Koblenz trauert um Daweli Reinhardt – Unser Förderverein trauert mit

Daweli Reinhardt ist tot. Alfons „Daweli“ Reinhardt starb am 10. Dezember 2016, am „Tag der Menschenrechte“, im Kreis seiner Familie zuhause in Koblenz-Horchheim. Im Alter von 84 Jahren endete sein sehr bewegtes Leben – ein Leben, das durch die Verfolgung in den Konzentrationslagern der Nationalsozialisten in jungen Jahren fast ausgelöscht worden wäre. Aber der damals 12-jährige Alfons hat sich nicht unterkriegen lassen, hat um sein Überleben gekämpft und gewonnen. Das hat ihn stark gemacht und neben seiner Familie und seiner Musik geholfen, nach der Befreiung vom Faschismus sein Leben in die Hand zu nehmen. Erst war er Artist, „Altstadtking“, „Schroddeler“, Boxer und Fußballer, dann Familienvater und Oberhaupt seiner großen Familie und schließlich der Koblenzer Sinti. Die Musik, seine Musik und seine Gitarre waren immer dabei: auf der Deportation nach Auschwitz-Birkenau, bei der Musik im Zirkus, bei der Tanzmusik der 1950er und 60er Jahre, bei der „Musik deutscher Zigeuner“ mit dem Schnuckenack-Reinhardt-Quintett, mit dem Mike-Reinhardt-Sextett und dem Daweli-Reinhardt-Quintett und bei der Musik mit seinen Enkeln. Der letzte Weg seines Lebens war schwer und lang. Seit vielen Jahren wusste Daweli, dass er unheilbar an der Krankheit Parkinson erkrankt war. Er kämpfte dagegen, ließ sich auch davon nicht unterkriegen und seine Familie half ihm dabei. Nun ist er von uns gegangen. Es bleibt die Erinnerung an ihn und seine Musik.

Der stellvertretende Vorsitzende unseres Fördervereins Joachim Hennig hat im Jahr 2003 nach Interviews mit Daweli und seiner Frau Trautchen eine Biografie über ihn geschrieben: „Hundert Jahre Musik der Reinhardts – Daweli erzählt sein Leben“. Es ist im Koblenzer Verlag Dietmar Fölbach erschienen, inzwischen in der 3. Auflage 2012 und kostet 6 €. ISBN 3-934795-46-3.

Weiterführende Informationen finden Sie HIER

Die Heimatzeitung „Blick aktuell“ berichtete in zwei ihrer Koblenzer Ausgaben zum Tod von Daweli Reinhardt:
Blick aktuell – Ausgabe Koblenz – Nr. 50 vom 15. Dezember 2016  HIER lesen
Blick aktuell – Ausgabe Koblenz – Nr. 51 vom 22. Dezember 2016  HIER lesen

Sehen Sie hier auch eine Fotostrecke zu Daweli Reinhardt
(Quellen: Bild 7,8,9 Frey-Pressebild /übrige: Förderverein Mahnmal und privat)

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70 Jahre Land Rheinland-Pfalz – Die Beratende Landesversammlung

Die Artikelserie unseres stellvertretenden Vorsitzenden Joachim Hennig zum „Geburtstag“ unseres Landes Rheinland-Pfalz wird fortgesetzt. In einem weiteren Aufsatz in der  Heimatzeitung Blick aktuell  – Ausgabe Koblenz – berichtete Hennig über die Beratende Landesversammlung. Die Aufgabe dieses Gremiums war es, über den Verfassungsentwurf des Verfassungsausschusses der Gemischten Kommission zu beraten und einen Entwurf zu erarbeiten, der dann den Bürgern von Rheinland-Pfalz in einer Volksabstimmung vorgelegt werden konnte. Tatsächlich verstand sich die Versammlung bereits als ein Vorparlament, in dem auch die politischen Probleme jener Zeit diskutiert wurden. Die 127 Mitglieder der Beratenden Landesversammlung kamen aus allen damals zugelassenen Parteien. Unter ihnen waren etwa der ehemalige Spanienkämpfer Ernst Buschmann (KPD) wie auch die schon vor der Machtübernahme der Nationalsozialisten politisch Aktiven Maria Detzel (SPD) und Helene Rothländer (CDU). Die Versammlung konstituierte sich am 22. November 1946 im Stadttheater von Koblenz.
 
