserem freiheitlichen Rechtsstaat und der Demokratie. Die Stadt Koblenz hat gern die Mahnmal-Initiative unterstützt und den Standort zur Verfügung gestellt. Es war mir wichtig, gemeinsam mit dem Förderverein für die Idee zu werben und zu Spenden aufzurufen. Es ist mir wichtig, allen von Herzen zu danken, die sich uns angeschlossen und unterstützt haben. Neben den Initiatoren gilt mein besonderer Dank dem Bildhauer. Ihm, Jürgen Waxweiler, verdanken wir Klarheit, Transparenz und Ausdruckskraft des Mahnmals. Es ist mir mehr als eine Pflicht, allen Menschen in unserer Stadt zu danken, die Ausländerfeindlichkeit, Antisemitismus und Rechtsradikalismus entgegenwirken.
Lassen Sie uns alle gemeinsam dafür sorgen, dass wir in Koblenz weiter wachsam bleiben – in Erinnerung an die Opfer und als Auftrag für die Zukunft.
 


Grußwort des Vorsitzenden des Sprecherrats der LandesArbeitsGemeinschaft der Gedenkstätten und Erinnerungsinitiativen zur NS-Zeit in Rheinland-Pfalz, Dieter Burgard, MdL, zur Einweihung des Mahnmals am 23. August 2001.

„Niemals darf es dazu kommen, dass die Errichtung eines Mahnmals etwa gar als symbolische Form der Entschuldigung fehlverstanden wird. Gedenken braucht Orte. Aber Orte können das Gedenken nicht ersetzen. Gedenken wäre eine leere Hülse, wenn es nicht begleitet würde von verantwortlichem Handeln“, so Bundespräsident Johannes Rau in Jerusalem in seiner Ansprache vor der Knesset am 16.02. 2000 in Jerusalem.
Gedenkarbeit in Rheinland-Pfalz ist vielfältig erfahrbar. Gemeinsame Zielsetzung aller Gedenkstättenvereine und Erinnerungsinitiativen ist: Erinnern für die Zukunft. Die heutige Verantwortung liegt im angemessenen Umgang mit der Schuld, in der Aufklärung über das Geschehene und der Zusammenhänge sowie in der Schärfung von politischem Bewusstsein. Aus unserer Geschichte folgt Verantwortung, der wir gerecht werden wollen so durch die Erziehung in den Schulen und mit der Errichtung und Pflege von Stätten des Gedenkens. Zur Wahrheit unseres Landes gehört es, dass die Verfolgung von 1933 bis 1945, also zwölf lange Jahre, im nationalsozialistischen Deutschland und in den besetzten Gebieten dauerte. In jedem Ort betraf es Menschen, die wegen ihres Glaubens, ihrer politischen Einstellung, ihrer Volkszugehörigkeit, ihrer Behinderung oder ihrer Homosexualität verfolgt, ja ermordet wurden. Das Leid, das im deutschen Namen im Ausland angerichtet wurde, muss uns wachrütteln. Unser Land will eine lebendige, pluralistische Demokratie sein, die in ihrem Grundgesetz im ersten Artikel niederschreibt: „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“ Anerkennung verdienen diejenigen Frauen und Männer, die dieses Mahnmal möglich machten durch ihr persönliches Engagement, ihre Aufklärungsarbeit und durch die zahlreichen Spenden. Ministerpräsident Kurt Beck nannte in seiner Regierungserklärung vom 21. Mai dieses Jahres ausdrücklich als ein Ziel den Ausbau der Gedenkstättenarbeit in Rheinland-Pfalz durch eine eigene Landesstiftung. Er dankte zugleich allen, die bisher die Gedenkstättenarbeit geleistet haben und bat sie um ihr weiteres Mitwirken. Der Koblenzer Förderverein ist lokal und landesweit Vorbild für engagierte, ehrenamtliche Gedenkstättenarbeit. Der Künstler Jürgen Waxweiler schuf ein Mahnmal, ein Denk-Mal, das begreifbar, begehbar ist und anschauliches Gedenken ermöglicht. Es ist antastbar und regt zur Auseinandersetzung an. Ich wünsche dem Mahnmal viele Betrachter, die es begreifen; die begreifen, was heute zu tun ist. Dem Förderverein und der Stadt Koblenz wünsche ich Mut, auch weiterhin Zeichen zu setzen. Gerade heute sind sie notwendig. Seien Sie aktiv und offen, wenn es um die Förderung von Projekten, Forschungen, Zeitzeugenbegegnungen, Ausstellungen, Namensgebungen von Straßen, Plätzen und öffentlichen Gebäuden oder um die Gestaltung von Gedenktagen geht.
