Foto: Holger Weinandt (Koblenz, Germany) 12.07.2011  Lizenz cc-by-sa-3.0-de

Heimatbesuch in Koblenz vom 22.08. bis 29.08.2010

Auch 2010 hatten wir in Koblenz wieder Besuch von ehemaligen Koblenzern. Diesmal war die Gruppe aber doch bedeutend kleiner als in den Vorjahren.

Neben Tami Blaetner, Lea und Schmuel Sassoon (auf dem Bild von links) waren noch
Werner und Christel Appel, Ruth Homrighausen mit einer Freundin aus Israel dabei. Am 22.08. war der Begrüßungsempfang im Hotel Brenner.
Herr Schlenzig, der Vorsitzende der Christlich-jüdischen Gesellschaft begrüßte die Gäste und wünschte allen einen guten Aufenthalt mit vielen neuen Erfahrungen.

Am Montag fand eine Gedenkstunde auf dem jüdischen Friedhof statt

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kantor Pasternak

 

Ein Dia-Vortrag von Lea Sassoon, der die Entwicklung des Judentums und des frühen Christentums im 1. Jh u.Z. zum Thema hatte.

Am Dienstag war vormittags ein Gespräch im Stadtarchiv mit der Möglichkeit, der Familiengeschichte nachzugehen. Hier gelang es Lea Sassoon die lang ersehnte Geburtsurkunde zu finden, nach der sie so lange gesucht hatte.
Am Mittwoch fanden der traditionelle Empfang und das Mittagessen dieses Mal mit dem neuen Bürgermeister der Stadt Koblenz, Prof. Dr. Joachim Hofmann-Göttig, im „Schwarzen Bären“, Koblenz-Moselweiß statt.

Der OB versprach, im nächsten Jahr mehr Zeit mitzubringen.

Der Donnerstag stand zur freien Verfügung.
Am Freitag stand vormittags eine Begegnung mit Schülerinnen und Schülern des Bischöflichen Cusanus-Gymnasiums auf dem Programm. Nachmittags gab es Kaffee und Kuchen im Hotel Brenner.
Freitag abends Gottesdienst zu Erew Schabbat mit anschließendem Kiddusch.
Der Besuch endete mit einem Schabat-Gottesdienst am Samstag.
Die offizielle Heimreise erfolgte am Sonntag.
Es war wieder ein schönes Wiedersehen mit guten Freunden. Es wurden interessante Gespräche geführt und alle hatten das Gefühl, dass man sich schon jetzt auf die Fortsetzung im nächsten Jahr freuen sollte.

 

Text: Bodo Zielinski
Bilder: Bodo Zielinski (3), Tami Blaetner (1)

 


 

VHS-Koblenz/Lahnstein: Verfolgung und Widerstand in Koblenz 1933-1945

- Drei Täter -

Die dreiteilige Vortragsreihe mit Powerpointpräsentation findet in diesem Semester zum 10. Mal statt. Im Mittelpunkt stehen – wie schon in den letzten Jahren – Täter: drei Männer, die in Koblenz und Umgebung tätig waren und in der NS-Zeit Schuld auf sich geladen haben.

In Zusammenarbeit mit dem Förderverein Mahnmal Koblenz und dem Landesfilmdienst.

 

1.0109

Vortrag 1:

Josef Terboven (1898 – 1945)

Terboven war in der NS-Zeit als Oberpräsident der Rheinprovinz mehrere Jahre höchster Beamter in Koblenz. In Essen geboren und zur Schule gegangen, nahm er als Freiwilliger am I. Weltkrieg teil und wurde Leutnant der Reserve. Nach einem Studium der Rechts- und Staatswissenschaften, das er nicht zu Ende führte, wurde er Bankbeamter.1923 nahm er am Hitler-Putsch in München teil. Terboven wurde Bezirksleiter der NSDAP und dann Gauleiter in Essen. Bei seiner Hochzeit 1934 war Hitler Ehrengast. 1935 wurde er Oberpräsident der Rheinprovinz mit Sitz in Koblenz. Obwohl formell weiter Oberpräsident, verließ er 1940 Koblenz, um Reichskommissar für das besetzte Norwegen zu werden. Mit Hilfe von SS, Sicherheitsdienst (SD) und Gestapo errichtete er in Norwegen ein straff organisiertes Terrorregime. Die norwegische Kollaborationsregierung mit dem Ministerpräsidenten Quisling unterstand ihm. Am 8. Mai 1945, am Tag der deutschen Kapitulation, beging Terboven in einem Bunker bei Oslo Selbstmord.