Lesen Sie zu den historischen Ereignissen vor 70 Jahren den Artikel von Joachim Hennig in Blick aktuell – Ausgabe Koblenz – Nr. 46 vom 17. November 2016. HIER Klicken
 
Die Heimatzeitung Blick aktuell – Ausgabe Koblenz – berichtete auch über die Festveranstaltung des Landtages am 22. November 2016 im Stadttheater von Koblenz.
Lesen Sie dazu: Blick aktuell – Ausgabe Koblenz – Nr. 48 vom 1. Dezember 2016.  HIER Klicken 

Die Personentafeln finden Sie auf unserer Webseite HIER      dann  wählen Sie bitte:

Die Personentafel von Ernst Buschmann Tafel 053
 
Die Personentafel von Maria Detzel Tafel 057
 
Die Personentafel von Helene Rothländer Tafel 056

 


 

Eine Million Besucher !!

Wir sind Millionär – Besucher-Millionär. Am frühen Nachmittag des 12.12. (2016) hatten wir den Millionsten Besucher auf dieser Homepage! Wir freuen uns sehr, dass wir mit unserer Arbeit so viele Menschen und so viel Interesse im Internet erreicht haben. Die Arbeit zur Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus aus Koblenz und Umgebung, an die Verbrechen der Nazis und zur Mahnung an uns alle, dass so etwas nie wieder geschieht, hat reiche Früchte getragen. Nicht nur in Koblenz und Umgebung, nicht nur in Rheinland-Pfalz und Deutschland, sondern weltweit. Dafür sagen wir: danke, danke, danke!

Als wir vor gut 11 Jahren, im Frühsommer 2005, mit dieser Homepage begannen, haben wir nicht im Entferntesten an einen solchen Erfolg gedacht. Wir sind ja keine Gedenkstätte, kein Archiv, kein Dokumentationszentrum. Wir haben nur einen Gedenkort, das Mahnmal für Opfer des Nationalsozialismus aus Koblenz auf dem Reichensperger Platz. Und nicht einmal deswegen ist Koblenz, die kleine Großstadt an Rhein und Mosel, näher bekannt, sondern wegen des Deutschen Ecks. Aber wir haben Koblenz auch als Gedenkort und das Gedenken hier bekannt gemacht. Dafür haben wir hart und kontinuierlich an unserem Projekt www.mahnmalkoblenz.de gearbeitet.       

Es ist der Erfolg von vielen – aber die Macher sind nur zwei: Joachim Hennig, der stellvertretende Vorsitzende unseres Fördervereins Mahnmal Koblenz, der nahezu den gesamten Text der Homepage geliefert hat, und Herbert Bartas, der Inhaber der Firma Eltovi in Polch, der diesen Inhalt technisch umgesetzt und auf die Homepage gebracht hat.

Von Herbert Bartas stammt auch die Idee zu dieser Homepage. Als wir zusammen den ersten unserer inzwischen sechs Dokumentarfilme machten, meinte er: „Wer heutzutage den Anspruch erhebt, eine nachhaltige und wirksame Gedenkarbeit leisten zu wollen, muss im Internet präsent sein.“ Das kam schon bei Joachim Hennig an – aber es dauerte noch, bis es in die Tat umgesetzt wurde. Denn es war klar, dass es viel Arbeit, zusätzliche Arbeit, bringen würde und dass es ein Projekt auf längere, ja lange Sicht sein würde – Ausgang ungewiss. Aber dann ließ sich Joachim Hennig doch auf das Abenteuer ein -  waren wir vom Förderverein Mahnmal Koblenz doch mit im Boot.

Aller Anfang war auch hier schwer. Joachim Hennig und Herbert Bartas erinnern sich noch gut, wie sie zunächst mindestens ein Dutzend Wochenenden im Polcher Studio tüftelten und nach und nach Inhalte auf die Homepage brachten. Erst einmal waren die Struktur und das Aussehen der Homepage zu finden. Dann ging es weiter mit den Basis-Informationen über unseren Verein, die Vereinssatzung, die Geschichte des 1997 gegründeten Vereins und des 2001 errichteten Mahnmals.
Es folgten Berichte über die bisherige Vereinsarbeit, über die Veranstaltungen zum Gedenktag am 27. Januar jeden Jahres und über die Vorträge, Aufsätze und andere Aktivitäten von Joachim Hennig. Das Kernstück der Homepage wurde die Präsentation unserer Dauerausstellung über NS-Opfer aus Koblenz und Umgebung. Diese hatte Joachim Hennig für den Förderverein ab dem 27. Januar 2003 erarbeitet und dann immer weiter ergänzt. Inzwischen sind es 118 Biografien, die auch alle auf der Homepage zu sehen und herunter zu laden sind. Ergänzt wird diese Sammlung von Lebensbildern durch weitere Informationen über die NS-Opfer und durch eine umfangreiche Chronologie der Ereignisse, in die diese Biografien eingebunden sind.

