Das Polizeipräsidium von Koblenz befand sich in jenen Jahren am Kaiser-Wilhelm-Ring, genau an der Stelle, an der heute die Kreisverwaltung Mayen-Koblenz ihren Sitz hat (die Straße heißt heute Friedrich-Ebert-Ring). Von dem alten Gebäude ist kaum noch etwas vorhanden. Nur die Löwen vom Eingangsportal sowie andere Teile des Eingangsportals gibt es noch. Sie sind in den Eingang von der Bahnhofstraße aus integriert.

Das Polizeipräsidium bzw. „die Polizei“ (im herkömmlichen Sinne) hatten in der NS-Zeit nicht die Bedeutung, die man heute vermutet. Denn schon bald nach der so genannten Machtergreifung am 30. Januar 1933 hatte der NS-Staat den für die Verfolgung wichtigsten Teil des Polizeiapparates, die politische Polizei, - wie bereits erwähnt - verselbständigt.
Für die „normale“ Polizei blieben dann – aus der Sicht des NS-Staats – nur noch weniger wichtige Aufgaben. Zu diesen Aufgaben gehörte es beispielsweise aber, „bei Bedarf“ Menschen illegal in „Schutzhaft“ zu halten. Einer dieser Opfer der „normalen“ Polizei war der bereits erwähnte Pfarrer Paul Schneider. Nach seiner Rückkehr ins Rheinland und seiner vierten Verhaftung kam er sehr bald Anfang Oktober 1937 als „Schutzhäftling in das Gefängnis im Polizeipräsidium. Gleichzeitig mit ihm saßen dort auch Zeugen Jehovas ein. Am 27. November 1937 verschleppte man Pfarrer Paul Schneider und auch Zeugen Jehovas von dort aus ins Konzentrationslager Buchenwald. Pfarrer Paul Schneider wurde zum „Prediger von Buchenwald“ und kam dort 1939 um.
Bekannt ist auch, dass die Kriminalpolizei nicht nur die so genannten Zigeuner überwachte, sondern auch schikanierte, selektierte und dann in das so genannte Zigeunerlager des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau deportierte. Bei der zweiten Deportation aus der Umgebung von Koblenz am 25. April 1944 wurden die Sinti- Kinder und –Jugendlichen im Polizeigefängnis gesammelt, ehe sie dann „auf Transport“ nach Auschwitz gingen.

 


 

 

 

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