Das Frauenstraflager Flußbach (1942 – 1944) bei Wittlich/Eifel
Das Lager war ab April 1941 zunächst Außenarbeitsstelle des (Männer-)Straf- und Jugendgefängnisses Wittlich. Die Gefangenen arbeiteten zwangsweise beim Bau der Eifel-Autobahn.
Das Areal lag in der Gemarkung „Im Entelt“  außerhalb des Dorfes Flußbach. Es bestand aus vier großen Baracken, sowie zwei kleineren Gebäuden, und war von einem Drahtzaun umgeben.
Am 15. August 1942 bewilligte der Generalstaatsanwalt in Köln  20 weibliche Kräfte des einfachen Aufsichtsdienstes zur Bewachung des Lagers. Einen Monat später, am 16. September 1942, wurde das Frauenstraflager mit den ersten Gefangenen belegt. Es unterstand weiterhin der Haftanstalt in Wittlich.
Die meisten Gefangenen lebten und arbeiteten aber nicht in Flußbach, sondern auf mindestens 26 Außenarbeitsstellen (wie etwa in der Trockenkartoffelfabrik „Appolonia“  in Gillenfeld oder der Firma „Romika“ in Gusterath). Am 14. Juli 1943 wurde das Lager durch einen Bombenangriff der Alliierten teilweise zerstört. Im Spätsommer 1944 begann vor der näher rückenden Front die Verlegung der Frauen in andere Strafanstalten. Am 17. September 1944 trafen 30 Frauen aus Flußbach im Koblenzer Gefängnis  ein, am Tag darauf waren es 60 und am folgenden Tag noch einmal 60 Frauen. Wenige Tage später wurden diese Frauen von Koblenz aus in die Strafanstalt Ziegenhain (bei Kassel) überführt. Die letzten Häftlinge entließ man in Flußbach am 29. September 1944.
Am 10. März 1945 wurde das inzwischen leere Lager durch einen Bombenangriff der Amerikaner völlig zerstört.

Seit vielen Jahren erinnert nichts mehr an das Frauenstraflager Flußbach.

Belegung und Haftgründe

In den knapp zwei Jahren von 1942 bis 1944 wurden mindestens 1885 Frauen in Flußbach inhaftiert.  
Die Gefangenen setzten sich im Wesentlichen aus zwei Gruppen zusammen: Zum einen waren es Französinnen und auch Luxemburgerinnen, die oft wegen ihres politischen Widerstandes als „Nacht-und-Nebel“-Häftlinge aus ihren Heimatländern verschleppt wurden und in Flußbach in Untersuchungshaft auf ihren Prozess warteten. Zum anderen waren deutsche Frauen als Strafgefangene in Flußbach.
Die französischen und luxemburgischen NN-Häftlinge kamen vornehmlich in drei Transporten nach Flußbach: Der erste traf dort am 18. November 1942 ein, der zweite am 22. Januar 1943 und der dritte am 20. Juli 1943.
Die Zahl dieser „Nacht-und-Nebel“-Gefangenen soll 130 oder – nach anderen Quellen - mindestens 278 betragen haben. Sie wurden in zwei Baracken untergebracht und von den deutschen Häftlingen streng getrennt. Viele Häftlinge wurden in Konzentrationslager, insbesondere ins Frauen-KZ Ravensbrück, verschleppt.

Aussagen von „Flußbacherinnen“

Wir waren in Baracken untergebracht, die inmitten einer schönen, hügeligen Landschaft standen. Die Baracken waren sauber (man kann nicht sagen, dass wir nicht gut untergebracht waren). Wir hatten Strohsäcke, wir hatten Hunger, aber es war kein Vergleich mit dem Leben im (Konzentrations-)Lager.

In Flußbach wurden wir niemals geschlagen, niemals herumgestoßen. Schade, dass wir nicht bis zum Ende des Krieges dort bleiben konnten.

Aber hinter dieser scheinbar „leichten“, mit anderen verglichenen Haft, die wir später noch kennen lernen würden, gab es die schreckliche Angst, wenn die SS kam, um jemanden von uns zu holen, um sie vor das Gericht in Trier zu bringen. Diese erwarteten dann die Hinrichtung und viele sahen wir nicht wieder, wie (...), die in Breslau hingerichtet wurde.