 


Rede des Vorsitzenden des Fördervereins Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus in Koblenz e.V., Karl-Heinz Grundmann, zur Einweihung des Mahnmals am 23. August 2001 in Koblenz.


Die Erinnerungen an die Gräueltaten von 1933-45 schmerzen bis auf den heutigen Tag. Mir fällt es jedesmal schwer, mir vor Augen zu halten, dass hier in meiner Heimatstadt Koblenz, der Stadt meiner Eltern und Großeltern, solch schreckliche Gräuel passiert sind. Immer wenn ich daran denke, fühle ich mich beklommen, Trauer, Wut und Unverständnis mischen sich. Ein dicker Kloß sitzt mir im Hals und das Reden darüber fällt mir schwer. Von daher ist es menschlich fast verständlich, wenn viele Menschen alles am liebsten vergessen wollen. Trotzdem glaube ich, sind wir verpflichtet, uns an die Opfer zu erinnern, der Opfer und unserer selbst willen. Warum der Opfer willen ? Kein Ermordeter wird durch unser Erinnern wieder lebendig und auch das Leid der wenigen Überlebenden und der Angehörigen bleibt. Trotzdem ist das Erinnern wichtig, denn es ist eine Frage der Gerechtigkeit. Zu der Gerechtigkeit für die Opfer gehört es, das Unrecht Unrecht zu nennen und der Unschuldigen zu gedenken. Das ist das einzige, was wir heute noch für die toten Opfer tun können. Das scheint nicht viel und doch ist es eine ganze Menge. Es ist der Aufschrei: Die Ungerechtigkeit hat nicht das letzte Wort. Für mich als Christ ist dieser Satz von zentraler Bedeutung, denn ich glaube an die Gemeinschaft der Lebenden und der Toten und an eine Gerechtigkeit, die Himmel und Erde umfasst.
Es ist ein Akt der Gerechtigkeit, hier an dieser Stelle, wo die Plätze dieser Gräueltaten waren - Gestapozentrale und Karmelitergefängnis - und wo sich auch heute die Gerichte von Koblenz befinden, an die Opfer zu erinnern. Und deshalb möchte ich gedenken:
- der 576 jüdischen Bürger und Bürgerinnen aus Koblenz und Umgebung, die in verschiedene KZs deportiert wurden und von denen nur 24 überlebten,
- der über 200 Sinti, die von hier ihren Weg nach Auschwitz gehen mussten,
- der politischen Häftlinge. Gleich nach der Machtergreifung wurden hier über 100 Kommunisten, Sozialdemokraten und Gewerkschafter - wie es so „schön“ hieß - in Schutzhaft genommen; später auch Zentrumspolitiker,
- der evangelischen und katholischen Pfarrer, der Ordensleute und engagierten Laien, die hier inhaftiert waren, einige fanden in KZs den Tod,
- ebenso erging es Zeugen Jehovas, auch von ihnen wurden einige in KZs ermordet,
- der Zwangsarbeiter und Kriegsgefangenen, hier stand ein fahrbarer Galgen, durch ihn wurden viele von ihnen hingerichtet,
- nicht vergessen werden dürfen die Opfer unter den Behinderten, die als “lebensunwert” galten,
- die Homosexuellen, denen man das Existenzrecht absprach,
- und auch die Opfer der Widerständler und ihrer Familien sind zu nennen.
Ich bitte um Verzeihung, wenn ich eine Opfergruppe vergessen haben sollte. Aber die Gräueltaten sind so gewaltig, dass es eine endgültige, alle umfassende Opferliste trotz intensiver Forschung wohl nie geben wird. Aus diesem Grund haben wir bei der Gestaltung des Mahnmals auch bewusst auf die Veröffentlichung von Namenslisten verzichtet.