Auf der Homepage werden auch die in Koblenz verlegten „Stolpersteine“ dokumentiert, die Aktionen der Verlegungen, die Namen der Opfer und die Verlegeorte der Steine. Weitere Themenbereiche waren und sind die „Stätten der Verfolgung“ innerhalb von Koblenz und auch außerhalb davon sowie Täterbiografien. Neben diesen Bereichen, die aktualisiert werden, gibt es immer wieder Informationen zur eigenen und auch zur übrigen Gedenkarbeit in Koblenz. Im laufenden Jahr 2016 finden sich zurzeit 35 solcher Informationen auf der Homepage.



Eine neue Qualität erreichte die Homepage mit der virtuellen Ausstellung „Hugo Salzmann (1903 – 1979): Kommunist – Gewerkschafter – Künstler aus Bad Kreuznach“. Auf einer Subdomain der Homepage erzählen wir mit Texten, Bildern, Karten, Dokumenten, gesprochenem Wort und kleinen Filmen und 379 Text-Tafeln das Leben und Wirken des Bad Kreuznachers NS-Opfers Hugo Salzmann. Die vor vier Jahren (am 18. November 2012) frei geschaltete virtuelle Ausstellung haben inzwischen mehr als 33.000 Gäste besucht. Vor einem knappen halben Jahr, am 1. Juli 2016, haben wir dann noch eine (gekürzte) Version dieser Ausstellung in französischer Sprache ins Internet gestellt. Diese haben inzwischen 1.500 Besucher angeschaut.

Die französische Version der Ausstellung ist für uns der Einstieg in eine französische Version unserer Homepage überhaupt. Wir werden uns bemühen, Informationen, die auch französischsprachige Besucher interessieren können, in deren Sprache zu präsentieren. Wünschenswert wäre auch eine weitere Internationalisierung, vor allem durch englischsprachige Beiträge. Hierzu fehlt uns aber noch ein Übersetzer.  

Mit diesen beiden Subdomains zusammen geht unsere Homepage mit insgesamt 1.035.000 Besuchern auf die 2. Million zu.

Dies klingt alles wie eine Erfolgsgeschichte. Das ist es auch. Die langjährige harte Arbeit sieht man unserer – so meinen wir - gut gestalteten, informativen und aktuellen Homepage nicht an. Auch das ist gut so. Die Besucher sollen sie gern und mit Gewinn anschauen und sich – bei allem Ernst des Themas – über die zusammengetragenen und präsentierten Informationen freuen.

Joachim Hennig und Herbert Bartas hoffen, dass sie noch lange diese Gedenkarbeit für Opfer des Nationalsozialismus aus Koblenz und Umgebung machen können. Das hängt auch von der weiteren Förderung der Homepage ab. Neben dem Förderverein Mahnmal Koblenz wird die Homepage von der Sparkasse Koblenz und dem Rotary-Club Koblenz-Ehrenbreitstein unterstützt. Ihnen gilt ein herzliches Dankeschön!    

Alles wäre aber nichts ohne Sie – ohne die Gäste, die die Homepage jetzt mehr als eine Million Mal besucht haben. Wir freuen uns auf Ihren nächsten Besuch und auf die 2. Million!




