Erinnerung an den Metternicher Arzt Johann Reiner
 
"Ein Mensch ist erst wirklich tot, wenn niemand mehr an ihn denkt." Im Koblenzer Stadtteil Metternich hält man die Erinnerung an ehemalige Nachbarn, die seinerzeit Opfer des Nationalsozialismus wurden, heute noch wach und gibt die Erinnerung weiter. Dies geschieht etwa durch zahlreiche in den Bürgersteigen von Metternich verlegte "Stolpersteine". Aber nicht nur dadurch. Diese Steine sind auch immer wieder Anstoß zu einem weitergehenden Erinnern an die Geschichte, die hinter den Namen auf den Steinen steht. So war es jetzt mit der Lebensgeschichte des jahrelang in Metternich praktizierenden Arztes Dr. Johann Reiner. Er, der viel Gutes für seine Patienten getan hatte, musste Mitte der 1930er Jahre mit seiner Familie Metternich verlassen und ins Ausland fliehen. Ein Patient, ein Polizeibeamter, hatte ihn vor der Verhaftung durch die Koblenzer Gestapo Koblenz noch warnen können. Sein "Verbrechen" in den Augen der Nazis war seine jüdische Herkunft (im Übrigen war Dr. Reiner zum Katholizismus konvertiert), und vor allem seine Gegnerschaft gegen den Nationalsozialismus. Dr. Reiner musste für immer Metternich verlassen. Später wurde er von der Gestapo in Prag doch noch verhaftet und in den letzten Kriegstagen in Theresienstadt erschossen.
 
Dieses Schicksal hat vor einigen Jahren seine Enkelin Christine Müller aus Frankfurt/Main aufgearbeitet und den Stolperstein für ihren Großvater in Metternich veranlasst. Der Förderverein Mahnmal Koblenz hat sie dabei unterstützt und seine Lebensgeschichte auf dieser Homepage aufgezeichnet. Jetzt hat der Koblenzer Lokalanzeiger "Der Schängel" in seiner Sonderveröffentlichung "Das Magazin für Koblenz und die Region" vom 21. Juni 2017 die Geschichte von Dr. Johann Reiner und dem Stolperstein für ihn allgemein in Erinnerung gerufen.
 
Den Artikel des Koblenzer Schängel können Sie HIER lesen




 

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