Sich der Opfer zu erinnern bedeutet, ihnen Gerechtigkeit widerfahren zu lassen.
Warum aber sich unserer selbst willen der Opfer erinnern?
Zum einen als Mahnung für die Zukunft, darüber wurde von meinen Vorrednern bereits gesprochen. Zum andern aber auch zur Gestaltung der Gegenwart: Mit dem kollektiven Bewusstsein eines Volkes, einer Gesellschaft verhält es sich ähnlich wie mit dem Bewusstsein des einzelnen Individuums. Traumatische Ereignisse, schreckliche Dinge können eine zeitlang verdrängt werden, aber eine wirkliche Therapie bedarf der Erinnerung. Im unmittelbaren Anschluss an die Katastrophe war die junge Bundesrepublik - so scheint es heute - zur Erinnerung nicht fähig. Zu groß war das Trauma. Man hat verdrängt. Seit einigen Jahren aber funktioniert das Verdrängen nicht mehr. Die Erinnerungsinitiativen, die sich überall im Land auftun, Mahnmale, die errichtet werden, der 27. Januar, der als allgemeiner Gedenktag eingeführt wurde, und die jetzt endlich erfolgende Entschädigung der Zwangsarbeiter zeigen, dass die Zeit des Verdrängens vorbei ist. Die Fragen der Kinder und Enkelkinder beweisen, dass das Vergessenwollen keine Lösung ist. Nur in der Erinnerung ist so etwas wie Aushalten und Annahme der eigenen Geschichte und vielleicht auch deren Überwindung möglich. An der Gedenkstätte für die Opfer des Holocaust Yad Vashem in Jerusalem findet sich der Satz: „Das Vergessenwollen verlängert das Exil, das Geheimnis der Erlösung heißt Erinnerung.“ Dieser Satz, der in Jerusalem sicherlich in erster Linie dem Volk Israel, d.h. den Nachkommen der Opfer gilt, gilt in gleicher Weise auch uns, den Nachfahren der Täter.
Es ist das Verdienst von Herrn Waxweiler, dass unser Mahnmal hier in Koblenz diesen Prozess ins Bild bringt. Indem wir uns der Opfer der Vergangenheit erinnern, - Gedenkstein - und uns für unsere eigene Zukunft ermahnen - Mahnstein - , öffnet sich der Käfig der Geschichte. Die Gitter sind noch da, ich kann sie mir anschauen, ja ich muss sie mir anschauen, ich muss sie begreifen, aber ich kann hindurchgehen, sie halten mich nicht mehr gefangen. Wir sind nicht mehr Gefangene unserer eigenen Geschichte, wenn wir sie in ihrer Gänze, d.h. auch und gerade mit ihrer dunklen Seite anfassen, begreifen, uns vor Augen führen.
Wir brauchen, auch wenn es immer wieder schmerzt, die Erinnerung, sowohl der Opfer aber auch unserer selbst willen. Das Mahnmal möchte hierzu einen Beitrag leisten. Wohl gemerkt keinen abschließenden - in dem Sinne, so jetzt haben wir unseren Gedenkstein, jetzt können wir die Sache getrost vergessen - nein, das Mahnmal ist kein Alibi. Damit der Käfig weiterhin offenbleibt und sich immer weiter öffnet, muß die Erinnerungsarbeit weitergehen. Und deshalb bitte ich sie alle, auch weiterhin die Gedenk- und Erinnerungsarbeit an die Verfolgten, Geschundenen und Ermordeten von 1933-45 hier in Koblenz zu unterstützen, der Opfer und unserer selbst willen. Am Schluss meiner Rede soll aber nicht eine Bitte sondern der Dank stehen, denn für den heutigen Tag können wir uns zunächst einmal freuen, dass das Projekt Mahnmal verwirklicht werden konnte.
Mein Dank gilt zunächst allen Spendern und Spenderinnen. Viele Einzelpersonen, Bürger und Bürgerinnen von Koblenz, aber auch Unternehmen, Vereine, Gesellschaften, verschiedenste Gruppen und Gruppierungen haben gespendet, so dass wir in relativ kurzer Zeit das Mahnmal errichten konnten. Danken möchte ich auch den Mitgliedern des Vereins, sowohl den Einzelpersonen als auch den Gruppen, die seit 1997 den Gedanken eines Mahnmals verfolgen und sich dafür einsetzen. Die Medien haben für die Verbreitung des Gedankens in der Öffentlichkeit gesorgt, auch dafür herzlichen Dank.