 

Do, den 11.11., 19.00 – 20.30 Uhr

Kosten: 5,00 €

Kurt-Esser-Haus, Medienladen

Markenbildchenweg 38, 2. OG

Joachim Hennig (Richter am OVG)

 

 


 

1.0110

Vortrag 2:

Wilhelm Schultheis (1908 - 1963)

Schultheis gilt als sehr honoriger Mann. Er ist Ehrenbürger von Weißenthurm. Weitgehend unbekannt ist seine Verstrickung in das NS-Regime. Nach dem Schulbesuch begann er ein Studium. Dies führte er nicht zu Ende, sondern trat nach dem frühen Tod seines Vaters mit 22 Jahren in die Schultheis-Brauerei in Weißenthurm ein. Zusammen mit einem Vetter wurde er 1931 tätiger Teilhaber der Brauerei. Bereits 1933 wurde er Mitglied der NSDAP und der SS. Als „Wirtschaftsführer“ und „Kamerad“ Carl Zenners machte er schnell Karriere: Zeitweilig war er Fürsorgereferent der SS, am 9. November 1938 – am Tage der „Reichspogromnacht“ -wurde er zum SS-Obersturmführer ernannt. Seine Beteiligung an den Novemberpogromen in Koblenz und in Bendorf ist bis heute problematisch. Nach dem Krieg war er 1 œ Jahre interniert. Im Entnazifizierungsverfahren gelang es Schultheis, im Jahr 1949 nach Vorlage vieler ihm günstiger Erklärungen als Minderbelasteter eingestuft zu werden. Im Jahr 1958 wurde er erster Ehrenbürger von Weißenthurm. Schultheis starb dann bereits 1963.

 

Do, den 25.11., 19.00 – 20.30 Uhr

Kosten: 5,00 €

Kurt-Esser-Haus, Medienladen

Markenbildchenweg 38, 2. OG

Joachim Hennig (Richter am OVG)

 

 


 

1.0111

Vortrag 3:

Gustav Kohlstadt (geb.1899)

Der in (Koblenz-)Pfaffendorf geborene Kohlstadt hat eine für damalige Verhältnisse typische Juristenlaufbahn absolviert: Nach dem Schulbesuch, dem Abitur am Realgymnasium Koblenz im Jahr 1917 und einem Jahr als Soldat im I. Weltkrieg studierte er Rechtswissenschaften und absolvierte den juristischen Vorbereitungsdienst, jeweils mit mäßigem Erfolg. Anschließend war er Hilfsrichter bei verschiedenen Gerichten und Hilfsarbeiter bei Staatsanwaltschaften in Bonn, Trier u.a.1930 wurde er zum Amtsgerichtsrat ernannt. Seit 1933 Amtsrichter in Wuppertal, war er Blockleiter, Mitglied der NSDAP und in zahlreichen ihrer Nebenorganisationen. 1939 erfolgte seine Abordnung an das Amtsgericht und die landgerichtliche Zweigstelle Budweis in Böhmen. Ab 1943 war er Richter beim Sondergericht Prag. Nach dem Krieg und der Entnazifizierung als „Mitläufer“ war Kohlstadt Amtsgerichtsrat beim Amtsgericht in Koblenz. Ende der 1950er Jahre wurde im Zuge der „Braunbuch-Kampagne“ der DDR bekannt, dass er beim Sondergericht Prag an zahlreichen Todesurteilen beteiligt war. „Unter Druck“ trat Kohlstatt Ende 1962 in den Ruhestand.

 

Do, den 09.12., 19.00 – 20.30 Uhr

Kosten: 5,00 €

Kurt-Esser-Haus, Medienladen

Markenbildchenweg 38, 2. OG

Joachim Hennig (Richter am OVG)

 


 

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