 


 

70 Jahre Land Rheinland-Pfalz – Die ersten Entwürfe der Landesverfassung

Die kürzlich von unserem stellvertretenden Vorsitzenden Joachim Hennig begonnene und in der Heimatzeitung – Ausgabe Koblenz – Blick aktuell abgedruckte Reihe zum „Geburtstag“ unseres Landes Rheinland-Pfalz wird fortgesetzt. In einem weiteren Beitrag schildert Hennig, wie die beiden Juristen Dr. Adolf Süsterhenn und Dr. Ernst Biesten den Auftrag der französischen Besatzungsmacht zum Entwurf einer Landesverfassung umgehend annahmen. Binnen weniger Wochen schufen sie erst einen privaten Entwurf und bearbeiteten ihn dann mit den vier übrigen Mitgliedern des Verfassungsausschusses der Gemischten Kommission. Das war in dieser Form nur möglich, weil sich Süsterhenn schon seit längerem speziell mit Verfassungsfragen beschäftigt hatte und beide in Unkel am Rhein wohnten. So konnte der Verfassungsausschuss schon Ende Oktober 1946 den Entwurf der Gemischten Kommission übergeben. Entstanden war – wie der Vorsitzende der Gemischten Kommission und designierte erste Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz Dr. Wilhelm Boden feststellte – ein „Monumentalwerk“. Zu Recht gilt Dr. Süsterhenn als der „geistige Vater“ unserer Landesverfassung. Einen wichtigen Anteil an ihrem Zustandeskommen hatte aber auch Dr. Biesten – der erste Polizeipräsident von Koblenz und entschiedene Gegner der Nationalsozialisten, der diese Arbeiten an der Verfassung schon als erster Präsident des Landesverwaltungsgerichts (heute: Oberverwaltungsgerichts) Rheinland-Pfalz vornahm. An Ernst Biesten erinnert auch eine Personentafel in der Dauerausstellung unseres Fördervereins.

Die Personentafel von Ernst Biesten finden Sie   HIER  dann Tafel 51auswählen.

Eine Artikel zum Thema finden Sie in Blick aktuell - Ausgabe Koblenz - Nr. 45 vom 10. November 2016:  HIER lesen

 


 

 

 

Zur Erinnerung an die Novemberpogrome 1938
 
Immer wieder sind es die Gedenktage, die uns innehalten lassen und die uns gerade auch an die Geschehnisse, die Verbrechen und die Opfer des Nationalsozialismus vor 70/80 Jahren erinnern lassen. Dabei gibt es Tage in unserer Geschichte, die in ganz besonderem Maße zum Gedenken und zur Mahnung Anlass geben. Ein solcher denkwürdiger Tag ist der 9. November. An diesem Tag im November gab es immer wieder Ereignisse, die einen Wendepunkt in unserer jüngsten Geschichte darstellten:

Am 9. November 1918 – nachdem der Erste Weltkrieg erkennbar verloren war, deutsche Matrosen gegen das Auslaufen der Hochseeflotte meuterten und dies einen allgemeinen Aufstand auslöste – verkündete Reichskanzler Max von Baden eigenmächtig die Abdankung des letzten deutschen Kaisers Wilhelm II. Am Nachmittag rief der Sozialdemokrat Philipp Scheidemann vom Gebäude des Reichstags in Berlin die „deutsche Republik“ aus. Es war der Beginn der ersten deutschen Demokratie. Sie sollte nur bis 1933, bis zur Machteroberung durch Hitler und seine Nationalsozialisten, existieren.

 
Philipp Scheidemann ruft auf dem Westbalkon (2. Fenster nördlich des Portikus) des Reichstages die Republik aus
Quelle:(3) Deutsche Postkarte ca. 1918/19. Sammlung Superikonoskop. (= Scanvorlage für aktuelle Version).
Lizenz Gemeinfrei/Wikimedia

 

Am 9. November 1923 – nachdem Hitler im Bürgerbräukeller in München am Vorabend die „nationale Revolution“ ausgerufen und vergeblich Reaktionäre zum Mitmachen zwingen wollte – marschierte er mit dem Weltkriegsgeneral Ludendorff und 2.000 anderen Putschisten durch München. Der Putsch misslang kläglich und brachte 20 Menschen den Tod. Das juristische Nachspiel – der Hitler-Prozess in München – war eine Farce. Er machte für Hitler gar noch Propaganda und seine beschämend milde Verurteilung und halbjährige Festungshaft ermöglichten ihm, sein Buch „Mein Kampf“ zu schreiben. Neun Jahre später war dieser „Kampf“ beendet und der Hochverräter Hitler an der Macht.


