Die ehemalige Synagoge der jüdischen Gemeinde von Koblenz befand sich im „Bürresheimer Hof”, einem alten um 1660 errichteten Adelshof. Im Jahr 1850erwarb die jüdische Gemeinde diesen Bürresheimer Hof. Nach dem Umbau durch Lassaulx entstanden eine Synagoge sowie eine Religionsschule, zwei Krankenanstalten und eine Dienstwohnung für den Rabbiner. In der Folgezeit entwickelte sich ein recht reges Gemeindeleben. Es war geprägt von der in Koblenz seit längerem ansässigen Mittelschicht, bestehend aus Ärzten, Rechtsanwälten, Kaufleuten u.a.

In der so genannten Reichspogromnacht, in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938, wurde die Synagoge im Bürresheimer Hof von Trupps der SA und SS und der Gestapo zerstört. Angezündet wurde sie aber nicht. Die Nazis hatten Sorge, dass ein Brand der Synagoge auf die benachbarten Gebäude übergreifen könnte. Später waren es dann die Bombenangriffe auf Koblenz, die die Synagoge auch außen zerstörten. Nach dem Krieg stellte man den Bürresheimer Hof in seiner barocken Form wieder her. Die Synagoge wurde dort aber nicht mehr eingerichtet. Ihr neuer Standort war und ist auf dem Gelände des jüdischen Friedhofs in der Schwerzstraße/Ecke Schlachthofstraße im Rauenthal.
Der Bürresheimer Hof wird heute von der Stadt Koblenz u.a. als Kinder- und Jugendbibliothek sowie als Mediothek genutzt. Im ersten Stock – in einem separaten Raum – ist ein Gedenkzimmer an die jüdischen Familien und an die jüdische Kultur eingerichtet. Hier ist vieles mit Sachverstand und liebevoll zusammen getragen. Ein Besuch lohnt unbedingt. Die Öffnungszeiten sind mit denen der Jugend- und Kinderbücherei identisch: Mo, Di, Do und Fr von 14.00 – 18.00 Uhr. An der Fassade des Bürresheimer Hofes ist eine Gedenktafel angebracht.


 

 

 

 

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