Einige wenige Personen und Gruppen möchte ich namentlich aufführen, dabei bin ich mir der Gefahr bewusst, den einen oder anderen zu vergessen, der es auch verdient hätte, genannt zu werden.
Als erstes möchte ich mich bedanken bei der Pfarrgemeinde St. Elisabeth, aus der die Initiative zur Gründung des Fördervereins kam. Und insbesondere bei dem damaligen Pastor, unserem Ehrenvorsitzenden Pfarrer Michael Laux. Herr Laux, Ihr tief verwurzelter Gerechtigkeitssinn und ihre Leidenschaft, Dinge, die Sie für richtig erachten, auch zu verfolgen, hat das Mahnmal erst auf den Weg gebracht. Ohne Sie gäbe es das Mahnmal nicht.
Danken möchte die den Vertretern der Stadt Koblenz.
An erster Stellen Ihnen, Herr Oberbürgermeister Dr. Schulte-Wissermann. Wir waren uns immer sicher, dass Sie unser Anliegen unterstützen. Es tut gut, wenn man als doch relativ kleiner Förderverein für ein solches Projekt den OB hinter sich weiß. Des Weiteren möchte ich mich bei den beiden Kulturdezernenten bedanken, mit denen wir es in der Zeit zu tun hatten. Frau Dr. Batori und Herrn Knopp.
Frau Batori, Sie haben die Initiative von Anfang an gefördert, waren die Vorsitzende des Beirats und es war Ihnen ein Anliegen, dass der Errichtung eines Mahnmals eine breite öffentliche Diskussion vorausging.
Herr Knopp, Sie haben gleich von Anfang Ihrer Amtszeit an sehr zupackend in Sachen Mahnmal gehandelt. Die Idee eines Künstlerwettbewerbes mit Hilfe der Arbeitsgemeinschaft bildender Künstler am Mittelrhein ging sehr wesentlich auf Sie zurück.
Den Mitgliedern des Kulturausschusses sei gedankt, da einige selbst Mitglied im Förderverein sind, hat sich die Zusammenarbeit sehr reibungslos gestaltet.
Neben den offiziellen Vertretern der Stadt möchte ich ganz besonders einem Mitarbeiter des Kulturamtes danken, nämlich Ihnen Herr Preußer. Sie sind derjenige, der mit großen Engagement und der nötigen Souveränität die viele, notwendige Kleinarbeit macht. Es ist einfach angenehm und sehr unkompliziert, mit Ihnen zusammen zu arbeiten.
Danken möchte ich meinen Mitstreitern und Mitstreiterinnen im Vorstand des Fördervereins. Den beiden Stellvertretern bzw. Vertreterin, Frau Leber und Herrn Dr.Bamberger, dem Schriftführer Herrn Pförtner, unserer unermüdlichen Kassiererin Frau Brink und den beiden Beisitzern Herrn Ries und Herrn Heinrich. Es ist gut, dass über Frau Brink und Herrn Pförtner die Verbindung zum Ursprung erhalten geblieben ist, beide sind in der Pfarrei St. Elisabeth aktiv und dass über Frau Leber und Herrn Ries auch unsere beiden befreundeten Vereine - Kooperationspartner in der Erinnerungsarbeit - vertreten sind, nämlich der Freundschaftskreis Koblenz - Petah Tikva und die christlich-jüdische Gesellschaft. Ein Mitstreiter im Verein, der zwar nicht im Vorstand aktiv ist, aber durch seine unermüdliche Aufarbeitung der Geschichte hier in Koblenz der Erinnerungsarbeit einen großen Dienst erweist und unser Tun im Förderverein immer wieder vorantreibt und kritisch begleitet, ist Herr Hennig, bekannt auch durch die Veröffentlichungen in der Rhein-Zeitung. Ihnen ein herzliches Dankeschön.
