20 Jahre Förderverein Mahnmal Koblenz

Am 8. November 2017 feiert unser Förderverein sein 20-jähriges Bestehen. Dabei blickt er zurück auf zwei Jahrzehnte Gedenkarbeit
für NS-Opfer aus Koblenz und Umgebung.

Die Initiative zum Verein ging 1996 von der Pfarrgemeinde St. Elisabeth in Koblenz-Rauental aus. Sie wollte einem früheren Mitglied ihrer Gemeinde, Anna Speckhahn, die wegen ihres Eintretens für ihren Glauben im Frauen-Konzentrationslager Ravensbrück bei Fürstenberg/Havel umgekommen war, ein Denkmal setzen. Im Frühjahr 1997 gründete sich dann der Verein. Seine Aufgabe sah er in der Errich­tung eines Mahnmals für alle Opfer des Nationalsozialismus in Koblenz. Dies verfolgte er konsequent und erfolgreich, so dass schon am 23. August 2001 das Mahnmal auf dem Reichensperger Platz ein­geweiht werden konnte.

Mit der Errichtung des Mahnmals war ein Ziel des Vereins erreicht. Weitere Aufgaben nahm er eben­so engagiert in Angriff. Dazu gehörten von Anfang an die Gedenkstunde mit christlich-jüdischem Gebet am 27. Januar, dem Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus, und dann auch die Statio am Mahnmal. Begleitet wurde dieser Prozess der Aufarbeitung und Aufklärung zu den Verbrechen Hitler-Deutschlands und der Erinnerung an die Opfer durch umfangreiche Recherchen in zahlreichen Archiven und deren Publizierung in Artikelserien in Zeitungen, einer ersten und bis heute gültigen Studie zu „Verfolgung und Widerstand in Koblenz 1933 – 1945“, zahlreichen Vorträgen und Auf­sätzen.

Zum Gedenktag 2003 erarbeitete der Verein zu einer Wanderausstellung über Frauen im Konzentra­tionslager erstmals einen eigenen regionalen Teil. Diesen entwickelte er weiter und präsentierte im Jahr 2005 erstmals eine eigene Ausstellung über NS-Opfer aus Koblenz und Umgebung. Diese wurde Jahr für Jahr erweitert. Teile davon waren wiederholt im Landtag in Mainz, auch in der KZ-Gedenk­stätte Osthofen sowie in Schulen und Behörden in Koblenz und Umgebung zu sehen. Sie umfasst inzwischen 121 Personentafeln mit Biografien von NS-Opfern und zeigt die ganze Breite der Verfol­gung und die Vielfalt des Widerstandes.

Seit 2005 arbeitet der Verein an einer multimedialen Darstellung von Verfolgung und Widerstand 1933 – 1945 in Koblenz und Umgebung. Inzwischen hat er sechs einstündige Dokumentationen zu Schicksalen in der NS-Zeit produziert. Das „Flaggschiff“ des Vereins ist seitdem seine Homepage. Er hat den Ehrgeiz, diese – mangels anderer Möglichkeiten und aus Überzeugung – zu einem virtuellen NS-Dokumentationszentrum Koblenz auszubauen. Es wäre das erste dieser Art in Deutschland. Schon jetzt sind dort die vielfältigen Vereinsaktivitäten der vergangenen 20 Jahre ebenso festgehalten wie die gesamte Dauerausstellung mit den 121 Biografien nebst zahlreichen ergänzenden Dokumenten. Außerdem gibt es auf der Homepage vielfältige Informationen zu den Stätten der Verfolgung und zu NS-Tätern aus Koblenz und Umgebung. Schon jetzt wird die Homepage sehr gut angenommen. Im letzten Jahr hatte sie den millionsten Gast, täglich sind es zwischen 600 und 800 Besucher. Mithilfe von Sponsoren, die der Verein für seine Arbeit unbedingt benötigt und dringend sucht, soll dieses Angebot für die Gedenkarbeit im nördlichen Rheinland-Pfalz noch ergänzt, vor allem um die sehr zahlreichen Vorträge und Aufsätze des stellvertretenden Vorsitzenden Joachim Hennig sowie um Filmsequenzen erweitert werden.

Der Förderverein Mahnmal Koblenz ist wiederholt anerkannt und ausgezeichnet worden, zuletzt mit dem Koblenzer Bürgerpreis 2017. Das Motto dieses Preises könnte das des Vereins sein: „Voraus­schauend engagiert: real, digital, lokal“.

Der Vorsitzende Dr. Jürgen Schumacher lädt aus Anlass des 20-jährigen Bestehens zur Festveran­staltung am Mittwoch, dem 8. November 2017, im Historischen Rathaussaal, Eingang vom Jesuitenplatz, um 19. 00 Uhr ein.

Dr. Jürgen Schumacher wird die Gäste begrüßen. Grußworte werden die Kulturdezernentin der Stadt Koblenz Frau Dr. habil. Margit Theis-Scholz und der Bürgerbeauftragte des Landes Rheinland-Pfalz Dieter Burgard, Vorsitzender der Landesarbeitsgemeinschaft der Gedenkstätten und Erinnerungsinitiativen zur NS-Zeit im heutigen Rheinland-Pfalz, sprechen. Der stellvertetende Vorsitzende Joachim Hennig wird in einem Vortrag (mit Powerpoint-Präsentation) 20 Jahre Förderverein Mahnmal und Gedenkarbeit in Koblenz und Umgebung Revue passieren lassen.

 

Presseberichte (zusammengefasst: Rhein-Zeitung, Koblenzer Schängel) HIER lesen

 

 

 

 



 

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