Stoßtrupp Hitlers (mit Hakenkreuz-Armbinden) mit verhafteten sozialistischen Stadträten (H-Putsch)
Quelle: Bundesarchiv, Bild 146-2007-0003 / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de,
https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5420055



Am 9. November 1938 – nachdem schon am 1. April 1933 die Boykotthetze gegen Juden begonnen hatte, am 15. September 1935 die „Nürnberger Rassengesetze“ erlassen und die in Deutschland lebenden jüdischen Menschen diskriminiert, entrechtet, kriminalisiert  und auch verfolgt worden waren – lösten die Nationalsozialisten beim Treffen zur Erinnerung an den Putsch im Jahr 1923 im Bürgerbräukeller in München die Novemberpogrome aus. Auf Befehl aus München begannen schlagartig „Aktionen“ gegen Juden im gesamten Deutschen Reich. Jüdische Geschäfte und Wohnungen wurden zerstört, Synagogen in Brand gesteckt oder geschändet, Juden misshandelt und ca. 30.000 jüdische Männer in Konzentrationslager verschleppt. Polizei und Feuerwehr hatten Weisung, nur nichtjüdisches Eigentum zu schützen. Mit diesen Pogromen ging die Diskriminierung der jüdischen Bürger über in die systematische Verfolgung, die drei Jahre später zum Holocaust führte.

Die orthodoxe Synagoge Ohel Jakob in der Münchner Herzog-Rudolf-Straße nach dem Brandanschlag am 9. November 1938
Quelle: Bundesarchiv, Bild 146-1970-041-46 / Unbekannt / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de,
https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5418827

 

Am 9. November 1989 – nachdem die infolge des verlorenen Zweiten Weltkrieges und der Teilung Deutschlands gebildete Deutsche Demokratische Republik (DDR) immer mehr in wirtschaftliche und politische Schwierigkeiten geraten war – kam es zum Fall der am 13. August 1961 errichteten Berliner Mauer. Tausende DDR-Bürger eilten - nach einer Hoffnung machenden Nachricht im Fernsehen - in Ost-Berlin an die Grenze nach West-Berlin und überwanden sie friedlich und ohne Einschreiten der Grenzsoldaten. Gleiches geschah am nächsten Tag in anderen Teilen der innerdeutschen Grenze. Dies war der Anfang vom Ende der deutschen Teilung und der Beginn der Vereinigung der beiden Teile Deutschlands.

 

 

Menschenmengen auf der Berliner Mauer Ende 1989 nach dem historischen Mauerfall
Quelle: Von Lear 21 in der Wikipedia auf Englisch, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=3692038

 
Für uns vom Förderverein Mahnmal Koblenz steht selbstverständlich das Gedenken an die Novemberpogrome vom 9./10. November 1938 und an ihre Opfer im Vordergrund. Deshalb dokumentieren wir hier auch die Jüdisch-Christliche Feier anlässlich des 78. Jahrestages der Pogrome, die am Sonntag, dem 13. November 2016, im Gemeindesaal der Jüdischen Kultusgemeinde in Koblenz gehalten wurde.
 
Zur Feierstunde, die unter dem Motto: "Um Gottes Willen - keine Gewalt im Namen Gottes" stand, begrüßte der Vorsitzende der Jüdischen Kultusgemeinde Avi Avadiev die zahlreichen Gäste.
 


 
Für die Christlich-Jüdische Gesellschaft für Brüderlichkeit Koblenz sprach P. Prof. Dr. Alban Rüttenauer ein Grußwort.

 


 
Ein weiteres Grußwort sprach Oberbürgermeister Prof. Dr. Joachim Hofmann-Göttig.

 

 
Die Ansprache hielt Pastoralreferentin Jutta Lehnert.

 

 
Theologisch begleitet wurde die Feierstunde von Rabbiner Efraim Yehood-Desel
 

 
(Fotos : Christlich-Jüdische Gesellschaft für Brüderlichkeit Koblenz )
 
Die Feierstunde schloss mit dem Auszug zum Friedhof, der Kranzniederlegung für die Stadt Koblenz durch Oberbürgermeister Prof. Dr. Joachim Hofmann-Göttig und mit einem Gebet am Mahnmal von Rabbiner Efraim Yehood-Desel.





(Fotos: Förderverein Mahnmal Koblenz )

 
Einen Presseartikel  HIER lesen ( Blick aktuell Nr. 46 vom 17. November 2016 Seite 40)





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