Danken möchte ich nochmals ausdrücklich dem Künstler, Herrn Waxweiler, nicht nur für den überzeugenden künstlerischen Entwurf, sondern auch für die Art und Weise, wie Sie sich in der Phase der Errichtung engagiert haben. Mit Umsicht und Bedacht haben Sie an alle möglichen Kleinigkeiten gedacht, uns immer umgehend informiert und keine Frage von uns und keine Fahrt von Traben-Trabach nach Koblenz war Ihnen zu viel.
In diesem Zusammenhang möchte ich auch Herrn Ahrens, dem Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft der bildenden Künstler am Mittelrhein danken, der uns bei der Durchführung des Wettbewerbs entscheidend geholfen hat. Auch ein herzliches Dankeschön an die Mitglieder der Jury des Wettbewerbs.
Für den heutigen Tag möchte ich den Rednern danken, dem Mike Reinhardt Trio für die Musik, Sie waren sofort bereit, heute hier die musikalische Gestaltung zu übernehmen, vielen Dank. Danken möchte ich auch Herrn Grommes, dem Präsidenten der Oberfinanzdirektion Koblenz, für das Bereitstellen der Räume im Kurfürstlichen Schloss für den anschließenden Empfang, zu dem ich Sie - auch im Namen des Oberbürgermeisters - herzlich einlade.
Bevor wir mit einem musikalischen Beitrag des Mike Reinhardt Trios die Feierstunde beenden, möchte ich einen letzten Dank aussprechen:
Mein Dank gilt ganz besonders den Opfern und ihren Angehörigen, die heute hier bei uns sind. Dass Sie heute hier sind, dass Sie den Weg in diese Stadt finden, die zwar ihre Heimatstadt ist, aber auch der Ort größter Verbrechen und Ungerechtigkeiten, die an Ihnen und Ihren Angehörigen begangen wurden, das ist ein Stück des aufbrechenden Käfigs. Die Gitter sind da, wir können sie nicht ungeschehen machen, wir können sie nicht vergessen, aber indem wir uns an sie erinnern, sie nicht leugnen, können wir uns darin bewegen, und können einander begegnen. „Das Vergessenwollen verlängert das Exil, das Geheimnis der Erlösung heißt Erinnerung.“ Danke, dass Sie hier sind.


 

Die Beschreibung des Koblenzer Mahnmals für die Opfer des Nationalsozialismus durch den Bildhauer Jürgen Waxweiler:

Das Mahnmal besteht aus zwei Sandsteinblockhälften und vier rostigen Stahlkäfigwinkeln. Ein roter Sandsteinblock wurde in zwei Hälften aufgeschnitten (jeweils Länge 180 x Breite 80 x Höhe 230 cm).
Auf der Schnittfläche des einen Steins ist der Text „Gedenkt der Verfolgten, Geschundenen, Ermordeten 1933 – 1945“ eingraviert. Diese Fläche ist der Stresemannstraße zugewandt. Die Schnittfläche der zweiten Steinhälfte wurde mit dem Text der Grundrechtsartikel des Grund-gesetzes beschriftet. Diese Fläche ist von der Stresemannstraße aus nicht einsehbar. Um den Gedenkstein herum gruppieren sich in ungeordneter Stellung vier Stahlelemente – ein Käfig in Auflösung (massiver Rundstahl, Durchmesser 30 mm im Rasterabstand von 300 mm). Der rostige Stahl bildet mit seiner rotbraunen Farbe einen Kontrast zum roten Sandstein und zur grünen Farbe des Rasens. Die Symbolik des Käfigs sowie Gedenk- und Mahntext auf dem geteilten Steinblock sollen den Betrachter zum Nachdenken über Freiheit und Unfreiheit anregen. Das Mahnmal soll an die Verfolgung im „Dritten Reich“ erinnern. Es soll aber daneben ebenso ein in die Zukunft weisendes Zeichen der Zuversicht sein.
Als solches soll es mahnen, dass – gegen den Hass und gegen die Gleichgültigkeit und entsprechend den Werten unseres Grundgesetzes – die Menschenwürde, das Recht und die Anerkennung und Wertschätzung des Anderen im freiheitlichen und demokratischen Staat die Oberhand behalten müssen.